Köstner erwartet eine schwere Saison
(eis) Nicht lange liegt das Aufatmen rund um den Karlsruher Wildpark zurück, als zunächst der sportliche und Wochen später auch der wirtschaftliche Klassenerhalt unter Dach und Fach war. In zwei Wochen startet der KSC bereits in die neue Zweitligasaison, zum Rundenstart gastiert Erstligaabsteiger Nürnberg in der Fächerstadt. Die Vorbereitung verlief bisher viel versprechend; zum Abschluss des einwöchigen Trainingslagers besiegte die Mannschaft von Lorenz Günther Köstner am vergangenen Dienstag Championsleague Teilnehmer Brügge der SC Freiburg war zuvor gegen die Belgier mit 0:3 unter die Räder gekommen mit 3:2.
"Wer glaubt, in dieser Saison sei mehr drin als der Klassenerhalt, ist absolut fehl am Platze", trat Cheftrainer Lorenz Günther Köstner auf der Jahrespressekonferenz am Freitagabend jedoch kräftig auf die Euphoriebremse. "Brügge war schön und gut, aber im vergangenen Jahr haben wir Bayern München besiegt und erst vor zwei Wochen sind wir gegen Durlach Aue zur Halbzeit mit 0:2 zurückgelegen." Das Saisonziel kann in den Augen des 51 Jährigen nur sein, einen Fehlstart wie in der vergangenen Spielzeit zu verhindern und den Klassenerhalt möglicherweise etwas früher in trockene Tücher zu bringen. "Über mehr nachzudenken wäre absolut utopisch", bleibt der Fußballlehrer realistisch. 22 Spieler umfasst der Kader der Blauweißen auf dem Papier, "darunter sind aber fünf Amateure, weitere Spieler ohne jede Zweitligaerfahrung und die ersten Verletzungen mussten wir auch schon wieder hinnehmen", rückt Lorenz Günther Köstner das Bild zu Recht. Zwei bis drei weitere Spieler möchte der Unterfranke gerne verpflichten, sonst werde es ganz schwer das erhoffte Ziel zu erreichen: "Ich habe noch nie eine Saisonvorbereitung mit weniger Spielern bestritten, natürlich bin ich darüber unzufrieden. Gestern konnte ich im Training im Beisein dreier Probespieler erstmals elf gegen elf spielen lassen. Aber ich gebe nicht auf, wir müssen uns vor dem Saisonstart noch verstärken und dann beginnen Punkte zu sammeln!"
Sportmanager Rolf Dohmen quittierte die Forderungen des Cheftrainers mit einem Kopfnicken und pflichtete bei: "Auch uns ist bewusst, dass dieser Kader für eine ganze Saison nicht ausreichend ist, im Optimalfall bräuchten wir vier weitere Spieler." Die wirtschaftlich angespannte Situation des badischen Zweitligisten bindet den Verantwortlichen für allzu große Aktivitäten auf der Transferliste jedoch die Hände: "Fakt ist, dass wir momentan noch zwei Spieler verpflichten können." Im Offensivbereich sehen Dohmen und Trainer Köstner dabei den größten Handlungsbedarf. "Da uns das aber nur bedingt zufrieden stellt, arbeiten wir daran, eventuell doch noch einen oder zwei Spieler mehr holen zu können."
Präsident Hubert Raase sieht besonders im DFB Pokal die Möglichkeit, in der neuen Runde zumindest geringfügige Mehreinnahmen erzielen zu können: "Das Erreichen der zweiten Runde ist absolute Pflicht, so etwas wie im letzten Jahr darf sich auf keinen Fall wiederholen." Sollte der KSC bei den Mainzer Amateuren die erste Hauptrunde überstehen, würde sich das Vereinsoberhaupt einen attraktiven Gegner in einem lukrativen Heimspiel wünschen.
Der kleine Kader und die Ebbe in der KSC Kasse stellen für Lorenz Günther Köstner derweil keinen Grund dar, den Kopf in den Sand zu stecken: "Der Kader ist zwar klein, in der Vorbereitung haben aber fast alle Spieler vorbildlich mitgezogen. Und eine Leistung wie gegen Brügge nach einem anstrengenden Trainingslager lässt mich dennoch optimistisch in die Zukunft blicken." Abschließend gab der Cheftrainer sein Motto für die anstehenden Aufgaben bekannt: "Miteinander statt Gegeneinander, das muss unser Ziel sein. Als ich im vergangenen Jahr zum KSC kam, war es ein Gegeneinander, mittlerweile sind wir auf einem sehr guten Weg."
Beim anschließenden "Business Abend" präsentierte Köstner zusammen mit Stadionsprecher Martin Wacker den geladenen Gästen die elf Neuzugänge im Team der Blauweißen. Die launigen Kommentaren und der bekannt trockene Humor des Cheftrainers sorgten für eine entspannte Atmosphäre, die Gelegenheit zum Plausch mit Spielern und Vereinsverantwortlichen bot. Für das leibliche Wohl zeigte sich der neue Caterer im Wildpark, "Ottos feine Feste", verantwortlich. Beim kaltwarmen Buffet im so genannten Hospitality Truck wehte ein Hauch von Motorsport Flair über den Parkplatz der KSC Geschäftsstelle. Die mobile Küche, umgeben von einem Großzelt normalerweise unter anderem bei Formel1 Rennen im Einsatz sorgte für staunende Blicke und machte Lust auf mehr.
"Wir werden dem Zuschauer in der kommenden Saison zusammen mit der Brauerei Hoepfner und Coca Cola ein solides Catering mit einem optimalen Preis Leistungsverhältnis anbieten", verspricht Geschäftsführer Christian Otto und gibt einen kurzen Ausblick auf das kulinarische Angebot bei den Heimpartien der neuen Spielzeit. Bei einer erheblich erweiterten Produktpalette soll der Zuschauer künftig die Qual der Wahl haben: "Bisher war es hier nicht möglich, auch einmal eine Portion Pommes oder ein Eis zu bekommen", erklärt Christian Otto. "Aber die Zuschauer werden auch merken, dass es durchaus eine Bratwurst geben kann, die schmeckt." Mit Rucksacksystemen möchte Otto auch während der Spiels Erfrischungsgetränke und sogar verschiedene Speisen direkt an den Fan bringen.
Für die Mannschaft des KSC steht am Wochenende der Kaiserstuhlcup in Bahlingen auf dem Programm. Am Samstag trifft die Wildparkelf auf den SV Rust und möchte am Sonntag, 15 Uhr, gegen den Bahlinger SC den Finaleinzug perfekt machen.
Dort ginge es dann gegen den SC Freiburg, der Anpfiff zum Endspiel ertönt am Sonntag um 17 Uhr.









