Borussia Dortmund zu Gast
Am Dienstagabend gastiert Borussia Dortmund in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim KSC. Hier auf www.ksc.de finden Sie alle Informationen zu den Gästen.

Von Andreas Kleber
Unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund am letzten Spieltag der vergangenen Saison herrschte im Lager der Westfalen große Tristesse. Aufgrund des 1:1-Unentschiedens beim Namensvetter hatte der sechsmalige Deutsche Meister das Erreichen der neu eingeführten Europa League um Haaresbreite verpasst. Und das, obwohl man in den letzten zehn Partien der Saison 25 Punkte gesammelt hatte und sich in 34 Spielen nur fünfmal geschlagen geben musste. So wenig wie keine andere Mannschaft in Liga eins. Allerdings standen auch rekordverdächtige 14 Remis zu Buche, die lediglich Absteiger Arminia Bielefeld mit 16 Punkteteilungen zu toppen wusste.
Nach einer kurzen Zeit der Trauer über das Verpassen des internationalen Wettbewerbs, welcher die ein oder andere Million in die Vereinskasse des BVB gespült hätte, hakten Verantwortliche und Fans der Borussen das Geschehene ab und richteten ihren Fokus auf die neue Spielzeit. Noch mehr Gier, Ehrgeiz und Begeisterung und vor allem Konstanz forderte BVB-Coach Jürgen Klopp von seinen Schützlingen: „Wenn wir spielen muss es stauben ohne Ende. Das ist der Fußball an den sich unsere Zuschauer gewöhnt haben und den sie sehen möchten.“
Aus finanziellen Gründen verzichteten die Vereinsoberen zunächst auf spektakuläre Verpflichtungen. Das vorhandene Personal hatte ja schließlich bewiesen, dass es durchaus in der Lage ist, der finanziell besser gestellten Konkurrenz adäquat Paroli zu bieten. Tief in die Tasche griff der BVB lediglich beim Transfer von U21-Europameister Mats Hummels, für den bereits Anfang des Jahres knapp 4,2 Millionen Euro auf das Konto des FC Bayern München überwiesen werden mussten. Vergleichsweise günstig gestalteten sich da die Engagements von Dimitar Rangelov (Cottbus) und Sven Bender (TSV 1860 München), die zusammen etwa 2,6 Millionen Euro kosteten. Ablösefrei zur Borussia kamen Kevin Großkreutz (Oberhausen) und Markus Feulner (Mainz). Den genannten Akteuren attestierte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke allesamt ein „gewisses Entwicklungspotenzial“.
Nun war, beziehungsweise ist es an Klopp, dieses Potenzial zu heben. Dass sich der als Motivator bekannte 42-Jährige darauf versteht, junge Spieler mit Bedacht aufzubauen und auf große Aufgaben vorzubereiten, hat Klopp bereits in seinem ersten Jahr bei der Borussia unter Beweis gestellt, als er junge Leute wie Neven Subotic, Jakub Blaszczykowski oder Nuri Sahin im Kader etablierte. Aber auch gestandene Profis wie etwa der ehemalige Karlsruher Tamas Hajnal und der fast schon in der Versenkung zu verschwinden drohende Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela fanden unter Klopp zu alter Stärke zurück. „Wir haben uns ein gewisses Niveau erarbeitet, unter das wir nicht mehr fallen möchten“, erklärte Klopp vor der Saison in einem Interview mit dem „kicker“. Ins selbe Horn blies auch BVB-Kapitän Sebastian Kehl: „Wir haben bewiesen, dass wir mit vielen mithalten können. Und das möchten wir auch in dieser Runde wieder schaffen.“
Dass zwischen Anspruch und Realität mitunter eine Lücke klafft, hat man in Dortmund nach den ersten Spieltagen realisiert. Einem knappen, wenn auch hoch verdienten 1:0-Erfolg gegen Köln zum Auftakt folgten eine deutliche Niederlage in Hamburg, sowie zwei Unentschieden gegen Stuttgart und Frankfurt. Vorläufiger Negativ-Höhepunkt war das 1:5-Heimdebakel gegen den FC Bayern München am fünften Spieltag, das die Dortmunder in der Tabelle auf den 13. Platz abrutschen ließ. Und auch beim 3:1-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten SpVgg Weiden war bei den Schwarz-Gelben noch reichlich Sand im Getriebe. Zu den Verlierern der Saison zählt beim BVB bislang Mats Hummels, der noch nicht an die tollen Leistungen der Vorsaison anknüpfen konnte. Weit von seiner Bestform entfernt präsentierte sich bis dato unter anderem auch Tamás Hajnal, der mit genialen Pässen die Offensive der Dortmunder zur Geltung bringen soll. Um einer drohenden Flaute im Sturm des BVB nach der Rückkehr von Goalgetter Alexander Frei zum FC Basel vorzubeugen, haben die Dortmunder die etwa 4,3 Millionen Euro Ablöse reinvestiert und neben dem ablösefreien französischen Junioren-Nationalspieler Damien Le Tallec den argentinischen Welttorjäger von 2008, Lucas Barrios, verpflichtet. Der 24-jährige Hoffnungsträger des BVB kam vom chilenischen Club CSD Colo-Colo Santiago, für den er 2008 in 36 Pflichtspielen 37 Treffer erzielte. In der Bundesliga ist Barrios einen Nachweis seiner Torgefährlichkeit bisher allerdings noch schuldig geblieben.











