Nachwuchskicker bei Linkenheimer "Indoor Cup" auf Dicks, Saenkos und Zepeks Spuren

(eis) Im vergangenen Jahr verpasste die A Jugend des KSC die Qualifikation für die neu geschaffene Junioren Bundesliga. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten der Oberliga ist der Nachwuchs aber auf einem guten Weg, den Aufstieg in der laufenden Spielzeit nachzuholen. Am kommenden Sonntag will das Team von Markus Kaucuzinski ab 10.30 Uhr seine Erstligatauglichkeit unter Beweis stellen: Beim "Linkenheimer Indoor Cup 2004" messen sich die Karlsruher mit neun Teams aus sechs Nationen.

KSC Vizepräsident Michael Steidl war es, der vor 17 Jahren auf die Idee kam, den winterlichen Budenzauber mit internationalem Flair aufzupeppen. Steidl war Jugendtrainer beim FV Linkenheim und organisiert seither jährlich das Jugendhallenturnier mit hochkarätigen Teilnehmern aus ganz Europa. Aus der Deutschen Junioren Bundesliga gastieren in diesem Jahr die Nachwuchskicker des 1. FC Kaiserslautern, SC Freiburg und von Alemannia Aachen in der Realschulsporthalle Linkenheim. Titelverteidiger Herfölge BK reist aus Dänemark ins Badische, der Vorjahreszweite FC Luzern aus der Schweiz, Trellborg FF aus Schweden, Bohemians Prag aus Tschechien und erstmals Dinamo Zagreb aus Kroatien. Die A Jugend des FV Linkenheim komplettiert das Teilnehmerfeld und möchte sich vor heimischem Publikum achtbar aus der Affäre ziehen.

Die Top Teams ins beschauliche Linkenheim zu locken, bedurfte schon in den ersten Jahren keiner allzu großen Anstrengungen. "Schließlich wollen die großen Vereine an solchen Turnieren zwar immer teilnehmen, aber nie Ausrichter sein", schmunzelt Michael Steidl. Der ist besonders auf das Abschneiden der Talente aus dem Wildpark gespannt, die sich in der Gruppe B mit Freiburg, Aachen, Zagreb und Trellborg messen müssen. Besonders der Nachwuchs aus der kroatischen Hauptstadt könnte sich dabei als harter Brocken erweisen: Der Serienmeister schickt eine mit Nationalspielern gespickte Elf nach Deutschland und gilt zusammen mit Herfölge BK als heißer Anwärter auf den Turniergewinn. Das Talentteam des KSC will Steidl jedoch nicht in die Außenseiterrolle drängen, obwohl bis auf Linkenheim alle übrigen Teilnehmer in der höchsten Klasse ihres Landes spielen. "Das Turnier ist fast vor unserer Haustür, da haben wir so etwas wie einen Heimbonus", hofft der Turnier Vater. Die Vergangenheit gibt ihm Recht: Erst vor zwei Jahren ging der Pokal in den Wildpark, wo man mit dem Abschneiden immer sehr zufrieden sein konnte.

Klar ist, dass sich bei einem derartigen Teilnehmerfeld die Scouts deutscher Profivereine am Sonntag die Klinke in die Hand geben dürften. So schafften zahlreiche Talente, die in Linkenheim aufliefen, den Sprung in den Profifußball. Allen voran Kevin Kuranyi, der noch vor drei Jahren in der Realschulhalle seine Tore für die A Jugend des VfB Stuttgart erzielte. Heute gilt der flinke Angreifer nicht nur beim Tabellenvierten der Bundesliga als gesetzt, sondern auch im Sturm von Nationaltrainer Rudi Völler. Schon früher trat Verteidiger Michael Zepek in Linkenheim für die KSC Jugend an, mittlerweile ist er nach Abstechern zu Leverkusen und Ahlen in den Profikader zurückgekehrt. Auch Florian Dick und Ivan Saenko, die in der Zweitligaelf schnell Fuß gefasst haben und zu Leistungsträgern heranreifen, präsentierten sich noch vor zwei Jahren dem Linkenheimer Publikum.

Ihr besonderes Augenmerk werden die Talentspäher in diesem Jahr auf die Spieler von Dinamo Zagreb richten, weiß Michael Steidl: "Die haben einige talentierte Jungs in ihren Reihen. Deutsche Spieler sind gebunden und nur schwer zu bekommen, gerade der kroatische Nachwuchs ist da für viele eine kostengünstige Alternative."


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