Niederlage im Olympiastadion
Auswärtsspiel bei unseren Freunden aus Berlin: Am 27. Spieltag wurden wir von der Hertha im Olympiastadion empfangen. Im Spielbericht gibt es den Verlauf der Partie zum Nachlesen.

Christian Eichners Taktik
Vor der Länderspielpause kam die Eichner-Elf im heimischen BBBank Wildpark nicht über ein torloses Remis gegen den SSV Ulm hinaus. Obwohl die Grundaufstellung mit einem 3-5-2-System unverändert blieb, gab es im Vergleich zum letzten Spieltag drei Veränderungen in der Startelf. Nicolai Rapp kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück und besetzte neben Robin Heußer die Doppelposition im defensiven Mittelfeld. Dafür nahmen Leon Jensen und Dzenis Burnic zunächst auf der Bank Platz. In der Sturmspitze musste Fabian Schleusener kurzfristig passen, weswegen Bambasé Conté neben Mikkel Kaufmann auf Torejagd ging.
Die von Stefan Leitl trainierte Alte Dame gewann zuletzt furios mit 5:1 in Braunschweig und sah demnach keinen Anlass für große Personalrotation. Einzig U20-Nationalspieler Pascal Clemens fehlte verletzungsbedingt. Als Ersatz stand Routinier Diego Demme von Anfang an auf dem Platz.
Das Spiel in der Zusammenfassung
Kontrollierter Beginn auf beiden Seiten
Vom Anpfiff weg gaben die Fans im blau-weiß gefärbten Rund alles und entwickelten einen Lautstärkepegel jenseits der 100 Dezibel. Das Geschehen auf dem Spielfeld nahm hingegen nicht ganz so rasant an Fahrt auf. Während die Hertha umgehend um Spielkontrolle bemüht war, lauerte die Eichner-Elf in schwarzer Garnitur auf Ballgewinne und schnelle Umschaltaktionen. Aus einer solchen setzte Marvin Wanitzek in der siebten Minute die erste Duftmarke, sein Schuss von der Sechzehner-Kante strich allerdings haarscharf am rechten Pfosten vorbei.
Genialer Moment von Cuisance leitet Hertha-Führung ein
Knapp zehn Zeigerumdrehungen später kam die Alte Dame erstmals gefährlich vors Tor von Max Weiß und erzielte prompt das erste Tor. Bei der Entstehung des Führungstreffers ließ sich vermuten, dass Maskottchen Herthinho seine brasilianischen Wurzeln auf die Mannschaft übertragen hat: Michael Cuisance legte technisch fein per Hacke ab auf Derry Scherhant, welcher auf der rechten Angriffsseite Fabian Reese bediente. Herthas Nummer 11 legte sich den Ball zurecht und schloss trocken und präzise aus 14 Metern Torentfernung ins obere linke Toreck ab (16.).
Wenig los in Hälfte eins
Die Führung im Rücken gab der Leitl-Elf merklich Sicherheit im eigenen Ballbesitz. Gleichzeitig waren unsere Jungs nun gefordert eine Reaktion zu zeigen. Unsauberkeiten bei Ballannahmen und im Kurzpassspiel verhinderten jedoch zu oft das Eindringen ins letzte Drittel. Symbolcharakter fürs Spiel hatte die Tatsache, dass bereits nach 34 Spielminuten alle drei KSC-Innenverteidiger mit Gelb verwarnt wurden.
Kurz vor der Pause verpasste Torschütze Reese nur um Zentimeter das 2:0. David Herold hatte Probleme beim Klären einer Scherhant-Flanke und legte Herthas Stürmer den Ball perfekt auf den Fuß. Der Mann mit dem weißen Stirnband setzte aber zu viel Kraft in den Abschluss und verfehlte knapp (44.). Somit blieb es beim 1:0-Rückstand zur Pause.
Kalte Dusche nach Wiederanpfiff
Mit Beginn der zweiten Halbzeit wollten unsere Fächerstädter die Aufholjagd starten, liefen allerdings umgehend in einen verhängnisvollen Berliner Konter. Marcel Franke verlor kurz vor der Mittellinie den Ball und plötzlich war Fabian Reese völlig frei auf dem Weg zum Tor von Max Weiß. Unser U20-Nationalspieler verschätzte sich zu allem Überfluss beim Herauskommen, wodurch der Torschütze zum 1:0 keine Probleme hatte, per Lupfer über den heraneilenden Franke den Doppelpack zu schnüren (47.).
Wenige Minuten danach hatte der auffälligste Mann des Spiels per Volley sogar die Gelegenheit zum 3:0, legte die Kugel aber links am Tor vorbei (50.).
Wanitzek verkürzt vom Punkt
Unsere Jungs rafften sich auf und holten kurze Zeit später in Person von Robin Heußer einen Strafstoß heraus. Hertha-Kapitän Toni Leistner kam den berühmten Schritt zu spät und räumte unsere Nummer 5 Im Strafraum ab (54.). Marvin Wanitzek übernahm die Verantwortung und versenkte den fälligen Elfmeter gewohnt sicher in die Maschen (55.). Cheftrainer Christian Eichner reagierte zudem mit einem Dreifachwechsel: Günther, Jensen und Burnic kamen für Herold, Heußer und Rapp in die Partie.
Blau-Weiß war nun griffiger in der Partie, tat sich aber abgesehen von einem Conté-Kopfball (60.) weiterhin schwer, Tjark Ernst im Berliner Tor in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Auf der anderen Seite erspielte sich die Alte Dame ebenfalls nur Halbchancen, da sich allen voran Marcel Beifus schützend vors Tor warf, wie Willi Wildpark vor seine Frischlinge.
Spätes Aufbäumen wird nicht belohnt
Zehn Minuten vor Spielende wurde es nochmal gefährlich im Berliner Strafraum. Der eingewechselte Louey Ben Farhat kombinierte sich im Zusammenspiel mit Marvin Wanitzek bis in den gegnerischen Fünfmeterraum, wo Bambasé Conté den Ball nicht richtig traf und somit Tjark Ernst im Kasten regelrecht anschoss (80.). In der Folge näherten sich auch Louey Ben Farhat (82.) und Marcel Franke (84.) erneut dem Ausgleich an, der Ball wollte die Linie jedoch nicht überqueren.
Mitten in die blau-weiße Druckphase fuhr der Gastgeber einen letzten Konter. Der eingewechselte Marten Winkler schlug von der linken Seite eine Flanke genau auf den Kopf vom ebenfalls ins Spiel gekommenen Luca Schuler. Herthas großgewachsener Stürmer hatte aus kurzer Distanz keine Probleme, Max Weiß zu überwinden (89.). Der VAR überprüfte die Szene zwar wegen einer vermeintlichen Abseitsposition Winklers, der Treffer hielt der Überprüfung schlussendlich aber stand.
Nach üppigen acht Minuten Nachspielzeit wurde die 3:1-Auswärtsniederlage durch den Schlusspfiff von Schiedsrichter Patrick Alt amtlich.
Fazit & Ausblick
Trotz einer Leistungssteigerung inklusive Aufholjagd im zweiten Durchgang musste die Eichner-Elf ihre Rückreise heute ohne Zählbares im Gepäck antreten. Die Chancen auf den zwischenzeitlichen Ausgleich waren vor 63.312 Zuschauenden durchaus da, allerdings fehlte es in letzter Konsequenz erneut an Durchschlagskraft. Die Berliner Hertha darf dank des Heimerfolgs im Abstiegskampf zunächst durchatmen.
Am kommenden Freitag empfangen wir im BBBank Wildpark zum 28. Spieltag Hannover 96. Marcel Franke wird das Duell mit seinem Ex-Club aufgrund der fünften gelben Karte verpassen.
Die Daten zur Partie
KSC: Weiß – Kobald (76. Ben Farhat), Franke, Beifus (87. Bormuth) – Jung, Rapp (56. Burnic), Heußer (56. Jensen), Wanitzek, Herold (56. Günther) – Conté, Kaufmann
Hertha BSC: Ernst – Gechter (72. Winkler), Leistner, Dardai – Kenny, Demme, Cuisance (87. Bouchalakis), Maza (76. Sessa), Zeefuik – Scherhant (76. Schuler), Reese
Tore: Reese (16., 47.), Schuler (89.) / Wanitzek (55.)
Gelbe Karten: Scherhant, Zeefuik / Franke, Beifus, Kobald, Rapp
Schiedsrichter: Patrick Alt
Ort: Olympiastadion
Zuschauende: 63.312











