Karlsruher SC 1. FC Nürnberg 2:3
(eis) In einem spannenden Fußballspiel bei sengender Hitze musste sich der Karlsruher SC zum Saisonstart Erstligaabsteiger Nürnberg vor 16.900 Zuschauern mit 2:3(0:0) geschlagen geben. Ihre Feldüberlegenheit in Durchgang eins konnten die Schützlinge von Lorenz Günther Köstner nicht in Tore ummünzen und mussten binnen zehn Minuten gleich drei Gegentore hinnehmen. Zwar fanden die Badener schnell zurück ins Spiel, konnten aber nur noch zum 2:3 anschließen.
Wie in den Vorbereitungsspielen entschied sich Cheftrainer Köstner für eine 4 4 2 Taktik: Die Abwehrreihe bildeten Mario Eggimann, Thomas Kies, Milorad Popovic und überraschend Jungprofi Martin Stoll, Carsten Rothenbach musste dafür auf der Bank Platz nehmen. Zu ihm gesellte sich auch Christian Hassa, der ebenfalls nicht zur Anfangself zählte. "Abdul" Ouakili, Ralf Becker und Mannschaftskapitän Marco Engelhardt sollten vor "Staubsauger" Bernhard Trares die Fäden im Offensivspiel der Wildparkelf ziehen. Im Angriff liefen Ivan Saenko und der US Amerikaner Conor Casey auf.
Den besseren Start in die Partie erwischten die Gäste aus Nürnberg, die bereits nach sechs Minuten erstmals einnetzen konnten Ciric stand jedoch im Abseits. Nur vier Minuten später war es erneut der Mazdonier, der mutterseelenalleine vor Martin Fischer auftauchte und in ihm seinen Meister fand. In der Folgzeit fanden auch die Hausherren ins Spiel und nahmen das Heft in die Hand. Erst köpfte Kapitän Engelhardt unbedrängt in Raphael Schäfers Arme (14.), dann rettete der Nürnberger Schlussmann aus spitzem Winkel gegen den heranstürmenden Ivan Saenko (25.). Sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff war es erneut der junge Russe, der das Club Gehäuse völlig freistehend verfehlte.
Aus sportlicher Sicht hatten die Fans, die trotz der schwülen Temperaturen den Weg in den Wildpark angetreten hatten, zur Halbzeit nichts zu klagen. Dafür saßen die Zuschauer bereits in Durchgang eins im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen: Bei 35 Grad Lufttemperatur hatte der neue Caterer im Stadion zu wenig Getränke und Essen bereitgestellt, "eine Situation, die nicht zu akzeptieren ist und die wir sehr bedauern", entschuldigte sich Pressesprecher Jörg Bock nach Spielende im Namen der Vereinsführung bei den durstigen Anhängern.
Nach dem Pausentee genügten den Gästen zehn Minuten, um nahezu uneinholbar in Führung zu gehen: Sasa Circic köpfte in der 50. Minute zum 1:0 ein, Tommy Larsen erhöhte per Flachschuss (57.) und David Pavel staubte nach einem Torwartfehler von Fischer drei Minuten später mustergültig ab.
Köstners Mannen gaben sich jedoch noch nicht geschlagen und kamen nach nur vier Minuten zurück in die Partie. Den Strafstoß nach einem Handspiel von Thomas Stehle verwandelte Engelhardt souverän und nährte die Hoffnung im Lager der Blauweißen. Einen gehörigen Anteil an der Karlsruher Gegenwehr schob Nürnberg Trainer Wolfgang Wolf nach dem Schlusspfiff seinem eigenen Torhüter zu. Dieser hatte sich nach dem 3:0 mit minutenlangen Gesten den Unmut der KSC Fans auf sich gezogen und die Stimmung damit noch mehr angeheizt. Von Schiedsrichter Wagner kassierte Schäfer für sein Verhalten Gelb, vom wütenden Trainer Wolf eine saftige Geldstrafe.
Minuten vor dem Schlusspfíff setzte Trainer Köstner auf geballte Offensivkraft: Da Aydin Cetin bereits im Spiel war, entschied sich der Franke dazu, mit Ralf Schmitt einen weiteren Angreifer einzuwechseln. Vertragsamateur Schmitt, der in der vergangenen Saison unter Stefan Kuntz beim Probetraining durchgefallen war, hätte binnen sieben Minuten zum Matchwinner avancieren können. Mit seinem ersten Ballkontakt, Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte der Mittelstürmer den Anschlusstreffer für den KSC. Kurz vor Spielende hatte der 26 Jährige gar den Ausgleich auf dem Fuß, schob aber knapp am Nürnberger Pfosten vorbei. "Das ärgert mich natürlich ungemein, ich hätte den Treffer gerne gemacht. Das eine Tor tröstet mich da auch nicht", diktierte ein enttäuschter Ralf Schmitt den Journalisten nach dem Spiel in die Notizblöcke. Aufmunternte Worte für seine Schützlinge fand hingegen Lorenz Günther Köstner: "Es waren zehn Minuten, in denen wir alles verspielt haben. Mit der restlichen Zeit kann ich zufrieden sein, aber nicht mit diesen zehn Minuten. Trotzdem dürfen wir jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, auf diese Leistung können wir aufbauen und werden am kommenden Wochenende erfolgreich sein!" Lobende Worte für den Gegner fand auch Club Trainer Wolfgang Wolf: "Ich hätte nicht gedacht, dass sich bei diesen Temperaturen solch ein offener Schlagabtausch entwickelt.
Karlsruher SC:
Fischer Kies, Eggimann, Stoll, Popovic Trares (78. Hassa) Ouakili, Becker, Engelhardt Saenko (65. Cetin), Casey (82. Schmitt)
1. FC Nürnberg:
Schäfer Nikl, Stehle, Kukielka, Wiblishauser Larsen David (86. Kügler), Jarolim, Mintal, Krzynowek (70. Müller) Ciric (79. Wolf)
Tore:
0:1 Ciric (50.)
0:2 Larsen (57.)
0:3 David (60.)
1:3 Engelhardt (Strafstoß, 67.)
2:3 Schmitt (83.)
Gelbe Karten:
Saenko (8.), Stoll (16.), Ouakili (36.), Trares (59) Nikl (34.), Larsen (55.), Schäfer (63.)
Zuschauer: 16.844
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel/Hessen)
Assistenten: Peter Henes, Sönke Glindemann









