In Unterzahl: KSC verliert bei Hannover 96
Eine Unaufmerksamkeit in der Defensive genügt: Der KSC verliert sein schweres Auswärtsspiel bei Hannover 96 mit 0:1 (0:0).

Christian Eichners Taktik:
Während in der Defensive alles beim Alten blieb, rotierte Cheftrainer Christian Eichner in der Offensive. Paul Nebel erhielt eine Verschnaufpause und wurde durch Leon Jensen ersetzt, der damit sein KSC-Startelfdebüt feierte. Für Kelvin Arase startete Kyoung-Rok Choi erstmalig seit Mai im Angriff.
Das Spiel in der Zusammenfassung:
Die Karlsruher starteten gut in die Partie und zeigten sich in den ersten Minuten direkt offensivfreudig und angriffslustig. Eine Volleyabnahme setzte Jung drüber (1.), auch Wanitzek verzog nach tollem Kombinationsfußball (2.). Auf der Gegenseite hatte Weydandt die erste Gelegenheit per Kopfball, zielte aber über die Latte (5.). Nach zehn Minuten musste die Partie für längere Zeit unterbrochen werden, Besuschkow war im Mittelfeld mit Leon Jensen zusammengeprallt, der sich dabei eine blutige Wunde am Kopf zuzog und erst auf dem Spielfeld und dann vor der Trainerbank behandelt werden musste. Mit Kopfverband konnte es für den Startelfdebüttanten dann für wenige Minuten weitergehen, doch die Schmerzen an der Schulter waren zu stark. So Paul kam Paul Nebel früh als Ersatz in die Partie.
Es dauerte bis zur 31. Minute, als Hannover 96 die nächste Torchance verbuchen konnte: Besuschkow kam im Strafraum zum Abschluss, KSC-Kapitän Gondorf konnte sich aber in den Weg werfen. Auf der Gegenseite hatten die Blau-Weißen dann die Gelegenheit zur Führung: Ein langer Ball kam ideal in den Lauf von Schleusener, der aber aus kurzer Distanz an Keeper Zieler scheiterte. Den Abpraller konnte dann Nebel nicht verwerten, sondern musste sich wieder hintenrum orientieren (33). Die bis dahin beste KSC-Chance! In der 42. Minute entschied Schiedsrichter Waschitzki-Günther auf Straßstoß für Hannover, allerdings erst, nachdem er sich die Videobeweis-Bilder nochmal angeschaut und ein Foul von Franke an Beier identifiziert hatte. Gersbeck parierte den Elfmeter von Nielsen aber stark mit den Füßen. Am Ende der fünfminütigen Nachspielzeit hatte sich erneut Gersbeck auszeichnen können, als er einen Kopfball von Weydandt aus der Torecke fischte. So ging es mit einem 0:0-Unentschieden in die Halbzeitpause. Während der KSC bis zum Elfmeter die aktivere Mannschaft war, drehte 96 gegen Ende des ersten Durchgangs mehr auf.
Nach fünf Minuten in Halbzeit zwei kam Hannover wieder vor die Karlsruher Kiste. Nach Zuspiel von Weydandt zielte Beier aber über das KSC-Tor. In der 56. Spielminute machten es die Gastgeber besser: Hendrik Weydandt verwertete eine Flanke von Köhn eiskalt per Kopf – die 1:0-Führung für Hannover. Und obwohl die Blau-Weißen bis dato gut in der Partie waren, kam es wenig später noch dicker: Gondorf stieg Kunze im Mittelfeld auf den Fuß und holte sich dafür seine zweite Gelbe der Partie und damit die Gelb-Rote Karte ab.
Mit einem Doppelwechsel kamen in der 70. Minute mit Rossmann und Cueto neue Kräfte für Choi und Schleusener. In Unterzahl taten sich die Karlsruher allerdings schwer, für echte Torgefahr zu sorgen. Hannover dagegen konnte tiefstehen und sich auf’s Kontern verlagern. In der 80. Minute kam die Kugel mal gut in den Strafraum auf Wanitzek, der Spielmacher hob das Leder aber über die Querlatte.
Kurz vor Schluss dann plötzlich noch eine Großchance für die Blau-Weißen! Nach Freistoß Wanitzek scheiterte der inzwischen eingewechselte Simone Rapp per Kopfball am herausragend reagierenden Zieler, der das Kunstleder von der Linie kratzte (87.). Aber auch Hannover wollte nochmals nachlegen, Schaub traf allerdings ebenfalls nur den rechten Pfosten (90.+1). Wir warfen in den letzten Minuten alles nach vorne, der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.
Fazit & Ausblick:
Eine Unaufmerksamkeit in der Defensive, dazu kurze Zeit später die Gelb-Rote gegen Kapitän Gondorf - die zwei Knackpunkte in dieser Partie. Ein nahezu klassisches Unentschieden-Spiel endet somit mit dem besseren Ende für die Gastgeber aus Hannover. Schlussmann Gersbeck verhindert mit so mancher Parade eine höher Niederlage, die im Entstehen trotzdem etwas unnötig daherkommt.
Die Übersicht:
Aufstellung H96: Zieler - Neumann, Börner, Arrey-Mbi - Muroya, Köhn, F. Kunze, Besuschkow, Nielsen – Weydandt (76. Tresoldi), Beier (70. Schaub). Bank: Weinkauf, Dehm, S. Ernst, Foti, Kerk, Leopold, Stolze. Trainer: Stefan Leitl.
Aufstellung KSC: Gersbeck - S. Jung, M. Franke, Ambrosius (83. Ballas), Heise - Breithaupt, Wanitzek, Gondorf, Jensen (19. Nebel, 83. Rapp) – Schleusener (70. Cueto), Choi (70. Rossmann). Bank: Eisele (Tor) Kobald, Thiede, Arase, Cueto, Rossmann. Trainer: Eichner.
Tore: 1:0 Weydandt (56.).
Gelbe Karten: Gondorf, Franke - Zieler
Gelb-Rote Karte: Gondorf
Ort: Heinz von Heiden-Arena
Zuschauerinnen und Zuschauer: 29.100
Schiedsrichter: Sven Waschitzki-Günther(Bremen)











