Über 2.000 KSC Fans in Reutlingen erwartet Restkarten sind auch morgen noch erhältlich
(eis) Nach zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage und nur einem Gegentreffer hat Lorenz Günther Köstner alle Hände voll zu tun, kräftig auf die Euphoriebremse zu treten. "Viele Spieler hätten nach dem Erfolg am Sonntag gerne zwei Tage Pause gehabt, wollten im Training nur noch tricksen. Am Mittwoch morgen musste ich sogar eine Einheit abbrechen, weil jeder nur noch Schwätzchen gehalten hat." Mit einem Sieg im morgigen Auswärtsspiel beim direkten Mitabstiegskonkurrenten Reutlingen könnte der KSC einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenverbleib gehen. Der Cheftrainer der Blauweißen warnt aber davor, den Auftritt an der Kreuzeiche als "Selbstläufer" anzusehen. Der 51 Jährige sieht in den Schwaben, die sich nur wegen des Abzugs von sechs Punkten vor Rundenbeginn in den Niederungen der Liga tummeln, eine der konterstärksten Teams der Klasse. Besonders legte er seinen Schützlingen ans Herz sich vor den Offensivkräften Nico Frommer und Ralf Becker in Acht zu nehmen. Gerade deshalb sei es wichtig auch nach den jüngsten Erfolgserlebnissen die Bodenhaftung nicht zu verlieren: "Aber es ist normal, dass die Spieler sich darüber freuen jetzt bin ich dafür da mich auch mal unbeliebt zu machen", rechtfertigt Köstner das Verhalten seiner Spieler.
Beim Auftritt an der Kreuzeiche fehlen aber ausgerechnet zwei der Garanten für den "Last Minute" Sieg im Heimspiel gegen Oberhausen am vergangenen Sonntag. Abderrahim Ouakili ist nach seiner gelb roten Karte gesperrt, Bernhard Trares, der zum Ausgleichstreffer vorlegte und den Elfmeter in der Nachspielzeit herausholte, sah zum zehnten Mal gelb. Beide sollen am heutigen Nachmittag die Amateure beim Auswärtsspiel in Freiburg unterstützen. Den Nachwuchs verstärkte am zurückliegenden Mittwoch nach seiner Verletzungspause auch Aydin Cetin und hielt über die volle Distanz durch. Ob der Türke in Reutlingen allerdings schon wieder im Kader stehen lässt, behält sich Lorenz Günther Köstner noch vor. Der Ausfall von "Abdul" Ouakili zwingt den Übungsleiter in jedem Fall zu einer Umstellung der Anfangsformation. Der Unterfranke zieht deshalb in Erwägung Clemens Fritz eine zentralere Rolle aufzuerlegen und auf der rechten Bahn nach einer Alternative zu suchen. Christian Hassa könnte so in die Startelf zurückkehren, ebenso wahrscheinlich ist aber eine defensivere Grundausrichtung mit Carsten Rothenbach als weiteren Defensivmann. "Mauern" möchte Trainer Köstner in Reutlingen auf keinen Fall und erklärt: "Gegen Oberhausen haben sich auch viele aufgeregt, dass ich in der Halbzeit Trares für Fuchs gebracht habe. Erst fünf Minuten vor Schluss hat es sich dann als richtig herausgestellt." In Personalnot könnten die vom Verletzungspech ohnehin gebeutelten Badener im Schlussspurt der Saison auch wegen drohender Gelbsperren gelangen. Thijs Waterink, Gabriel Melkam und Marco Engelhardt müssten bei einer weiteren Verwarnung ein Spiel aussetzen, bei zwei weiteren gelben Karten wäre als weiterer Leistungsträger Clemens Fritz zum Zuschauen gezwungen. Einfluss nehmen möchte der Übungsleiter darauf aber nicht, auch wenn ihm die Vorstellung, möglicherweise gleich auf drei Spieler der Startformation verzichten zu müssen, Bauchschmerzen bereitet: "Das kann man nicht planen, gerade am Sonntag hat man gesehen, wie wenig Einfluss man darauf hat. Und im Zweifelsfall ist es wichtiger einen Sieg im laufenden Spiel einzufahren, als schon ans nächste zu denken."
Wie in Mannheim werden auch im Schwäbischen über 2.000 Anhänger der Blauweißen erwartet. Die Deutsche Bahn AG, die Supporters und der KSC bieten wie zuletzt einen Sonderzug an, wenige Fahr und Eintrittskarten sind noch morgen, ab 10.30 Uhr, unter der Anzeigetafel im Karlsruher Hauptbahnhof erhältlich. "Viele verwechseln das Spiel am Sonntag mit der Freiburg Partie, für die der Gästeblock bereits restlos ausverkauft ist", erklärt Supporters Vorstand Martin Löffler. "Wer nach Reutlingen möchte und noch keine Tickets für Zug oder Stadion hat, muss nicht resignieren. Es besteht morgen noch die Möglichkeit Karten zu bekommen, deshalb soll nur niemand zu Hause bleiben." Nach der Heimspielatmosphäre im Mannheimer Carl Benz Stadion ist also auch morgen damit zu rechnen, dass die KSC Fans das Stadion an der Kreuzeiche in ein Tollhaus verwandeln und ihre Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg stimmgewaltig unterstützen werden.









