Wellenreuther: "Wir können stolz sein auf diesen Verein"
Mit einem Festakt und mehr als 700 geladenen Gästen hat der Karlsruher SC am Samstag sein 120-jähriges Jubiläum offiziell gefeiert. Als Festredner konnte Präsident Ingo Wellenreuther den Präsidenten des Deutschen-Fußball Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, in der Fächerstadt begrüßen.

Der 120. Geburtstag des KSC sei zwar bereits am 6.Juni gewesen, die Terminierung des Festakts sei aber bewusst gewählt worden, weil man Niersbach als Präsidenten der frisch gebackenen Weltmeister-Elf begrüßen wollte, scherzte Wellenreuther zu Beginn seiner Rede im vollbesetzen Konzerthaus.
Unter den Gästen konnte Wellenreuther neben Niersbach auch den Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup begrüßen. Außerdem waren neben dem kompletten Profikader, den Vertretern der Vereinsgremien und Abteilungen auch zahlreiche hochkarätige Gäste aus Politik, Sport, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft zum Festakt gekommen.
Diese sahen mit Hans-Jürgen Boysen, Christian Eichner, Maik Franz, Ralf Friedberger, Heinz Fütterer, Emanuel Günther, Rolf Kahn, Lothar Knörzer, Gunther Metz, Paul Metzger, Roland Schmider, Prof. Gerhard Seiler, Martin Wiesner und Horst Wild auch viele bekannte Gesichter von ehemaligen KSC-Sportlern, Trainern und Funktionären.
Mit dem Motto "120 Jahre KSC - kämpfen, leiden, siegen" habe man für den Festakt eine Überschrift gewählt, die die lange und bewegte Geschichte des Vereins treffend beschreibe, erklärte Wellenreuther.
"Wir blicken zurück auf eine 120-jährige Geschichte, die zahlreiche Höhepunkte, aber auch Rückschläge aufweist und erinnern uns, dass wir gemeinsam gute und schlechte Zeiten des Vereins erlebt haben", so Wellenreuther. "Man kann mit Sicherheit sagen, dass der KSC seit 1952 und mit seinen Vorgängervereinen seit 1894 Spuren in der deutschen Fußballgeschichte hinterlassen hat und einer der großen Traditionsvereine im deutschen Fußball ist. Darauf können wir alle gemeinsam zu Recht sehr stolz sein."
Fan des KSC zu sein, sei aber auch eine "Herausforderung und Lebensaufgabe" und erfordere eine "stabilie Konstitution". "Aber das macht eben den besonderen Reiz und auch die Leidenschaft für unseren KSC aus. Wir sind trotz allem oder gerade deswegen stolz auf unseren Verein, weil diese Erlebnisse uns KSC‘ler in besonderem Maße verbinden", so Wellenreuther. "Dieser Stolz auf unseren Verein, aber auch auf unsere Stadt wird besonders deutlich, wenn wir uns außerhalb von Karlsruhe befinden. Dort wird man eigentlich nur auf zwei Dinge angesprochen. Auf den KSC und das Bundesverfassungsgericht. Mit Karlsruhe verbinden Auswärtige automatisch, ja beinahe reflexartig, den KSC und wir als KSC‘ler nehmen die Rolle des Botschafters unserer Stadt ernst und sehr gerne wahr."
Neben der vielfach anerkannten Nachwuchsarbeit des KSC hob Wellenreuther auch die Bedeutung der sechs weiteren Abteilungen des Vereins vor. "Unser KSC ist mehr als nur Profifußball. In den Abteilungen wird Sport getrieben und im Ehrenamt viel wichtige Arbeit geleistet . Dieser Einsatz tritt in der Öffentlichkeit vielleicht manchmal etwas in den Hintergrund, ist aber aller Ehren wert und für den KSC als Gesamtverein von enormer Bedeutung", so der 54-jährige.
Als existenziell wichtig für die Zukunft des KSC bezeichnete Wellenreuther die Notwendigkeit eines Stadion-Neubaus im Wildpark. "Für eine gute Zukunft unseres KSC braucht es neben dem sportlichen genauso den wirtschaftlichen Erfolg und der ist ohne ein neues Stadion auf Dauer nicht zu erzielen. Wir setzen zwar nach wie vor ganz verstärkt darauf, Talente aus der eigenen Jugend zu fördern und an den Profibereich heranzuführen. Das ist unsere Philosophie. Aber ohne ausreichende Einnahmemöglichkeiten, die ein neues und modernes Stadion ermöglicht, ist der KSC im Profifußball dauerhaft nicht konkurrenzfähig", so Wellenreuther. "Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass wir mit unserem derzeitigen Stadion und den daraus resultierenden, eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten heute noch im Profifußball eine gute Rolle spielen können." Das Projekt Stadion-Neubau habe man bereits weit voranbringen können, so Wellenreuther, der die "konstruktive Gesprächsatmosphäre" mit der Stadt Karlsruhe und Oberbürgermeister Mentrup ausdrücklich lobte.
Mentrup verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung des KSC für die Stadt Karlsruhe, insbesondere als Imagträger der Fächerstadt. "Der KSC ist seit Generationen und generationsübergreifend eine Heimat geworden". Der Karlsruher Oberbürgermeister bekräfigte einen "gemeinsamen Willen" in der Stadionfrage. "Sonst haben wir eine Immobilienleiche im Wald und der KSC keine Grundlage zum Überleben mehr."
Niersbach erinnerte in seiner Festrede an die Bedeutung des Fußballs für die Gesellschaft. "Die Faszination Fußball bringt uns alle immer wieder zusammen Der Fußball vereint und ist damit die perfekte Integration." Als eine "Wertmarke für die Stadt Karlsruhe" bezeichnete Niersbach den KSC. Gleichzeitig ermunterte Niersbach den komplett anwesenden Profikader "den eingeschlagenen Weg weiterzugehen". "Die durch die Weltmeisterschaft ausgelöste Begeisterung sollten wir auf die lokale Ebene herunterbrechen."











