Stadionfrage: KSC ist offen für jeden Standort
Nach der Durchführung einer Bürgerinformation durch die Stadt Karlsruhe zur Frage eines neuen Stadions am 25. Juli verdeutlicht der KSC seine Rolle bei der Suche nach einem Standort und der Umsetzung des Projektes und stellt seinen Standpunkt in der Stadionfrage klar.

Die Stadt unter der Führung von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hat die Initiative übernommen, um als zukünftiger Bauherr eines neuen Stadions die Standortfrage zu klären. Der KSC soll auch zukünftig Pächter des Stadions sein.
„Mit dieser Rollenverteilung können wir gut leben“, verdeutlicht das Präsidium des KSC aus Ingo Wellenreuther, Georg Schattling und Günter Pilarsky und stellt klar, dass der Verein als zukünftiger Nutzer und Pächter auf der einen Seite eine beratende Rolle bei der Stadionfrage einnimmt. Zugleich stellt das Präsidium klar, dass auf der anderen Seite für den Verein bei der Ermittlung von zukünftigen Einnahmen aus dem Stadionbetrieb das auschlaggebend ist, was der Verein selbst ermittelt. „Das ist das Kerngeschäft eines Profifußballvereins. Hier sind wir mit unseren Fachleuten zu anderen Ergebnissen gekommen, als das, was bei der Bürgerinformation am 25. Juli präsentiert wurde“, betont das Präsidium. Eine möglichst treffsichere Prognose der Einnahmen aus Ticketverkäufen, Werbemaßnahmen und Vermarktung des Stadionnamens wird in Abhängigkeit vom Standort von besonderer Bedeutung sein, wenn es um die Frage geht, welche Pachthöhe der Verein sich verantwortlich leisten kann, ohne in Schieflage zu geraten.
In der Rolle des zukünftigen Nutzers sieht sich der KSC auch dafür verantwortlich, die Stadt Karlsruhe bei Fragen zu unterstützen, die die Abläufe für die Nutzung des Stadions und des Trainingsgeländes betreffen. „Grundsätzlich kann der KSC mit einem neuen Stadion an jedem der drei jetzt untersuchten Standorte in die Zukunft gehen, auch im Wildpark“, betont das Präsidium. „Allerdings sehen wir bei einem Neubau am Wildpark große Fragen weiterhin ungeklärt.“ Als Beispiele werden insbesondere folgende Sachverhalte genannt:
- Bei einem Neubau im Wildpark sind mit ca. 3 Mio. EUR weniger Einnahmen pro Jahr im Vergleich zu einem Neubau an der Autobahn zu rechnen. Diese Einnahmeverluste ergeben sich zum einen aus erheblichen Mindereinnahmen bei der Vermarktung des Stadionnamens. Zum anderen sind die so genannten Hospitality-Einnahmen im Business-Bereich wesentlich niedriger als bei einem Stadion an der Autobahn.
- Bei einem Umbau des Wildparkstadions muss mit Einnahmeverlusten des Vereins von ca. 3 Mio. EUR jährlich während der Bauzeit gerechnet werden. „Es stellt sich die Frage, wer hier dem Verein einen Ausgleich leistet“, so das Präsidium.
- Ein Neubau im Wildpark führt aufgrund der für Bus- oder VIP-Parkplätze benötigten Flächen zum Verlust von 2 der 5 vorhandenen Trainingsplätze, wodurch das Liga- und das Jugendtraining sowie der Spielbetrieb der Amateur- und Jugendmannschaften unmöglich würden und das 3-Sterne-Nachwuchsleistungszentrum gefährdet wäre. „Ungeklärt ist daher, wo dem Verein ein neues Trainingsgelände zur Verfügung gestellt werden könnte“, erklärt das Präsidium.
- Bei den vorgestellten Planungen für einen Neubau im Wildpark fehlen ca. 2.000 von insgesamt 5.000 benötigten PKW-Stellplätzen. “Wenn das bisherige, nicht mehr gewünschte und ökologisch unverträgliche ‚wilde Parken‘ im Wald nach einem Neubau nicht fortgesetzt werden soll, müsste auch hierfür eine Lösung gefunden werden“, so das Präsidium weiter.
- Für den Standort Wildpark hat die Polizei Ende Juli 2013 schriftlich umfangreiche und gravierende Sicherheitsbedenken auch im Falle eines Stadionneubaus dargestellt, da dort unter anderem eine konsequente Fantrennung nicht möglich sein würde. „Gerade bei den wichtigen Sicherheitsfragen dürfen zum Schutz unserer Fans und Gäste keine Abstriche gemacht werden“, betont das Präsidium.
Nachdem in den bisherigen öffentlichen Foren bislang nur die Fragen der Sicherheit und der Verkehrserschließung vertieft erörtert wurden, regt der KSC an, dass bei den weiteren relevanten Fragestellungen, der öffentlich-rechtlichen Umsetzung, der Vermarktung und der Investitionskosten, eine öffentliche Anhörung mit Fachleuten von beiden Seiten durchgeführt wird.
„Der KSC würde lieber heute als morgen in einem neuen Stadion spielen. Das wäre für den Verein ein elementarer Schritt nach vorne. Es muss auf jeden Fall etwas passieren“, stellt das Präsidium klar. „Aber wir stehen für den Verein in der Verantwortung und dürfen nicht die Augen vor ungelösten Problemen verschließen, die anschließend allein auf den Verein zukämen.“











