Dick "hämmert" den KSC zum ersten Heimsieg der Saison

(eis) Zwei Monate mussten die Fans auf den ersten Heimsieg der laufenden Saison warten. Nach dem kämpferisch überzeugenden Auftritt vor vier Tagen in Mainz, fanden am Freitagabend 14.600 Zuschauer den Weg ins Wildparkstadion, wo am Tag der Deutschen Einheit Energie Cottbus gastierte. Nach starkem Beginn brachte ein unglücklicher Pausenrückstand den KSC erneut auf der Verliererstraße in einem furiosen zweiten Durchgang gelang es der Köstner Elf jedoch, das Spiel zu drehen und den Gästen aus der Lausitz gleich drei Gegentreffer einzuschenken.

"Wir hatten heute einige Hosenscheißer in der Mannschaft", grantelte Eduard Geyer noch Minuten nach dem Schlusspfiff. Mit dem Auftritt seiner Elf bei der 1:3 Auswärtsniederlage im Badischen war der Fußballlehrer gar nicht zufrieden. "So kann man keinen Fußball spielen und lädt den Gegner zum Toreschießen ein." Mit dem "Toreschießen" hatten in den 90 vorangegangenen Minuten jedoch die Gäste begonnen, die den KSC damit in eine ungünstige Ausgangsposition brachten. In den vorangegangenen sieben Saisonspielen war es dem KSC noch nicht geglückt, einen Rückstand zu drehen.

In der ersten halben Stunde der Partie waren die Hausherren jedoch die spielbestimmende Elf, Christian Hassa (1.), Aydin Cetin (2. und 27.) und Marco Engelhardt (4. und 30.) vergaben jedoch zahlreiche Torgelegenheiten. Freuen durften sich dafür die Gäste, mit der zweiten Cottbusser Chance des Spiels zuvor hatte Timo Rost das knapp verfehlt köpfte Gregg Berhalter den Ball nach einem Eckstoß unter die Torlatte von Martin Fischer und bescherte Energie die schmeichelhafte Pausenführung. Zwar war noch vor dem Halbzeitpfiff Aydin Cetin erfolgreich, die Freude des Türken war jedoch von kurzer Dauer. Schiedsrichterassistent Martin Vogler hatte aufgepasst und auf Abseits entschieden.

In der Pause reagierte KSC Coach Lorenz Günther Köstner und brachte Jan Männer und Amateur Ralf Schmitt für Christian Hassa und Aydin Cetin. "Die erste Halbzeit ging ja noch, vor allem deshalb, weil wir in Führung gegangen sind", redete sich Eduard Geyer in Rage. "Aber dann sind wir nur noch hilflos auf dem Platz umhergerannt." Fünf Minuten nach Wiederanpfiff nahm Youngster Florian Dick, der erneut in der Viererkette auflief, erstmals Maß: Aus 18 Metern prüfte er Georg Koch, der in dieser Szene noch zur Ecke abwehren konnte. Kurz darauf sollte der 18 Jährige Dick, der erneut unermüdlich Abwehr und linke Außenbahn beackerte, erneut zum Mann des Tages werden. Doch zuvor musste Schiedsrichter Wack die Partie für zwei Minuten unterbrechen Fans des VfB Stuttgart, die sich unter die Cottbusser Fans gemischt hatten, zeigten, dass derzeit wohl nur die Mannschaft der Schwaben reif für die Championsleague ist. Eine von ihnen gezündete Feuerwerksrakete verirrte sich unter die Gegengerade und fiel auf der Empore brennend zu Boden. Energie Trainer Geyer und Vereinspräsident Dieter Krein machten sich umgehend zum Gästeblock auf, um die erregten Gemüter zu beruhigen.

Der KSC ließ sich durch die Spielunterbrechung nicht beirren und setzte sein "Powerplay" in der Folgezeit fort. Als Ivan Saenko nach einem Konter Abderrahim Ouakili bediente und der eiskalt einschob (65.), stand der Marokkaner deutlich im Abseits. Die Cottbusser Proteste halfen aber nichts, Franz Xaver Wack marschierte zum Mittelkreis und sprach den Hausherren den Treffer zu. Was folgte, war weiter Einbahnstraßenfußball in Richtung Georg Koch. Der eingewechselte Jan Männer schlenzte nach 77 Minuten nur an den Pfosten, 120 Sekunden später schlug dann die Stunde von Florian Dick. Mario Eggimann legte die Kugel nach einem Eckstoß auf den heranstürmenden Dick, der aus über 25 Metern einwuchtete und den KSC mit einem Traumtor in Führung schoss. "Von Florian können sich viele Profis eine Scheibe abschneiden", hatte Trainer Köstner seinen jüngsten Schützling in der vergangenen Woche gelobt. "Hinten anstellen, auf die Chance warten und dann 90 Minuten Gas geben." Bereits im zweiten Ligaeinsatz von Beginn an erzielte der Abwehrspieler sein erstes Profitor. "Das ist so ein Ball, der entweder auf dem Stadionparkplatz landet oder eben genau passt", erklärte Dick nach dem Schlusspfiff unbeeindruckt. Noch als alle anderen Spieler bereits in der Kabine verschwunden waren, musste sich Dick von den Fans feiern lassen, ließ sich von dem Trubel aber keineswegs anstecken: "Darüber freue ich mich jetzt noch eine Weile und dann geht es weiter. Ich habe heute getroffen, das alleine bringt mir im nächsten Spiel aber nichts mehr." Den Schlusspunkt des Abends setzte Ivan Saenko, der nach einem sehenswerten Gegenzug und Doppelpass mit "Abdul" Ouakili zum 3:1 einschoss.

Lorenz Günther Köstner freute sich besonders für Mannschaft und Zuschauer, nach der Leistung in Mainz habe sein Team sich den "Dreier" redlich verdient. "Zur Halbzeit war für viele im Stadion der Deckel schon drauf, doch danach hat die Mannschaft Leidenschaft an den Tag gelegt", erklärte der Fußballlehrer. Nach den zwei anstrengenden Partien gegen Aufstiegsanwärter gönnt Köstner seinen Schützlingen nun erst einmal zwei freie Tage. Am Samstag pilgert die Mannschaft geschlossen auf die "Wiesn" nach München und wird dort mit der ein oder anderen Maß auf den furiosen Heimsieg gegen Energie Cottbus anstoßen.


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