Köstner ärgert sich über unnötigen Druck: "Ich trete den Spielern selbst genug in den Hintern!"

(eis) Am Montagabend (20.15 Uhr) gastiert der KSC bereits zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit im Mainzer Bruchwegstadion. In der ersten Runde des DFB Pokals mussten sich die Karlsruher mit den Amateuren des FSV Mainz messen, nun steht der Ligavergleich mit Jürgen Klopps Aufstiegsaspiranten auf dem Programm. Ein dickes Fragezeichen steht vor dem Gastspiel in Rheinhessen vor dem Einsatz von Angreifer Conor Casey, der sich im Mannschaftstraining das Knie verdrehte. Doch auch um Torhüter Fischer und den angeschlagenen "Abdul" Ouakili muss Cheftrainer Köstner noch zittern: Keeper Fischer stieg nach einem Pferdekuss erst am Samstag wieder ins Training ein, wird aber in Mainz wohl auf die Zähne beißen und auflaufen.

Sollte die Verletzung Fischer dennoch eine Auszeit bescheren, steht sein Vertreter schon in den Startlöchern Markus Miller hinterließ bereits in den ersten Spielen nach seiner Verpflichtung bei den Amateuren einen hervorragenden Eindruck. Einem Einsatz des 21 Jährigen stünde nach Aussage von Sportmanager Dohmen nichts im Wege, das Hickhack mit dem FC Augsburg scheint ausgestanden. Miller sei als Verstärkung für die Amateure geholt worden, betont Dohmen. Der Wechsel sei also nicht zu einem klassenhöheren Verein erfolgt, die Ablöseforderung der Bayern also nichtig. "Wir haben uns diesbezüglich vorher versichert, im Übrigen haben wir vom FC Augsburg auch nichts mehr gehört", fügt der Sportmanager an.

Ob Abderrahim Ouakili an alter Wirkungsstätte auflaufen kann, entscheidet sich wohl erst vor dem Anpfiff. Dem Marokkaner macht, genau wie Mittelfeldkollege Ralf Becker, die Leiste zu schaffen. Während Becker seine Operation gut überstanden hat, aber wohl dennoch fast die gesamte Vorrunde fehlen wird, laboriert Ouakili derzeit an einem entzündeten Nerv. Lorenz Günther Köstner hofft aber dennoch, dass Mannschaftsarzt Markus Schweizer dem Mittelfeldregisseur grünes Licht geben kann.

Nach der Auswärtsniederlage in Bielefeld und der mageren Fußballkost im Heimspiel gegen Burghausen, brachte der Trainer seine Vorgabe für die Partie in Mainz auf eine einfache Formel: "Wenn hinten wieder die Null steht und vorne nicht mehr, bin ich zufrieden." Für Irritationen sorgte in der vergangenen Woche der scheidende Vizepräsident Rolf Hauer, der in einem Interview über einen möglichen Aufstieg geplaudert hatte und damit Lorenz Günther Köstner die Zornesröte ins Gesicht trieb. "Mit solch einer Aussage setzt man meine Spieler mächtig unter Druck und ruft eine völlig unrealistische Erwartungshaltung unter den Zuschauern hervor, das muss einfach nicht sein", erklärte der Übungsleiter und erhielt Schützenhilfe von Manager Dohmen: "Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die ihre Zeit braucht. Ich bin davon überzeugt, dass wir solch eine Leistung wie gegen Burghausen in dieser Saison noch ein, zwei Mal zu sehen bekommen werden. Unsere Ziele haben wir vor der Saison mit dem Trainer abgesprochen und daran ändern wir auch nichts."

Beim zurückliegenden Pokalauftritt gegen die Amateure der Rheinhessen ging die Partie nach der regulären Spielzeit in die Verlängerung, die Fortsetzung des langen Duells zwischen Mainz und Karlsruhe fand dann, außerhalb des grünen Rasens, im Mainzer Presseraum statt. Lorenz Günther Köstner mokierte die Unterbringung seiner Elf im Mainzer Jugendcontainer, FSV Präsident Harald Strutz konterte und schoss sich auf die mitgereisten Fans der Blauweißen ein. Diese "mussten" trotz Stehplatzkarten auf die Sitzplatztribüne, wo nach dem Spiel einige Sitzschalen beschädigt waren. Die Reparatur wollte der FSV Mainz dem KSC in Rechnung stellen und drohte damit, den Badenern die Kosten auf der Abrechnung des Spiels abzuziehen. In der laufenden Woche erwartet man diese Abrechnung im Wildpark und Rolf Dohmen bemüht sich, den Ball flach zu halten: "Ich gehe davon aus, dass wir das uns zustehende Geld erhalten, die Sitzschalen bezahlen wir selbstverständlich nicht." Sollten sich die Gemüter wirklich wieder beruhigt haben, ist also damit zu rechnen, dass das Kräftemessen der beiden Vereine am heutigen Abend mit dem Schlusspfiff beendet sein wird.


Match
Center