Gegner im Detail: Der 1. FC Kaiserslautern

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Am 31. Spieltag ist der 1. FC Kaiserslautern zum Baden-Pfalz-Derby im Wildparkstadion zu Gast. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Elf von Trainer Norbert Meier.

Um den ehemals besten Bundesligaaufsteiger aller Zeiten ist es alles andere als gut bestellt. Finanzieller und sportlicher Überlebenskampf sind die Schlagwörter, die seit geraumer Zeit ganz eng mit dem 1. FC Kaiserslautern verknüpft sind. Nach einem enttäuschenden zehnten Platz in der abgelaufenen Spielzeit waren sich die Anhänger der „Roten Teufel“ sicher, dass die neue Saison nur besser werden kann. Vor allem auf dem einst so gefürchteten Betzenberg lieferten die „Lautrer“ teilweise extrem schwache Leistungen ab und vergraulten damit zahlreiche Fans. Hinzu gesellten sich vereinsinterne Querelen, die in der Demission von Vorstand Stefan Kuntz gipfelten.

Mit Uwe Stöver als neuem Sportlichen Leiter sowie den mit etlichen Vorschusslorbeeren bedachten Tayfun Korkut, der als Trainer auf den glücklos agierenden Konrad Fünfstück folgte, hofften die Verantwortlichen die Weichen für eine erfolgreiche Runde gestellt zu haben. Doch weit gefehlt: Der gebürtige Stuttgarter mit türkischen Wurzeln war gerade einmal knapp sechs Monate im Amt, als er urplötzlich und für die meisten nicht nachvollziehbar, kurz vor Weihnachten seinen Abschied verkündete. Mit seinem Entschluss, die Brocken hinzuwerfen, hatte Korkut einen regelrechten Wirbelsturm rund um den „Betze“ ausgelöst, der in einer hektischen Trainersuche gipfelte. Die Gründe für den überraschenden Abgang sind bis heute nebulös. Immer wieder wurde allerdings gemunkelt, dass der Deutsch-Türke mit der Mannschaft, die von Stöver vor der Saison völlig umgekrempelt wurde, keine Perspektive mehr sah.

Immerhin hatten 17 Spieler den Verein verlassen - darunter Leistungsträger wie Jean Zimmer (VfB Stuttgart), Marius Müller (RB Leipzig) oder der isländische EM-Held Jon Dadi Bödvarsson (Wolverhampton Wanderers/ENG). Im Gegenzug wurden 16 neue Akteure verpflichtet. Der massive Umbruch machte sich vor allem zu Beginn der Runde bemerkbar: In den ersten neun Spielen sammelten die Pfälzer gerade einmal sechs Punkte, was den 16. Platz zur Folge hatte.

Als Nachfolger Korkuts wurde schließlich Norbert Meier auserkoren, der wenige Wochen zuvor bei Darmstadt 98 freigestellt worden war. Für den 58-jährigen Schleswig-Holsteiner sprach vor allem die Tatsache, dass die Zweite Liga für ihn kein Neuland war, stand er doch zuvor bereits bei Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg unter Vertrag.

Seit dem Amtsantritt des 16-maligen Nationalspielers hat sich sportlich nicht viel geändert. Nach wie vor kämpft der viermalige Deutsche Meister gegen den Abstieg. Einer der Hauptgründe für die Misere ist die Offensive, die hinter dem KSC die zweitschlechteste der Liga ist. Bester Schütze mit sechs Toren ist der 23-jährige Engländer Osayamen Osawe, der im Sommer vom Halleschen FC in die Pfalz gewechselt ist. Prunkstück des FCK ist unbestritten die Abwehr, aus der vor allem der hoch talentierte Torhüter Julian Pollersbeck hervorsticht, der in dieser Saison bislang zwölf Mal ohne Gegentreffer blieb.

Ticketsituation
Eintrittskarten für die Partie gibt es noch morgen an den Stadionkassen. Wir empfehlen eine rechtzeitige Anreise. Im Fanbrief der Polizei finden sich weitere Informationen für einen reibungslosen Ablauf rund um das Baden-Pfalz-Derby.

von Andreas Kleber


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