Vor dem Auswärtsspiel in Aue: Verletzung von Engelhardt bereitet Köstner Magenschmerzen / Saenko unterschreibt Profivertrag

(eis) Nach zuletzt drei Punktspielen ohne Niederlage möchte Lorenz Günther Köstner am kommenden Sonntag die Fortsetzung der "Mini" Serie seiner Elf. Beim Kräftemessen mit dem FC Erzgebirge Aue (Anstoß 15 Uhr) steht der KSC nach zwei Partien gegen die heißesten Aufstiegsanwärter der Liga nun einem Team aus der Abstiegsregion gegenüber. Von der Tabellenkonstellation will sich der Cheftrainer der Karlsruher vor der Abreise jedoch nicht blenden lassen. Gerade einmal zwei Zähler beträgt die Punktdifferenz zwischen den beiden Kontrahenten und bei einer Niederlage mit mehr als zwei Toren Unterschied könnten die Sachsen gar an Köstners Kickern vorbeiziehen.

In den zurückliegenden zwei Wochen musste sich die Wildparkelf mit "Trockenübungen" und einem Testspiel im Schwäbischen begnügen, die Länderspielpause setzte dem Lauf der Blauweißen ein hoffentlich nur vorübergehendes Ende. Die Unterbrechung der Liga kam auch für Trainer Köstner zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Im Training hatte der Franke unter der Woche alle Hände voll zu tun, um seinen jungen Kader auf dem Boden der Tatsachen zu halten. "Gerade die jungen Spieler hätten sich gerne auf ihren Lorbeeren ausgeruht", schilderte der Fußballlehrer seine Eindrücke. Gerade das sei gegen die kompakte Elf von Gerd Schädlich jedoch tödlich, warnt Köstner. "Die Euphorie in Aue ist groß und sie haben ihr Publikum im Rücken. Wir müssen den Kampf annehmen, sonst werden wir den Kürzeren ziehen." Von einer Niederlage oder einer Punkteteilung am Sonntag möchte der sportliche Leiter dennoch nichts wissen: "Unser Ziel kann nur ein Sieg sein wenn auch mit dem nötigen Respekt."

Szenenwechsel: Im Erzgebirgstadion erwartet man den blauweißen Tross mit geschwellter Brust. Zwar unterlag der FC am vergangenen Spieltag LR Ahlen in der Schlussminute, von Tristesse ist im Umfeld des Zweitligaaufsteigers jedoch noch nichts zu spüren. "Das einzige, was wir wieder gut zu machen haben, sind die drei Punkte", verkündete Angreifer Dino Toppmöller im Vorfeld der Partie selbstbewusst. Mit der Leistung seiner Elf in Ahlen war auch Aue Trainer Gerd Schädlich zufrieden wie Köstner haderte aber auch er wegen der länderspielbedingten Auszeit: "Nach so einer Leistung geht man nicht gerne auf einem Abstiegsplatz in eine Spielpause." Vor dem Auftritt gegen die Badener ist aber auch ihm nicht bange. "Nach dem Spiel wollen und werden wir punktgleich mit dem KSC stehen."

Zurück in den Wildpark: Dort bereiten Lorenz Günther Köstner wieder einmal Verletzungssorgen Kopfzerbrechen. Mit Mannschaftskapitän Marco Engelhardt fällt in Aue einer der Leistungsträger der Mannschaft aus, für Köstner eine Hiobsbotschaft: "Ich habe noch keine Ahnung, wie ich ihn ersetzen soll". Engelhardt musste am Donnerstag das Training mit einem Muskelfaserriss zwischen den Zehen abbrechen und konnte anschließend keinen Schritt mehr gehen. Die medizinische Abteilung hofft nun, dass wenigstens der Knochen verschont blieb. Ein Mittelfußbruch würde eine lange Zwangspause nach sich ziehen, Mannschaftsarzt Marcus Schweitzer kann das aber mit größter Wahrscheinlichkeit ausschließen. Als Ersatz für den 22 Jährigen kommen für den Trainer Bashiru Gambo oder der Franzose Charles Haffner in Betracht.

Auch im Angriff stehen Köstner und sein Assistent Becker vor der Qual der Wahl. "Cetin hat mir in Mainz sehr gut gefallen, Casey hingegen zeigt seit einigen Tagen eine starke Trainingsleistung", ringt Trainer um eine Entscheidung. US Boy Casey gehörte zu den Spielern, die die Woche mit einer gemächlichen Trainingsleistung angingen die folgende Standpauke des sportlichen Vorgesetzten hat ihre Wirkung aber augenscheinlich erfüllt. Bis zur endgültigen Entscheidung können Casey und Cetin nun noch einen Tag um den Platz neben dem gesetzten Ivan Saenko konkurrieren.

Der junge Russe unterzeichnete heute Morgen beim KSC einen Profivertrag bis zum 30. Juni 2005 für Sportmanager Rolf Dohmen ein doppelter Grund zur Freude: Zum einen eröffnet die Vertragsunterzeichnung Trainer Köstner weitere taktische Spielräume und soll Wechselfehler (gegen Cottbus standen sechs Vertragsamateure im Kader) verhindern. Zum anderen ist das Hickhack mit dem FSV Mainz 05, die den Russen vor der Spielzeit verpflichten und die Gültigkeit des KSC Vertrages anfechten wollten, damit vom Tisch. Doch auch Saenko selbst kommt dabei nicht zu kurz: Zu seinem heutigen 20. Geburtstag darf er sich nicht nur endlich "Fußballprofi" nennen, sondern darf sich gleichzeitig um eine Aufbesserung der Bezüge freuen. "Das wollten wir aber schon im April machen", stellt Dohmen klar. "Wir haben das damals nur auf Eis gelegt und haben gewartet, bis sich der Spieler mental wieder gefangen hat..."


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