Gegner im Detail: Die SG Dynamo Dresden
Am morgigen Sonntag steigt das letzte Heimspiel der Saison gegen die SG Dynamo Dresden. Wir haben die Gäste aus dem Osten genauer unter die Lupe genommen.

Unter Trainer Uwe Neuhaus im Sommer des vergangenen Jahres als Meister der dritten Liga ins Unterhaus des deutschen Fußballs aufgestiegen, spielt Dynamo Dresden eine bemerkenswerte Runde - und das trotz des Abgangs von Torjäger Justin Eilers (Werder Bremen), der in den beiden zurückliegenden Spielzeiten 42 Treffer für die Sachsen erzielte. Auch den Wechsel von Michael Hefele (Huddersfield Town/ENG), der als Kapitän ein unverzichtbarer Bestandteil der Innenverteidigung zu sein schien, steckten die Dresdner nahezu mühelos weg.
Als Macher des Höhenflugs gilt Neuhaus, der die Mannschaft am 1. Juli 2015 übernahm und schnurstracks in die zweite Liga führte. Einen wesentlichen Anteil am sportlichen Comeback der Schwarz-Gelben hat aber auch Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Der langjährige Dynamo-Profi war es nämlich, der mit der Verpflichtung von Neuhaus den richtigen Riecher hatte. Neuhaus und Dresden – das scheint einfach zu passen. Selbst in einem mitunter recht emotionalen Umfeld bewahrt der 57-Jährige stets kühlen Kopf. Seit Neuhaus als Coach in Dresden angeheuert hat, spielen die „Dynamos“ wieder einen attraktiven weit offensiv ausgerichteten Fußball, der bei den Zuschauern ankommt.
Einer der wichtigen Komponenten im Kader des achtmaligen DDR-Meisters ist Torhüter Marvin Schwäbe, der zu Saisonbeginn von 1899 Hoffenheim auf Leihbasis in die sächsische Landeshauptstadt gewechselt ist und bereits neun Mal zu Null spielte. Der U21-Nationalspieler verkörpert das, was man von einem modernen Torwart erwartet: Er eröffnet das Spiel von hinten und weiß auch am Ball zu überzeugen. Ebenfalls zu den festen Größen im Team des Aufsteigers zählt Akaki Gogia, der vom englischen Zweitligisten FC Brentford ausgeliehen ist. Im Gegensatz zu Schwäbe haben sich die Dresdner für den deutschen Mittelfeldspieler georgischer Herkunft eine Kaufoption gesichert. Ein Schnäppchen wird Gogia, den Minge als „sportliche und menschliche Vollgranate“ bezeichnet, aber garantiert nicht. Mit einem Notendurchschnitt von 2,79 aus 20 Spielen, war der 25-Jährige nach dem 32. Spieltag Top-Spieler der zweiten Liga. Gehalten werden soll auch Top-Torjäger Stefan Kutschke. Da der gebürtige Stürmer aber noch einen Vertrag in Nürnberg hat, gestaltet sich auch diese Personalie schwierig.
Ein gewisser Spannungsabfall ist bei den Sachsen nach der 0:1-Niederlage bei Eintracht Braunschweig am 28. Spieltag zu verzeichnen. Bis zu diesem Zeitpunkt durften die Dresdner mit sechs Punkten Rückstand auf den dritten Tabellenplatz noch vom Durchmarsch träumen. Danach folgte ein mageres Unentschieden zuhause gegen Düsseldorf sowie Niederlagen in Fürth und Bochum, bei denen sich die Schwarz-Gelben in einer ebenso schwachen Verfassung präsentierten, wie beim 1:2 gegen 1860 München am zurückliegenden Spieltag. Den Fans allerdings scheint das alles überhaupt nichts auszumachen. Im Gegenteil: Nach der Pleite in Fürth verlangten die Anhänger lautstark nach ihrer Mannschaft. Nicht aber um sie auszupfeifen, sondern um sie abzufeiern. Neuhaus wertete die Aktion als „Dankeschön und Anerkennung der in dieser Saison abgelieferten Leistung“.
Text: Andreas Kleber











