Nach der Niederlage in Aue steht dem KSC eine harte Woche ins Haus
(eis) Eine Woche hatte die Mannschaft des KSC Zeit, um sich auf ein hartes Pensum einzustellen. Dreimal muss das Team von Lorenz Günther Köstner in den kommenden acht Tagen antreten und der Trainer möchte keines der Spiele verlieren. Den beiden kommenden Ligaauftritten, morgen gegen Fürth (Anpfiff 15 Uhr) und eine Woche später zur selben Uhrzeit in Duisburg, schiebt Köstner eine richtungsweisende Rolle zu: "Nach diesen beiden Partien haben wir uns entweder im Tabellenmittelfeld festgesetzt oder wir werden über Wochen hinweg im Keller spielen." Die Enttäuschung über die 0:2 Niederlage beim Aufsteiger Erzgebirge Aue unter der Woche aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen, war ein hartes Stück Arbeit für den Chefcoach. Für den Ärger seiner Schützlinge hat der Franke vollstes Verständnis. "Noch nie haben wir so viele Chancen gehabt, wie in der ersten Halbzeit in Aue", erinnert sich Köstner.
Greuther Fürth, morgen zu Gast im Wildpark, steht gegen den KSC kräftig unter Erfolgsdruck. Beim selbsternannten Aufstiegsaspiranten wechselten sich im bisherigen Saisonverlauf Licht und Schatten ab. Die Freude über den 7:1 Kantersieg gegen Alemannia Aachen trübten peinliche Niederlagen in Oberhausen und beim Tabellenletzten aus Berlin. "Die Fürther laufen ihren Ansprüchen derzeit etwas hinterher", erkennt auch Lorenz Günther Köstner. Die Erwartungshaltung bei den Franken ist freilich hoch, nachdem in den vergangenen zwei Jahren der Aufstieg knapp verpasst wurde. Morgen muss Gästetrainer Eugen Hach auf den verletzten Stammkeeper Sven Neuhaus verzichten. "Wir sollten Loboué aber besser nicht warm schießen, sondern auch mal unsere erste Möglichkeit nutzen", sieht Köstner im unerfahrenen Ersatzmann der Fürther nicht zwingend einen Unsicherheitsfaktor.
Doch auch die Hausherren können personell nicht aus den Vollen schöpfen. Ivan Saenko ist nach seinem Platzverweis für die kommenden beiden Ligaspiele gesperrt und machte sich mit seiner Schiedsrichterbeleidigung in Aue auch im eigenen Lager keine Freunde. Der Angreifer muss wegen seines Ausrasters zwar tausend Euro in die Mannschaftskasse zahlen, dennoch nimmt Lorenz Günther Köstner seinen Spieler in Schutz. Besonders ärgerte sich der 51 Jährige in der vergangenen Woche über Stimmen, die Saenko als "Heißsporn" bezeichneten, nur weil dieser bereits in Osnabrück vorzeitig vom Feld gemusst hatte: "Da hat das eine mit dem anderen nichts zu tun, der Platzverweis in Osnabrück war ein ganz klarer Fehler des Schiedsrichters". Viel mehr als die rote Karte wurmen den Trainer die unnötigen Verwarnungen für seine Schützlinge. "Ouakili hat in dieser Saison schon drei Mal die gelbe Karte gesehen, weil er gemeckert hat", ärgert sich Köstner. Der Marokkaner ist derzeit ohnehin das Sorgenkind im KSC Kader. Unter der Woche schickte Köstner den 32 Jährigen vom Mannschafts zum Einzeltraining, weil die Einstellung des Mittelfeldregisseurs zu wünschen übrig ließ. "Er hat während der Einheiten gequatscht und Blödsinn gemacht", erklärt der sportliche Leiter. Mit der Maßnahme habe er sowohl Ouakili, als auch den Rest der Mannschaft aufwecken wollen. Konsequenzen für das morgige Spiel zieht die kurzzeitige Suspendierung jedoch nicht nach sich: "Ich kann und will auf ihn nicht verzichten, nur muss er für die jungen Spieler auch außerhalb des Platzes ein Vorbild sein."
Alternativen im zentralen Mittelfeld stehen Köstner derzeit ohnehin nicht zur Verfügung, Ralf Becker kommt nach seiner Leistenoperation nur langsam in Tritt. "Bei alten Männern dauert das eben auch mal ein bisschen länger", witzelt der Trainer und hofft, dass der Schwabe in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird. Die Position des gesperrten Saenko werden morgen entweder Aydin Cetin oder Amateur Ralf Schmitt einnehmen. Als weitere Alternative nennt Köstner Jan Männer, sollte Christian Hassa auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kommen.
Der Vorverkauf zum anstehenden Heimspiel verlief wie schon zuletzt sehr schleppend, wusste Sportmanager Rolf Dohmen zu berichten. Viele Zuschauer seien dazu übergegangen, ihre Karten erst an der Tageskasse zu kaufen. Da bei schönem Herbstwetter dennoch bis zu 14.000 Zuschauer erwartet werden, bat Dohmen diese um ein rechtzeitiges Erscheinen, damit Verzögerungen vermieden werden können: "Ein verspäteter Anpfiff muss immer von der Polizei angeordnet werden, das ist ein großer Aufwand. Wenn alle Zuschauer bei Zeiten in den Wildpark kommen, sind um 15 Uhr auch alle an ihrem Platz."









