Siegmund-Schultze bleibt Präsident, Schmider wird Ehrenpräsident
Am Mittwochabend fand in der Schwarzwaldhalle die ordentliche Mitgliederversammlung des KSC e.V. statt. Rund 2.000 stimmberechtigte Mitglieder verfolgten die hybride Versammlung, die mit 22 Tagesordnungspunkten gefüllt war und im Livestream übertragen wurde.

Kurz nach 18 Uhr eröffnete Präsident Holger Siegmund-Schultze die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des KSC. Nach einem Gedenken an die 48 im zurückliegenden Jahr verstorbenen Mitgliederinnen und Mitglieder und einer klaren Mehrheit in der ersten Abstimmung über die Zulassung der Presse, wurde in Tagesordnungspunkt (TOP) zwei die ordnungsgemäße Einladung festgestellt. Im Anschluss wurden zunächst die Beschlussfähigkeit und die Anwesenheit festgestellt, und in TOP fünf schließlich die Tagesordnungspunkte genehmigt. Auch die Geschäftsordnung wurde kommentarlos genehmigt.
Nach der Bekanntgabe der Niederschrift der letzten Mitgliederversammlung ging es in TOP acht um drei Anträge. Im ersten Antrag, der von der Geschäftsführung kam, wurde eine Änderung der Satzung der KSC Management GmbH vorgeschlagen, in der es um Aufwandsentschädigungen für Beiratsmitglieder geht. Begründet wurde dies mit dem enormen Arbeitsaufwand für die entsprechenden Mitglieder. Der Antrag wurde angenommen.
Im zweiten Antrag wurde eine Änderung der Reihenfolge der Satzung des KSC e.V: § 14 Ziff. 1 vorgeschlagen, welcher ebenfalls angenommen wurde. Der dritte Antrag war mit Spannung im Saal erwartet worden: Roland Schmider sollte laut Antrag zum ersten Ehrenpräsidenten des KSC ernannt werden. „Es ist unstrittig, dass Roland Schmider die Kriterien für einen Ehrenpräsidenten erfüllt“, sagte Siegmund-Schultze, der sich anschließend bei Schmider für dessen Ratschläge bedankte. Für Schmiders Leistungen gab es Applaus im Saal. Das Ergebnis fiel klar aus: 97,31 Prozent stimmten für den Antrag. Schmider erhielt Standing Ovations in der Schwarzwaldhalle. „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen“, sagte Schmider, der sich ausdrücklich für die Unterstützung seiner Frau bedankte. Auch seinen Vizepräsidenten dankte Schmider. Dazu vermachte er dem KSC einen Ring der Meisterschaft von 1909.
Im Anschluss ging es zum allgemeinen Jahresbericht des Präsidiums – zunächst zum e.V., danach zur Profifußballgesellschaft und der Tochtergesellschaften über.
Siegmund-Schultze hob dabei die Bedeutung von Transfererlösen durch junge Spieler und den Abgang von Max Weiß in die Premier League hervor. Auch die Bedeutung von Investitionen in die Infrastruktur betonte Siegmund-Schultze. „Nicht jede Investition in den Sport ist eine direkte Investition in den Kader“, erklärte er. Auch arbeite er und der KSC „daran, dass die erste Frauenmannschaft ihre Spiele wieder in Karlsruhe austragen kann“, sagte Siegmund-Schultze. Spontan brandete Applaus im Saal auf.
Im Anschluss präsentierte Michael Becker den Jahresbericht für die Profifußballgesellschaft. „Finanziell steht der KSC so gut da, wie noch nie“, sagte Becker und erntete Applaus. „Wirtschaftliche Stärke und sportliche Ambition gehören für uns zusammen.“ Dabei präsentierte er bei einem Umsatz von 56,37 Millionen Euro einen Gewinn von 2,1 Millionen Euro und einen Abbau der Altlasten um 1,2 Millionen Euro im letzten Jahr.
Becker formulierte das Ziel, sich unter den Top 20 in Deutschland zu positionieren und verkündete den Start eines großen Projekts: „Wir bauen auf dem ehemaligen Germania-Gelände einen neuen Profitrainingsplatz.“ Erste Vorbereitungs- und Abrissmaßnahmen finden bereits statt, „Baustart des neuen Projekts ist im Februar“, sagte Becker. Mehr Informationen zu diesem Projekt werden am Donnerstagmorgen veröffentlicht.
Anschließend betrat Mario Eggimann, Geschäftsführer Sport, das Rednerpult. Nach einer Bilanz der vergangenen Spielzeit und der aktuellen sportlichen Situation wandte sich Eggimann der strategischen Entwicklung zu. „Ohne den Verkauf von Budu Zivzivadze hätten wir keinen Louey Ben Farhat gehabt, der so durchgestartet ist.“ Und weiter: „Wir sind immer wieder in der Lage, wichtige Abgänge zu kompensieren und das macht mich sehr stolz.“ Auch die grenke aKAdemie, welche die „erfolgreichste Saison der Geschichte gespielt hat“, bekam einen großen Applaus. „Wir werden weiter den Übergang von der grenke aKAdemie zu den Profis stärken“, kündigte Eggimann an.
Im Anschluss gab Michael Becker erneut einen Überblick über die Finanzen und einen Ausblick auf die strategischen Ziele für die KSC-Frauen, insbesondere die Ausgliederung der 1. Frauen-Mannschaft in die KGaA, einen kurzfristigen Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga und das Umsiedeln in eine geeignete Spielstätte in Karlsruhe.
Um 20 Uhr präsentierte der Mitgliederrat in Person von Dieter Gläser seinen Jahresbericht. In TOP elf folgte der Bericht der Revisoren, danach die Aussprache über die Berichte. Die Jahresberichte sind hier zu finden.
Danach wurde zunächst das Präsidium mit 98,06 Prozent Zustimmung entlastet, direkt darauf der Mitgliederrat mit 97,03 Prozent.
Anschließend kam Siegmund-Schultze auf Günter Pilarsky zu sprechen. Pilarsky, der das Amt des Vize-Präsidenten seit 2010 innehatte, trat nicht erneut zur Wahl an. In die Amtszeit des erfolgreichen Unternehmers fiel unter anderem der Stadionbau des BBBank Wildparks und die finanzielle Sanierung des Clubs. „Du warst immer Demokrat, du warst immer fair“, sagte Siegmund-Schultze. „Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar, was du für diesen Club geleistet hast und kann mich nicht tief genug vor dir verbeugen.“ Pilarsky erhielt neben Präsenten vor allem auch einen mehrminütigen Applaus, der sich nach Dankesreden von Marvin Wanitzek und Christian Eichner wiederholte. „Der KSC ist meine Heimat und wird meine Heimat bleiben“, sagte der sichtlich gerührte Pilarsky.
Anschließend wurden die KSC-Profis unter großem Applaus verabschiedet. Danach stand die Wahl des Präsidenten an. Holger Siegmund-Schultze, seit Sommer 2020 KSC-Präsident, war der einzige Bewerber auf den Posten und wurde mit 96,7 Prozent Zustimmung erneut ins Amt gewählt. „Ich nehme die Wahl an und danke von Herzen für ihr Vertrauen“, sagte der alte und neue Präsident des KSC.
Danach wurde es Zeit für die Wahl der zwei Vizepräsidenten. Hierfür standen drei Kandidaten bereit: Uwe Maisch, seit dem 7.7.2025 Vizepräsident, sowie die beiden Bewerber Dr.-Ing. Christian Fischer, seit Oktober 2022 im Beirat tätig, und Abraham Taherivand. Dr.-Ing Christian Fischer wurde dabei mit 70,19 Prozent, Uwe Maisch mit 64,22 Prozent im ersten Wahldurchgang ins Amt gewählt.
In TOP17 folgte die Wahl der zwei Mitglieder des Beirats der KSC Management GmbH, die nach deren Satzung zusätzlich zu den Präsidiumsmitgliedern vom Verein zu entsenden sind. Als Kandidaten standen Thomas H. Hock, Dr. Alexander Schork und Abraham Taherivand zur Wahl. Thomas H. Hock setzte sich mit 78,56 Prozent im ersten Wahlgang durch, Abraham Taherivand folgte mit 55,7 Prozent.
Anschließend wurde der Mitgliederrat gewählt. Hier hatten sich 14 Kandidaten beworben, Marco Fuchs, Petra Schalm, Tom Beck, Dieter Gläser, Marcus Wittner, Martin Fix, Michael Kunz, Holger Glutsch, Heiko Räther und Arnd Schillinger wurden im ersten Wahlgang im ersten gewählt, Stefan Stoll schaffte es im zweiten Durchgang ins Amt.
Danach stand die Benennung der Kandidaten für den Aufsichtsrat der Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix GmbH & Co. KGaA an, hier wurden Rolf Bohrer, Prof. Edgar Bohn, Dr. Wolfgang Foldenauer, Michael Obert, Alexander Lücke, Michael Großmann ausgewählt. Auf die sechs Positionen hatten sich 15 Kandidaten beworben.
In Top20 folgte die Wahl der ordentlichen Mitglieder der Schlichtungskommission, die mit 96,6 Prozent gewählt wurde. Gewählt sind die Kandidaten Bernd Matz, Peter Mayer und Claus Schilli.
Um 23:52 Uhr Uhr folgte die Wahl der Revisoren. Hier wurden Kristina Fetzner und Dietmar Galetzka gewählt.
Mit TOP 22 stand schließlich mit „Verschiedenes“ der letzte Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung 2025 an. Hier nutzen mehrere Mitglieder die Möglichkeit zu Wortmeldungen. Themen waren unter anderem die Finanzlage kleiner Vereine in Karlsruhe und Aktien des KSC.
Um 0:05 Uhr erklärte KSC-Präsident Siegmund-Schultze die Mitgliederversammlung für geschlossen.












