Karlsruher SC Rot Weiß Oberhausen 2:1
(eis) Mit einem 2:1 (0:1) Erfolg über Rot Weiß Oberhausen gelang dem Karlsruher SC vier Spieltage vor Saisonende der Sprung aus der Abstiegszone. In einer hektischen und zerfahrenen Partie spannten die Blauweißen den größten Teil der 10.800 Zuschauer im Wildpark erneut lange Zeit auf die Folter und drehten einen 0:1 Rückstand in den letzten vier Minuten des Spiels um.
Vor dem Anpfiff kehrte beim KSC Martin Fischer in den Kasten zurück, Torsten Kracht lief nach absolvierter Gelbsperre für Carsten Rothenbach in der Defensivabteilung auf. Die Karlsruher begannen forsch, Ivan Saenko und Abderrahim Ouakili (beide 7.) hatten in der Anfangsphase viel versprechende Gelegenheiten die frühe Führung zu erzielen. Eine einzige Torchance im gesamten Spiel genügte den Oberhausener aber um die Blauweißen nach 17 gespielten Minuten in Rückstand zu bringen. Dank gütiger Mithilfe der völlig konsternierten KSC Innenverteidigung köpfte Hajrudin Catic unbedrängt zum 1:0 ein.
Beide Teams schienen mit dem einsetzenden Regen ihre Probleme zu haben und es entwickelte sich eine langweilige Partie mit zahlreichen Abspielfehlern auf beiden Seiten. Den Unmut der Akteure und Fans zog in der Folgezeit Jörg Keßler auf sich: Zunächst schien der Unparteiische nur mit der Vorteilregel auf Kriegsfuß zu stehen, nach 25 gespielten Minuten verbannte er dann KSC Mannschaftsarzt Löhr nach einem Disput mit dem Schiedsrichterassistenten auf die Tribüne. Nach dem Seitenwechsel folgte eine wahre Flut an Verwarnungen: insgesamt zehn Mal zückte Keßler innerhalb von 45 Minuten Gelb. Als die Gäste elf Minuten vor dem Ende zum wiederholten mal einen Spielerwechsel der Gäste nutzten um Zeit zu gewinnen, kochten die Emotionen auf dem Rasen über. Abderrahim Ouakili forderte den Unparteiischen auf korrekt zu pfeiffen, "ich habe auch gesagt, dass es um die Existenz eines ganzen Vereines geht", erklärte der Marokkaner nach dem Schlusspfiff. Als Quittung dafür musste "Abdul" vorzeitig unter die Dusche, der ausgewechselte Oberhausener Beliakov blieb unverwarnt. Der Platzverweis Ouakilis schien die Hausherren jedoch eher zu beflügeln, Bruno Labbadia glich nach hervorragender Vorarbeit des eingewechselten Bernhard Trares per Kopfball aus (86.), daraufhin verwies Keßler Cheftrainer Köstner für die Schlussminuten der Trainerbank. Fast wie eine Konzessionsentscheidung wirkte es, als der Schiedsrichter in der Schlussminute nach einem harmlosen Zweikampf zwischen Jürgen Luginger und Bernhard Trares auf Strafstoß für die Blauweißen entschied den ersten in dieser Saison. Marco Engelhardt behielt die Nerven und verwandelte den Wildpark mit seinem Tor in ein Tollhaus.
Da die Konkurrenz im Abstiegskampf erneut nicht punkten konnte, rückte der KSC auf Tabellenposition 13, zwei Punkte trennen die Karlsruher vom LR Ahlen, der Abstiegsplatz 15 einnahm. Ebenfalls zwei Zähler beträgt der Vorsprung zum SSV Reutlingen, dort muss das Team von Lorenz Günther Köstner am kommenden Sonntag antreten. Ouakili wird dort nach seiner gelb roten Karte nicht mit von der Partie sein, gleiches gilt für Bernhard Trares, der zum fünften Mal gelb sah.
Eintrittskarten für das wichtige Auswärtsspiel im Schwäbischen gibt es ab Dienstag wieder auf der Geschäftsstelle, dort können auch bereits jetzt Karten für die übrigen Spiele der Saison erworben werden was eine stimmgewaltige Zuschauerkulisse bewirken kann, zeigte sich nicht nur zuletzt in Mannheim und gegen Oberhausen.
Karlsruher SC:
Fischer Eggimann, Waterink, Kracht Engelhardt, Melkam Fritz (63. Hassa), Ouakili, Fuchs (46. Trares) Saenko, Labbadia
Rot Weiß Oberhausen:
Adler Luginger Wildmann, Wojtala, Radoki Langeneke, Obad (65. Rietpietsch), Scharpenberg, Catic Radulovic, Beliakov (78. Hayer)
Tore:
0:1 Catic (17.)
1:1 Labbadia (86.)
2:1 Engelhardt (90., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Saenko (48.), Waterink (55.), Fritz (58.), Trares (78.), Melkam (90.) Catic (49.), Scharpenberg (51.), Hayer (78.), Rietpietsch (90.)
Gelb rote Karte: Ouakili (79.)
Zuschauer: 10.800
Schiedsrichter: Jörg Keßler (Wogau)
Assistenten: Christian Schößling, Andy Ruzik









