Der Spielbericht zu KSC - H96

Kobalds goldener Treffer führt zum Heimsieg

Spielberichte

Freitag, Flutlicht, Heimspiel! Im Spielbericht gibt es das Duell mit Hannover 96 zum Nachlesen.

Christian Eichners Taktik

Getreu der alten Weisheit „Aus der Not eine Tugend machen“ musste unser Cheftrainer Christian Eichner gegen Hannover 96 im Vergleich zum Berlin-Spiel einige Änderungen vornehmen und gab dadurch anderen Spielern die Chance, sich zu zeigen. Marcel Franke verpasste das Duell mit seinem Ex-Club aufgrund einer Gelbsperre, Fabian Schleusener (Adduktoren-Verletzung) und Nicolai Rapp (Magen-Darm-Erkrankung) blieb ebenfalls die Zuschauerrolle. Ersetzt wurde das Trio durch Defensiv-Routinier Robin Bormuth, Mittelfeldmotor Leon Jensen und Startelfdebütant Louey Ben Farhat. Als Sturmpartner des 18-Jährigen fungierte Bambasé Conté, Mikkel Kaufmann nahm zunächst auf der Bank Platz. Die taktische Grundausrichtung blieb somit unverändert: Blau-Weiß agierte in einer 3-5-2-Formation, bei der die beiden Flügelspieler David Herold und Sebastian Jung im Spiel gegen den Ball die defensive Außenbahn verstärkten.

Das Spiel in der Zusammenfassung

Nach der 3:1-Niederlage gegen Hertha BSC wollte die Eichner-Elf zu Hause wieder ein anderes Gesicht zu zeigen. Die erste Torchance ging allerdings auf das Konto der in weiß gekleideten Gäste, nach Tresoldis Vorarbeit traf Jessic Ngankam mit einer artistischen Fallrückzieher-Einlage aber nicht das Spielgerät und Karlsruhe konnte klären (7.). Auf der Gegenseite wurde es wenige Minute später ebenfalls gefährlich, als Bambasé Conté 96-Verteidiger Boris Tomiak im Spielaufbau unter Druck setzte und dem Hannoveraner dadurch der Ball versprang. Torhüter Ron-Robert Zieler war in dieser Situation jedoch auf seinem Posten und verhinderte den frühen KSC-Treffer (15.).

96 mit Chancenplus, KSC aber gefährlicher

Hannover hatte in der Anfangsphase dennoch mehr vom Spiel, ließ durch Jannik Dehms Abschluss aus dem Rückraum (17.) und Max Weiß‘ Rettungstat vor Nicolo Tresoldi (20.) allerdings zwei Chancen ungenutzt. Die beste Möglichkeit ergab sich nach 35 Minuten hingegen wieder vor dem Hannoveraner Tor, Bambasé Conté wurde in Folge einer sehenswerten Ben Farhat-Vorlage beim Abschluss aber entscheidend von Brooklyn Ezeh gestört. Der Schuss kam aus knapp zehn Metern daher nicht mit voller Wucht auf den Kasten von Ron-Robert Zieler, wodurch der Weltmeister von 2014 den Ball parieren konnte. Zwar führte diese Aktion nicht zur Führung, trotzdem entfachte der Beinahe-Treffer offensive Energie im KSC-Spiel. Noch vor der Pause kam Sebastian Jung über die rechte Seite zum Schuss, die 96-Defensive brachte jedoch ihre Beine zwischen Ball und Tor. Den Abpraller schnappte sich im Rückraum Dzenis Burnić, der mit seinem Volley-Versuch leider ohne Erfolg blieb (43.).

Offensivpower zum Start der zweiten Halbzeit

Mit der Spielfreude, die Blau-Weiß zum Ende der ersten Hälfte ausstrahlte, startete die Mannschaft in den zweiten Abschnitt. Über die eher außergewöhnlich anmutenden Stationen Conté, Beifus und Ben Farhat gelangte Letzterer nach schönem Kombinationsspiel zum Abschluss, kam aber nicht am souveränen Zieler vorbei (47.). Kurz darauf war Ben Farhats Sturmpartner an der Reihe, allerdings konnte 96 auch diesmal Contés Schuss abblocken (49.). In der 54. Spielminute wurden die Offensiv-Bemühungen dann aber endlich belohnt: Marvin Wanitzek zirkelte einen Freistoß aus 25 Metern an den Querbalken, von dort aus prallte der Ball an den Rücken von 96-Keeper Zieler und direkt vor die Füße des aufgerückten Christoph Kobald. Der Innenverteidiger blieb cool und schob das Kunstleder zum 1:0 über die Linie.

Chancen hüben wie drüben

Die Lust und Leichtigkeit unserer Blau-Weißen nahm nach dem Führungstreffer nicht ab. Da die Hannoveraner aufgrund des Gegentores nun dazu gezwungen waren, mehr in das eigene Offensivspiel zu investieren, sahen die knapp 29.000 Fans im BBBank Wildpark einen offenen Schlagabtausch. Sowohl 96 als auch der KSC erarbeiten sich gefährliche Aktionen vor dem gegnerischen Tor. Allerdings fand weder der Ezeh-Freistoß (62.), in dessen Entstehung Beifus seine fünfte Gelbe Karte sah, noch ein Distanzschuss von Burnić (65.) den Weg ins Tor.

Kurioser Eckstoß

Zu Beginn der Schlussviertelstunde köpfte Nicolio Tresoldi eine 96-Ecke ins Karlsruher Tor, die Gäste-Fans jubelten allerdings nur für einen kurzen Augenblick. Schiedsrichter Dr. Florian Exner pfiff die Situation nämlich bereits vor dem Einschlag wegen eines Offensivfouls ab, der Treffer zählte demnach nicht.

Kopfballstarker Rückkehrer und quirliger Debütant

Für die Schlussminuten hatte Cheftrainer Christian Eichner noch ein Ass im Ärmel und brachte den wieder genesenen Andrin Hunziker in die Partie. Der großgewachsene Schweizer sorgte bei den vielen langen Bällen der Gäste für Kopfballhoheit. Mit Anbruch der sechsminütigen Nachspielzeit kam außerdem Winterneuzugang Meiko Wäschenbach zu seinem Pflichtspieldebüt im blau-weißen Dress. Beide Spieler hatten entscheidenden Anteil daran, dass die hannoverschen Vorstöße in den finalen Minuten geklärt werden könnten. In allerletzter Sekunde war es dann aber das nötige Quäntchen Glück und das gute Stellungsspiel von Max Weiß, die Hannovers Lars Gindorf dazu verleiten ließen, den Ball am Tor vorbeizuschießen. Wenige Momente später beendete der Unparteiische mit dem Schlusspfiff die Partie und startete gleichzeitig die blau-weiße Siegesfeier!

Fazit & Ausblick

Was für ein Kraftakt! Der KSC holt zu Hause gegen Hannover 96 drei wichtige Punkte. Nach der ersten halben Stunde deutete vieles darauf hin, dass es für die Eichner-Elf ein langer Abend werden könnte. Nach überstandener Drangphase der Roten fand unsere Mannschaft aber in ihr Spiel und dominierte das Geschehen. Wanitzeks Kunstschuss und Kobalds schneller Reaktion sei Dank reichte uns an diesem Freitagabend ein Treffer zum Sieg.

Nächste Woche reist der KSC-Tross in die Ferne. Dann geht es zum SC Preußen nach Münster.

Die Daten zur Partie

KSC: Weiß - Kobald, Bormuth, Beifus - Jung, Burnić (90. Wäschenbach), Jensen (90. Heußer), Wanitzek, Herold - Ben Farhat (67. Kaufmann), Conté (86. Hunziker)

Hannover 96: Zieler – Dehm (84. Muroya), Knight (75. Oudenne), Neumann, Ezeh (84. Matondo) - Tomiak, Kunze - Leopold, Rochelt (66. Gindorf), Ngankam (66. Nielsen) - Tresoldi

Endstand: 1:0

Tore: Kobald (54.)

Gelbe Karten: Kobald (27.), Beifus (62.), Bormuth (83.), Conté (83.) | Knight (74.)

Schiedsrichter: Dr. Florian Exner

Ort: BBBank Wildpark

Zuschauende: 28.818


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