SV Waldhof Mannheim Karlsruher SC 0:2

(eis) Mit einem 2:0 (0:0) Erfolg beim SV Waldhof Mannheim wahrte sich der Karlsruher SC am Donnerstag Abend die Chance auf den Klassenerhalt. Durch die 1:4 Niederlage von Mitkonkurrent Ahlen in Lübeck und einem Rückstand von nur noch einem Zähler auf Platz 14 ist im Abstiegskampf nun wieder alles offen. Über eine Stunde ließen die Blauweißen ihre zahlreich mitgereisten Anhänger in der Quadratestadt zittern, ehe Bruno Labbadia den erlösenden Führungstreffer erzielte und den Weg zum dritten Auswärtserfolg der Saison ebnete.

"Den Anschluss haben wir wieder gefunden, der eigentliche Abstiegskampf beginnt aber erst jetzt." Bereits wenige Minuten nach dem Schlusspfiff blickte Routinier Bernhard Trares auf die restlichen Aufgaben der laufenden Spielzeit. Zum kommenden Heimspiel hofft Trares, für den es am Abend nur zu einem Kurzeinsatz reichte, wieder vollständig fit zu sein und die Anfangsformation verstärken zu können. In Mannheim ersetzte Carsten Rothenbach den gesperrten Torsten Kracht, Christian Adam hütete für den verletzten Martin Fischer das Gehäuse.

Direkt nach dem Anpfiff ergriffen die Gastgeber die Initiative, zahlreiche Angriffe brachten die unsichere Karlsruher Hintermannschaft um Thijs Waterink kräftig ins wanken. Diese Nervosität schien sich auch auf Schlussmann Adam zu übertragen, der mit einer durchwachsenen Strafraumbeherrschung für die ein oder andere Schrecksekunde sorgte. Nach sechs gespielten Minuten brachte Verteidiger Emeka Ifejiagwa den Ball auf Vorlage von Thomas Hoersen mit der Hand im Karlsruher Tor unter, Schiedsrichter Detlef Scheppe hatte aber aufgepasst und gab den Treffer nicht. Als die KSC Abwehr auf Abseits spekulierte und Kenan Kocak vor 7.400 Zuschauern mutterseelenalleine vor Christian Adam auftauchte (23.), überwand der 20 Jährige mit einer Glanzparade seine anfängliche Schwächephase und stellte von nun an einen sicheren Rückhalt dar. Die Gäste sorgten erst wenige Minuten vor dem Seitenwechsel erstmals für Gefahr, Ivan Saenko verfehlte mit einem Freistoß das Mannheimer Lattenkreuz nur knapp (39.). "Für beide Mannschaften ging es heute um alles, klar ist man da unheimlich angespannt und aufgeregt", begründete Torschütze Bruno Labbadia die nervöse Anfangsphase der Zweitligapartie. Dem stimmte auch der Mannheimer Übungsleiter und ex KSC Coach Stefan Kuntz zu, sah in seiner Mannschaft aber die dominierende des ersten Durchgangs: "Hätten wir da eine der Karlsruher Abwehrfehler ausgenutzt, wäre vielleicht etwas für uns dringewesen." So blieb dem Trainer der ersatzgeschwächten Mannheimer nur die Leistung der Wildparkelf anzuerkennen und den Sieg als verdient zu bezeichnen.

Nach dem Wiederanpfiff nahmen die Gäste aus der Fächerstadt zusehends das Heft in die Hand, dennoch schien die Begegnung lange Zeit auf ein torloses Unentschieden hinauszulaufen. Nach 69 Minuten belohnte Labbadia die weit über 2.000 KSC Anhänger für ihre Geduld, als er die Kugel nach einem Pfostenschuss von Ivan Saenko per Flugkopfball über die Torlinie drückte. Die Lage im Fanblock der Gastgeber schien daraufhin zu eskalieren, verärgerte Waldhof Fans zündeten zahlreiche Feuerwerkskörper und hüllten das Carl Benz Stadion in dichten Rauch. Den Schlusspunkt der Begegnung setzte Gabriel Melkam nach glänzender Einzelleistung Sekunden vor dem Abpfiff, der Nigerianer ließ Waldhof Keeper Nulle nicht den Hauch einer Chance. Während die Freude über den eigenen Sieg und das Straucheln des LR Ahlen im Karlsruher Lager keine Grenzen kannte, machte sich auf Seiten der Kurpfälzer nach dem Schlusspfiff Niedergeschlagenheit breit. Mit neun Zählern Rückstand dürfte der Klassenerhalt für Waldhof Mannheim bereits fünf Spieltage vor Saisonende kein Thema mehr sein.

Bilder, Stimmen und weitere Informationen zum Spiel gibt es im "Saison" Bereich.

SV Waldhof Mannheim:
Nulle Kowalik Ifejiagwa, Beisel Otto (60. Ivanov) Hoersen, Fall, Kocak (80. Asaeda), Kaul (75. Everaldo) Kern, Plassnegger

Karlsruher SC:
Adam Rothenbach, Waterink, Eggimann Engelhardt Hassa, Melkam Ouakili, Fuchs Labbadia (82. Trares), Saenko (88. Graf)

Tore:
0:1 Labbadia (69.)
0:2 Melkam (90.)

Gelbe Karten: Plassnegger (56.) Rothenbach (23.), Ouakili (68.), Engelhardt (83.), Trares (90.)

Zuschauer: 7.400

Schiedsrichter: Detlef Scheppe (Wenden)
Assistenten: Ronald Czech, Volker Jung


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