KSC muss nach drei Siegen erstmals wieder Federn lassen

(eis) Nach 318 Minuten war die Serie beendet nach drei Spielen ohne Gegentor und Punktverlust musste der KSC am Sonntag einen herben Dämpfer hinnehmen. Ausgerechnet bei der Spielvereinigung Unterhaching, den bis vor zwei Jahren von Lorenz Günther Köstner trainierten Bayern, unterlagen die Blauweißen mit 0:3 (0:2). Schon vor der Abfahrt hatte der Fußballlehrer in weiser Voraussicht auf ein vorübergehendes Ende des Höhenflugs vorbereitet: "Auch eine Niederlage in Unterhaching wird für uns kein Beinbruch sein." Dementsprechend gefasst präsentierte sich Köstner im Anschluss an das Spiel auch den versammelten Journalisten bei der Pressekonferenz.

Seine Mannschaft habe die Leidenschaft aus dem Lübeck Spiel vermissen lassen, erklärte der Franke, der dennoch positive Ansätze im Spiel seiner Mannen zu erkennen vermochte. "Und bis zum Führungstreffer lief es auch so, wie ich es mir vorgestellt hatte", konstatierte der 51 Jährige. Und in der Tat starteten die Karlsruher in unveränderter Startelf wie zuletzt forsch, das frühe Gegentor nach nur einer Viertelstunde brachte das junge Team jedoch völlig aus dem Tritt. Erschreckende Lücken in der bisher so sicheren Hintermannschaft bereiteten den Hausherren ein leichtes Spiel, allen Gegentreffern gingen individuelle Fehler voraus: Nachdem Torwart Martin Fischer nach 15 Minuten und einer lang gezogenen Flanke gepatzt hatte (Köstner: "Da klebte er wie Pattex auf der Linie"), kam auch Mario Eggimann zu spät und ließ Jan Seifert unbedrängt einköpfen. Thomas Kies leitete das 0:2 noch vor dem Seitenwechsel selbst ein, indem er Mark Römer im Strafraum den Ball vor die Füße spielte und der Ex Karlsruher nur noch einzuschieben brauchte. Vor dem 0:3 hatten die Badener freilich schon alles nach vorne geworfen, dennoch konnte Francisco Copado der blauweißen Defensive mühelos entlaufen. "Wir sind heute nicht so sicher gestanden, wie in den letzten Spielen", gab auch der Schweizer Eggimann zu, erklären konnte er sich die Unsicherheiten aber nicht: "Jetzt müssen wir eben schauen, dass wir zu gewohnter Sicherheit zurückfinden." Viel Zeit bleibt der Mannschaft dafür nicht, bereits am Freitag muss sie im Wildpark gegen Jan Regensburg auflaufen.

Nach dem Führungstreffer sahen die 4.100 Zuschauer im Unterhachinger Sportpark, wie Marco Engelhardt gleich drei Mal mit gefährlichen Freistößen knapp am Tor vorbeizielte. Da sich die Wildparkelf aber in den gesamten 90 Minuten nicht eine Tormöglichkeit aus dem Spiel heraus erarbeiten konnte, war früh klar, dass Köstners Elf am Ende mit leeren Händen da stehen würde. "Wahrscheinlich hätten wir auch in den drei nächsten Stunden kein Tor mehr gemacht", ärgerte sich der Trainer neben der schwachen Abwehrleistung auch über die fehlende Durchsetzungskraft in der Offensive. Diese konnte auch "Abdul" Ouakili, der nach seiner Verletzungspause nach dem Seitenwechsel für Christian Hassa in die Begegnung kam, nicht beflügeln. Selbst der Platzverweis gegen Marc Röhmer und das folgende halbstündige Unterzahlspiel der Hachinger konnte den ersten Sieg der Bayern seit dem fünften Spieltag nicht mehr ins Wanken bringen. Schiedsrichter Manuel Gräfe interpretierte einen Zusammenstoß Römers mit Ouakili als Tätlichkeit und stellte den Angreifer vom Feld ungerechtfertigt. Auch das DFB Sportgericht sah keine Berechtigung für die rote Karte und bedachte Marco Römer mit der Mindesstrafe von nur einem Spiel Sperre.

"Vielleicht kam die Niederlage zur richtigen Zeit wir haben uns bisher 20 Punkte hart erarbeitet, aber Tabellenplatz drei kann einfach nicht unser Maßstab sein", fand Mannschaftskapitän Marco Engelhardt nach dem Abpfiff deutliche Worte. Zwar sah man dem Mittelfeldspieler den Ärger über die Auswärtsniederlage an, so richtig wollte er seine Enttäuschung aber nicht zeigen. "Wir schauen jetzt, dass wir so schnell wie möglich 40 Punkte auf unser Konto bekommen", war Engelhardts Optimismus kurz darauf schon wieder zurückgekehrt. "Und danach sehen wir weiter", ergänzte der 22 Jährige augenzwinkernd.

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