Arminia Bielefeld zu Gast

von David Ruf

Am Montagabend ab 20.15 Uhr gastiert Arminia Bielefeld im Wildparkstadion. Alle Informationen über die Ostwestfalen finden Sie hier auf www.ksc.de.

Nach dem Rauswurf von Trainer Michael Frontzeck nach dem 33. Spieltag der vergangenen Saison, der missglückten Rettungsaktion von Jörg Berger und dem damit verbundenen Abstieg ging das Theater bei Arminia Bielefeld in der Sommerpause erst so richtig los. Während andere Clubs die fußballfreie Zeit genossen, oder bereits damit beschäftigt waren, den Kader für die kommende Spielzeit zusammenzustellen, mussten sich die Ostwestfalen ein neues Präsidium suchen. Hans-Hermann Schwick, der das Zepter auf der „Alm“ 19 Jahre schwang, hatte angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen. Allerdings kam alles ganz anders.

In einer äußerst turbulent verlaufenen Mitgliederversammlung, die bundesweit für Schlagzeilen sorgte, musste Präsidentschaftsanwärter Klaus Daudel seine Kandidatur letztlich zurückziehen. Am Ende stand Schwick doch wieder Gewehr bei Fuß - und wurde mit 904 zu 865 Stimmen gewählt. Beileibe kein berauschendes Votum, doch es reichte aus, um bei den Arminen zumindest vorerst wieder Ruhe einkehren zu lassen. Um den Burgfrieden andauern zu lassen, musste möglichst schnell eine konkurrenzfähige Mannschaft gefunden werden, die das erklärte Ziel „sofortiger Wiederaufstieg“ mit Spielfreude und jeder Menge Leidenschaft ins Visier nahm.

Nun lag es an Trainer Thomas Gerstner die acht Neuzugänge möglichst schnell zu integrieren und das Team auf die Erfolgswelle zu hieven. Das allerdings trauten dem ehemaligen Bundesligaprofi der seine Brötchen zuletzt als Co-Trainer an der Seite von Franco Foda beim österreichischen Erstligisten Sturm Graz verdiente, nur wenige zu. Vielleicht gerade deshalb gab sich der 43-jährige Fußballlehrer in einem Interview mit dem „kicker“ unmittelbar nach seinem Amtsantritt in Bielefeld besonders kämpferisch: „Ich bin positiv und sage, dass wir Erster werden wollen. Wenn wir Zweiter werden auch schön, denn wir steigen direkt auf!“ Worte, für die Gerstner, der seine Profis in der Saisonvorbereitung unter anderem barfuss über Scherben laufen, Eisenstangen verbiegen und durch „Spinnennetze“ krabbeln ließ, schon wenig später belächelt werden sollte. Zwar gelang der Arminia ein 3:1-Auftakterfolg gegen das hoch eingestufte Hansa Rostock, doch die 2:3-Niederlage bei der TuS Koblenz und die darauf folgende 1:2-Heimpleite gegen Augsburg sorgten für Kaderstimmung am Teutoburger Wald.

Um das erklärte Ziel nicht vorzeitig aus den Augen zu verlieren, musste ein Sieg in Fürth eingefahren werden. Als beim Stand von 2:0 für die Franken bereits alles auf die dritte Niederlage des Deutschen Sport Clubs (DSC) Arminia Bielefeld in Folge hindeutete, schlug der tschechische Neuzugang Pavel Fort innerhalb von zwei Minuten zweimal zu. Die beiden anderen Treffer zum 4:2-Sieg steuerten Christopher Katongo und ein gewisser Giovanni Federico bei. Letzteren verpflichtete die Arminia von Borussia Dortmund, wohin Federico nach seinem kurzen und wenig erfolgreichen Comeback beim KSC in der Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit zurückgekehrt war. Dass der Halbitaliener nach wie vor ein hervorragender und überaus torgefährlicher Zweitligaspieler ist, stellte er im Heimspiel gegen Ahlen (2:0) unter Beweis, als er Mitte der zweiten Halbzeit den erlösenden Führungstreffer für seinen neuen Arbeitgeber erzielte. Mit seinem Doppelpack beim 3:0-Triumph in Duisburg und dem Siegtreffer gegen St. Pauli  katapultierte er Bielefeld zwischenzeitlich auf den dritten Tabellenplatz und sich selbst auf Rang eins der Torjägerliste der 2. Liga. „So einen Spieler hat Arminia Bielefeld lange gesucht. Er ist ein Glücksfall für den Verein“, jubelte ein überschwänglicher Präsident Schwick nach der Partie. Federico reagiert auf die Lobeshymnen die derzeit von allen Seiten auf ihn einprasseln gelassen und rückt lieber das Team in den Mittelpunkt: „Wir harmonieren prächtig und haben derzeit das nötige Selbstbewusstsein, das eine Spitzenmannschaft nun einmal auszeichnet.“

Gefahr geht aber nicht allein von dem 1,82 Meter großen Mittelfeldmann aus, der gestern seinen 29. Geburtstag feierte. Einen ausgeprägten Torriecher hat auch der Sambier Katongo, der gemeinsam mit Federico das gefährlichste Offensivduo der 2. Liga bildet. Dafür gesorgt, dass die Bäume in Bielefeld nicht in den Himmel wachsen, hat in der zweiten Runde des DFB-Pokals der vom ehemaligen Nationalspieler Mario Basler trainierte Regionalligist Eintracht Trier, der den Zweitligisten trotz eines 0:2-Rückstands noch mit 4:2 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb schoss.


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