"Die Fans begrüßen mich noch heute mit Sprechchören! Die gegen das DSF finde ich aber ungerecht"
Beim 7:0 Sieg des KSC gegen Valencia kommentierte er sich ins Herz vieler Fans. Kultreporter Jörg Dahlmann kommt am Montag als Moderator in den Wildpark und sprach mit www.ksc.de über den KSC, seine Beziehung zum Verein und die Fans.
Von Andreas Eisinger
Über zehn Jahre ist der 7:0 Erfolg des KSC gegen den FC Valencia im Uefa Pokal her und immer noch in der Erinnerung eines jeden Anhängers. Zu den Helden dieses Novemberabends gehören in den Augen vieler Fans nicht nur die Spieler auf dem Rasen: Weiter oben, auf der Tribüne, lieferte einer den wahrscheinlich emotionalsten Fernsehkommentar aller Zeiten ab. "Die schießen und schießen und treffen und treffen" Jörg Dahlmann bemühte sich gar nicht erst, die Fassung zu wahren und Millionen fieberten auf der heimischen Couch mit ihm. Am Montag ist Dahlmann wieder zu Gast und moderiert für das Deutsche Sport Fernsehen (DSF) das Top Spiel gegen Alemannia Aachen. Vielleicht ist er der Garant für eine torreiche Begegnung; in jedem Fall freut er sich aber auf den Besuch im Wildpark und auf die blau weißen Fans. www.ksc.de unterhielt sich drei Tage vor dem Anpfiff mit dem Fernseh Mann.
Jörg Dahlmann, wird der Montag für Sie ein ganz normaler Arbeitstag vor der Kamera?
Nein, natürlich nicht! Mich verbinden wunderschöne Erinnerungen mit dem KSC und bei jedem Besuch im Wildpark kommen die wieder hoch!
Was kommt Ihnen da spontan in den Sinn?
Nicht nur das Valencia Spiel, sondern alle internationalen Auftritte im Uefa Cup. Ich habe auch vorher schon den Aufstieg des KSC in die Top Gruppe der deutschen Fußballvereine miterlebt es klingt zwar abgedroschen, aber das war Fußball fürs Herz, phasenweise Fußball zum Verlieben!
Sie verheimlichen nicht, dass der KSC etwas Besonderes für Sie ist, aber wie kamen Sie als gebürtiger Gelsenkirchener überhaupt zum badischen Fußball?
Vor 1990 habe ich für das ZDF gearbeitet und mein damaliger Chef, Dieter Kürten, hat mich immer zu den Spielen nach Karlsruhe geschickt. Bei Sat.1 wurde ich dann zum Regionalleiter für den Südwesten und bin dem Wildpark treu geblieben.
Die Zeiten haben sich geändert: Am Montag steigt kein Europapokalspiel, sondern die Spitzenpartie der Zweiten Liga. Was ist das besondere am Zweitligafußball?
Vergleichen kann man das natürlich nicht, so ehrlich muss man sein. Aber die zweite Liga ist spannend, sie ist viel unberechenbarer als die erste, das gefällt mir! Es gibt mehr Mannschaften, die oben mitspielen können aber alle müssen aufpassen, nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten.
Wie sieht Ihr Verhältnis zu den KSC Fans aus? In so vielen Jahren kommt man doch sicher mal ins Gespräch.
Die Fans sind ein Grund, warum ich so gerne in den Wildpark komme! Dass die Leute nach so vielen Jahren meinen Namen überhaupt noch mit dem Valencia Spiel in Verbindung bringen, hat mich schon oft überrascht. Ich werde hier sogar oft mit Sprechchören empfangen, das macht mich wahnsinnig stolz!
Bei aller Beliebtheit gegen Aachen moderieren Sie für das DSF und die Fans stehen den Montagsspielen kritisch gegenüber. Haben Sie deshalb ein wenig Bammel vor Ihrem Auftritt?
Überhaupt nicht! Ich kann den Ärger der Anhänger zu einem Teil verstehen. Sie möchten die Spiele ihrer Mannschaft im Stadion sehen, viele können das am Montagabend nicht. Die Sprechchöre gegen das DSF finde ich trotzdem ungerecht der Sender bemüht sich wie kein anderer, für die Fans möglichst umfassend über die zweite Liga zu berichten. Der Montag ist eine wunderbare Plattform dafür: Da können nicht nur die Schlachtenbummler im Stadion ihren KSC live sehen, sondern auch zehntausende Sympathisanten in ganz Deutschland mitfiebern in voller Länge und ohne etwas dafür zu bezahlen. Am Wochenende wäre das wegen des dichten Terminplans in der Bundesliga nicht möglich.
Was sagen Sie zum bisherigen Saisonverlauf für den KSC und wohin führt der Weg?
Das bisherige Abschneiden ist erstaunlich, damit hatte ich nicht gerechnet! Ich hoffe, dass jetzt natürlich auf einer wirtschaftlich soliden Basis der Schritt nach oben gewagt und getan wird. Der Abgang von Ioannis Masmanidis ist natürlich schmerzlich. Aber vielleicht ermöglicht gerade er es, jetzt gemeinsam zuzupacken und im nächsten Jahr ganz vorne anzugreifen!
Wie geht das Spiel am Montag aus?
Ich tippe auf ein 2:2 Unentschieden!









