Köstner will Vorjahreserfolg der Blauweißen wiederholen

(eis) Das Verletzungspech bleibt dem Karlsruher SC auch vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Union Berlin (Sonntag, 15 Uhr) treu. Für den Rest der Saison muss Cheftrainer Lorenz Günther Köstner nun auch noch auf Aydin Cetin verzichten, der sich am Donnerstag einer Operation unterzog. Beim Behandlungsversuch einer durch einen Virus infizierten Fußwunde schlug das Antibiotika nicht an, ohne Operation hätte für den Türken die Gefahr bestanden den Fuß zu verlieren. "Die Verletzungen in unseren Reihen werden immer exotischer", merkt Köstner schmunzelnd an: Auch Carsten Rothenbach reiht sich mit einer Fußwurzelreizung in die Krankenliste ein, sein Mitwirken am Sonntag steht ebenfalls in Frage.

Gleichfalls zum Zuschauen verdammt ist Bernhard Trares, der am Donnerstag zwar wieder ins Mannschaftstraining einstieg, danach aber nicht beschwerdefrei blieb. Ein Einsatz in Berlin wäre laut Coach Köstner unverantwortlich, möglicherweise kommt für den Routinier das folgende Heimspiel ebenfalls noch zu früh. Auch auf Aberrahim Ouakili wird Lorenz Günther Köstner in der Bundeshauptstadt nicht zurückgreifen können, der Neuzugang muss seine gelb rote Karte, die er sich im Braunschweig Spiel einhandelte, absitzen. Da freut es den Übungsleiter, dass am Freitag wenigstens Mario Eggimann wohlauf vom 2:0 Sieg der Schweizer U21 Nationalelf über Georgien in den Wildpark zurückkehrte. Im Spiel gegen Union Berlin wird erneut Martin Fischer das KSC Tor hüten, im Mittelfeld wird Charles Haffner an Stelle des gesperrten Ouakili auflaufen.

In den zurückliegenden beiden pflichtspielfreien Wochen sorgten mannschaftsinterne Querelen für Unruhe, Trainer Köstner und die Vereinsführung zogen aber umgehend Konsequenzen: Witold Wawrzyczek und Abderrahim Ouakili bekamen je eine Abmahnung seitens des Vereins, sowie eine Geldstrafe aufgebrummt. Wawrzyczek war zur Heimpartie gegen Braunschweig von Trainer Köstner nicht in den Kader berufen worden und deshalb gar nicht erst erschienen, Ouakili hielt sich am Tag vor seinem Amateureinsatz gegen die Mannheimer Amateure bis spät in die Nacht in einer Diskothek auf. Tief in die Tasche greifen muss auch Patrik Jezek, der nach einer Verletzung unentschuldigt nicht zum Reha Termin erschien. "Von erfahrenen Spielern erwarte ich ein anderes Verhalten, gerade Wawrzyczeks Fernbleiben ist einfach unkollegial." Seinen Ärger über die beiden Neuverpflichtungen der Winterpause verhehlt der Fußballlehrer nicht: "Natürlich hätte ich mir mehr von ihnen erwartet. Ich muss leider eingestehen da kein besonders glückliches Händchen gehabt zu haben aber solch ein Verhalten erwartet man natürlich von niemandem, den man neu holt."
Eine empfindliche Geldstrafe setzte es auch für Youngster Ivan Saenko für dessen Undiszipliniertheiten zu Wochenbeginn. Saenko habe eine lasche Trainingseinstellung an den Tag gelegt, führt Köstner aus, zudem habe er am Montag grundlos um zwei Tage Pause gebeten. Für das Verhalten des jungen Russen macht der Trainer den Vater des Talents verantwortlich, mit dem auch schon Amtsvorgänger Stefan Kuntz seine liebe Mühe hatte. "Aber er ist noch ein sehr junger Spieler", beschwichtigt Köstner. "Wir haben ihm jetzt klar gemacht, dass er bei uns unter Vertrag steht und er diesen zu erfüllen hat. Aber natürlich hebt er ab, wenn er die Summen genannt bekommt, die er bei anderen Vereinen verdienen könnte." Die Abreibung scheint ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben: Der sportliche Leiter attestierte Ivan Saenko für den Rest der Woche eine vorbildliche Trainingsleistung.
Auf eines legt Lorenz Günther Köstner aber Wert: "Die Spieler können nicht ihre ganze Freizeit zu Hause verbringen. Sie dürfen gerne weggehen, aber sie sollten sich natürlich schon überlegen, wann und wie lange." Auch die Mannschaft sah im Verhalten ihrer Kollegen Handlungsbedarf, die Routiniers Waterink, Kracht, Labbadia und Trares luden das Team auf Eigeninitiative zur Aussprache und ernteten dafür von Köstner ein Sonderlob.


Match
Center