Marco Engelhardt peilt den Sprung in die Bundesliga an
Mittelfeld Talent kehrt dem Wildpark zum Saisonende den Rücken / Frühes KSC Aus beim Hallencup in Aschaffenburg
(eis) Nach nur zwei Spielen in der Aschaffenburger Unterfrankenhalle konnten die Spieler des KSC am Mittwochabend ihre Sporttaschen wieder packen und die Heimreise antreten. Zwei Niederlagen mussten die Badener beim Hallenpokal einstecken und deshalb verdientermaßen vorzeitig die Segel streichen. Die Lust auf den "Budenzauber" hielt sich bei Verantwortlichen und Anhängern jedoch von vornherein in argen Grenzen: Die Meldung über Marco Engelhardts Wechsel zu 1860 München hatte am Mittag vielen die Stimmung verhagelt.
Nach drei Jahren im Wildpark wird Engelhardt seinen zum Saisonende auslaufenden Kontrakt nicht verlängern und unterschreibt zur kommenden Saison einen Dreijahresvertrag beim TSV 1860 München. Bei den Löwen möchte der 23 Jährige Erstligaluft schnuppern und sich im Fußball Oberhaus durchbeißen: "Falko Götz hat ein junges Team, mit dem ich kontinuierlich wachsen kann", zitieren die Münchner den Neuzugang für die kommende Saison.
Auf Seiten der Karlsruher bedauerten sowohl Lorenz Günther Köstner als auch Rolf Dohmen den Abgang des Mannschaftskapitäns, unerwartet kam die Meldung jedoch für keinen der beiden. "Wir haben ihm bereits vor einem Jahr ein Angebot vorgelegt, aber schon damals hat er auf seine sportliche Perspektive verwiesen", sagte Sportmanager Dohmen dem Deutschen Sport Fernsehen (DSF) am Rande des Hallenpokals. "Man muss auch den Spieler verstehen, der seine sportliche Perspektive in der ersten Liga sieht, gerade im Hinblick auf das Team 2006", erntete Engelhardt auch bei Chefcoach Köstner Verständnis.
Am schmerzlichsten ist der Verlust für die Badener freilich deshalb, weil Engelhardt dank auslaufenden Vertrages ablösefrei wechselt und so für den Abgang des Talents nicht ein einziger Euro in die klammen KSC Kassen gespült wird.
Doch auch sportlich trauert Köstner dem in der Rangliste des Fußballmagazins "kicker" als bester defensiver Mittelfeldspieler der Liga geführten Engelhardt bereits jetzt nach: "Das ist sehr bitter für uns, zeigt aber auch, dass wir gute Arbeit leisten." Dohmen blickt derweil nach vorne und bemüht sich, den Weggang des schlaksigen Blondschopfs auch als positive Signalwirkung zu verstehen: "Das Beispiel Marco Engelhardt sollte jungen Spielern zeigen, dass der KSC eine sehr interessante Adresse für sie ist."
In der Unterfrankenhalle konnte aber auch der bei 1860 München mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Marco Engelhardt nicht verhindern, dass die von ihm angeführte und von Edmund Becker gecoachte Elf nach zwei Niederlagen mit 3:7 Toren als Gruppenletzter ausschied. Gegen die Offenbacher Kickers unterlagen die Blauweißen mit 1:3, gegen den Ligakonkurrenten aus Regensburg mit 2:4. Lorenz Günther Köstner hatte die Reise nach Aschaffenburg gar nicht erst auf sich genommen und schonte zusammen mit den angeschlagenen Akteuren seines Kaders sein frisch operiertes Knie für die anstehende Türkeireise. Am kommenden Dienstag wird der Tross des Karlsruher SC ins neuntägige Trainingslager nach Belek aufbrechen, um sich dort konzentriert auf die Rückrunde vorzubereiten.









