Wildpark Umbau rückt näher
Der KSC ist seinem neuen Stadion ein Stück näher gekommen. Die Stadionkommission der Stadt hat die Standortfrage endgültig beantwortet, der KSC kann jetzt detailliert planen. Präsident Raase hat bereits genaue Vorstellungen über die Finanzierung
Von Andreas Eisinger
Der KSC ist seinem neuen Stadion ein Stück näher gekommen: Möglicherweise können die Karlsruher deutlich früher als erwartet in einem reinen Fußballstadion auflaufen. Am Montag hat der Stadionausschuss der Stadt die Standortfrage einstimmig beantwortet und den Weg für detaillierte Umbauplanungen frei gemacht. Der Karlsruher SC will den Wildpark innerhalb von zwei Jahren ab Baubeginn für rund 60 Millionen Euro zu einem reinen Fußballstadion umbauen. Die Tendenz zu einem Verbleib im Hardtwald hatten Stadt und Verein schon im November verkündet, zur endgültigen Klärung dann aber eine Kommission eingesetzt. Unter der Leitung von Sportbürgermeister Harald Denecken hat sich die Gruppe unter anderem die modernen Stadien in Duisburg und Köln angeschaut und sich schließlich für einen Umbau am bestehenden Stadion und gegen einen Neubau entschieden.
Insgesamt sieben Standorte haben Denecken und seine Mitstreiter unter die Lupe genommen, unter ihnen der Gleisbauhof an der Durlacher Allee. "Das wäre ein optimaler Standort", erklärte Denecken. "Außerdem wäre die Werbewirkung an einem anderen Standort besser als im Wildpark", ergänzte KSC Präsident Hubert H. Raase. Die emotionale Bindung von Verein und Anhängern habe aber den Ausschlag für einen Umbau gegeben. Raase: "Wir sind hier zu Hause und wollen das auch bleiben!"
Nach der Standortentscheidung durch die Stadionkommission kann der KSC nun Details und Finanzierung des Großprojekts klären. Verein und Stadt drängen auf einen schnellen Fortschritt vor allem, um Kosten zu sparen. 3,6 Millionen Euro müsste die Stadt in diesem Sommer in notwenige Umbaumaßnahmen investieren, damit im Wildpark auch in der kommenden Saison Profifußball gespielt werden kann. "Das wäre aber verschwendetes Geld, weil wir die Gegentribüne erneuern und sie später abreißen würden", erklärte Raase. "Wenn wir einen soliden Umbauplan vorlegen, bekommen wir vielleicht Aufschub." Das damit eingesparte Geld aus dem städtischen Nachtragshaushalt könnte bei einer Überlassung des Stadions an den KSC berücksichtigt werden.
"Wir können den KSC nämlich nur begleiten, die wirtschaftliche Verantwortung für den Umbau trägt der Verein", stellte Bürgermeister Denecken klar. Dazu müsse der Wildpark den Blau Weißen gehören und nicht mehr der Stadt. Schon in 14 Tagen will Denecken einen Rahmen für die Überlassung ausgearbeitet haben und sich schnellstmöglich mit dem KSC einigen. Für eine Überraschung sorgte Präsident Hubert H. Raase, der für den Umbau eine konventionelle Finanzierung durch einen Kredit bevorzugt. Zwar gebe es mögliche Investoren "die wollen aber nichts anderes als Geld verdienen und geben sich nicht mit banküblichen Zinsen zufrieden."
Innerhalb von zwei Jahren nach Baubeginn will Raase die Umbaumaßnahmen abgeschlossen haben und in der Zwischenzeit mindestens 25.000 Zuschauer unterbringen können. Seit Jahren bestehende Entwürfe, die immer wieder auftauchen, würden aber nicht berücksichtigt. Möglicherweise wird das Stadion des MSV Duisburg als Vorbild für die neue Spielstätte herhalten. Von ihm waren die Mitglieder der Stadionkommission angetan. "Das hätte ich am liebsten sofort mitgenommen", sagte Harald Denecken. Dann hätte er gehabt, was er möchte: "Sehr schnell ein neues Stadion für den KSC!" In seinen Augen sitzt Dietmar Hopp der Region im Nacken, der für seine TSG Hoffenheim in Heidelberg in kürzester Zeit eine Fußballarena bauen möchte und für den Profifußball plant: "Der KSC hat eine hervorragende Jugendarbeit. Ein neues Stadion in Heidelberg kann eine Sogwirkung haben und uns die Leute wegziehen." Oberbürgermeister Heinz Fenrich sieht das anders: "Karlsruhe hat Bundesligafußball, die noch nicht!"









