Sportgericht vertagt Entscheidung

Die Sportgerichts Verhandlung über den Einspruch des KSC ist auf kommenden Dienstag vertagt worden. Dann will sich das Sportgericht die Video Aufzeichnung des Spiels anschauen. Am Nachmittag ist unter anderem Felix Zwayer vernommen worden.

Von Andreas Eisinger und David Ruf
Das Sportgericht des Deutschen Fußball Bundes (DFB) hat die Entscheidung über den Einspruch des KSC auf kommenden Dienstag vertagt. Die Karlsruher hatten am 4. Februar gegen die Spielwertung des Heimspiels gegen Duisburg protestiert. Schiedsrichter Dominik Marks steht im Verdacht, die Partie gegen Geld verschoben zu haben. "Nicht umsonst verhandeln wir diesen Fall zuletzt, es ist der problematischste", sagte der Sportgerichts Vorsitzende Rainer Koch zu Beginn des dreieinhalbstündigen Verhandlungs Tages.

Im so genannten Manipulations Skandal sollen die Schiedsrichter Robert Hoyzer und Dominik Marks Fußball Spiele verschoben haben, um Hintermännern Wett Gewinne zu verschaffen. In seinem Geständnis hat der Hauptverdächtige Hoyzer bereits vor Wochen seinen Kollegen Marks schwer beschuldigt: Der Berliner Referee soll unter anderem das Zweitligaspiel des KSC gegen MSV Duisburg beeinflusst und 30.000 Euro für einen Sieg der Gäste erhalten haben. Marks sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, bestreitet aber weiterhin alle Vorwürfe.

Dabei ist die Beweislage nahezu erdrückend: Zunächst ist aus der Nacht vor dem Spiel ein Telefonat zwischen Marks und Hoyzer dokumentiert. Hoyzer sagte aus, Marks habe seiner Frau vom Geld ein neues Auto gekauft ein kurz nach dem Spiel zugelassener VW steht tatsächlich vor der Wohnung des Verdächtigen. Interessant ist weiter eine Aufstellung des Wett Anbieters ODDSET: Demnach hat einer der Hintermänner (Ante S.) über 250 Wetten für fast 300.000 Euro auf die Partie der Karlsruher gegen Duisburg abgeschlossen; alle auf einen Sieg des MSV. Bei einem gemeinsamen Mittagessen am Spieltag habe Marks seinen Assistenten Felix Zwayer gefragt, ob dieser sich einen Zusatz Verdienst vorstellen könnte. Das sagte Zwayer bei seiner Vernehmung am Mittwoch Nachmittag. Nach der Partie habe Marks seine Schiedsrichter Assistenten Felix Zwayer und Markus Häcker zum Nobel Italiener eingeladen. Ein gemeinsames und vom Schiedsrichter bezahltes Essen sei zwar üblich auffallend sei aber, dass sich Marks bereits eine Woche vor dem Spiel bei den Blau Weißen nach Gourmet Restaurants in Karlsruhe erkundigt habe, führte KSC Anwalt Christoph Schickhardt aus.

Aus Sicht des MSV Duisburg beweisen diese Fakten aber längst keine Manipulation der Begegnung in den 90 Minuten ist den Zebras nichts Außergewöhnliches aufgefallen. Die Meidericher weisen zudem darauf hin, dass der anwesende Schiedsrichter Lehrwart Eugen Striegel dem Unparteiischen ein gutes Zeugnis ausgestellt habe. Tatsächlich lobte Striegel Marks sogar ausdrücklich für seine Konsequenz und Genauigkeit beim Mauer Abstand vor Freistößen. "Die Aussage Striegels ist uninteressant", konterte Schickhardt. Auch beim mittlerweile annullierten Spiel des LR Ahlen gegen Wacker Burghausen sei Robert Hoyzer nach der Begegnung vom DFB eine gute Leistung bescheinigt worden.

Entscheidend für das Sportgericht ist, ob Marks in betrügerischer Absicht in die Partie eingegriffen hat. Um das zu klären, sagte Rainer Koch, bliebe nur eine genaue Fernseh Studie des Spiels. Zwar sind Fernsehbilder auch vor dem Sportgericht für gewöhnlich keine zulässigen Beweismittel. Die FIFA will in diesem Fall aber keine Einwände erheben. Am kommenden Dienstag um 16.15 Uhr tritt das Gremium erneut zusammen und wird sich die Video Aufzeichnung der Begegnung anschauen. Von besonderem Interesse dürfte dabei das Foulspiel an KSC Mittelfeldspieler Ioannis Masmanidis vor dem Gegenzug zum 0:2 sein. Auf Antrag des MSV Duisburg soll am Dienstag zudem Eugen Strigel vernommen werden.


Match
Center