Das KSC Talentteam Interview: Markus Kauczinski

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Markus Kauczinski, KSC Jugendkoordinator und Trainer der U19, spricht im Talentteam Interview über die bisher absolvierten Spiele der Nachwuchsmannschaften, die sehr unterschiedliche Ergebnisse gebracht haben.

Von Jörg Bock
Die im Jahr 2005 absolvierten Spiele haben für die Mannschaften des KSC Talentteams bisher sehr unterschiedliche Ergebnisse gebracht. So schwächelte in den vergangenen Wochen vor allem die U19 in der Junioren Bundesliga und rutschte zuletzt auch in der Tabelle spürbar nach unten. Der U17 gelang dagegen unter anderem ein 6:0 Kantersieg in der Regionalliga Süd gegen die SpVgg Greuther Fürth, das Team rangiert auf einem guten Platz im oberen Tabellendrittel. Die U15 von Rüdiger Böhm zieht in ihrer Klasse einsam ihrer Kreise. Ksc.de sprach mit Jugendkoordinator und U19 Coach Markus Kausczinski über die laufende Saison.


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Herr Kauczinski, die Rückrunde läuft auf vollen Touren, wie fällt aus Sicht der für die Nachwuchsarbeit im Wildpark die bisherige "2005er Bilanz" aus?

Markus Kauczinski:
Bis auf die U19 erfüllen alle Teams die Erwartungen. Die U19 hat gerade eine schlechte Phase. Wir spielen nicht schlecht, aber die letzte Konsequenz fehlt in der Verteidigung und im Sturm. Die Jungs geben sich aber gerade richtig Mühe, ich bin davon überzeugt, dass wir nicht absteigen werden. Den größten Leistungssprung hat die U17 unter ihrem Trainer Wilfried Trenkel hingelegt, mit dem 2:1 Sieg gegen Frankfurt am letzten Wochenende hat man dies untermauert. Auch die U16 ist nach dem Trainerwechsel im Aufschwung. Rüdiger Böhm hat seinen alten Jahrgang übernommen und auf Anhieb mit den Siegen gegen Pfullendorf und SC Freiburg den Sprung auf den dritten Rang in der Oberliga BW geschafft. Die U15 zieht einsam ihre Kreise in der Verbandsliga und ist erneut in Baden das Maß aller Dinge. Auch die U18 hat sich gefangen, obwohl die Offensivkräfte zuletzt in der U19 zum Spielen kamen, da wir die Amateure mit Spielern unterstützt haben.


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Mit Erich Strobel und Christian Essig sind zwei ihrer Stammkräfte in der U19 zuletzt des Öfteren in der Amateurelf zum Einsatz gekommen. Ist das mit ein Grund für die zuletzt unbefriedigenden Ergebnisse ihrer Mannschaft?

Markus Kauczinski:
Natürlich merkt man es, wenn zwei individuell starke Spieler nicht zur Verfügung stehen. Denn bei den Jüngeren merkt man, dass die Durchschlagskraft noch nicht so da ist. Wir haben uns in jedem Spiel unsere Chancen heraus gespielt, nur genutzt haben wir zu wenige. Prinzipiell ist das ja toll, dass unsere U19 Spieler schon Erfahrungen in der Oberliga sammeln. Nur müssen wir natürlich auch auf unsere Punkte schauen. Wir treffen mit Rainer Krieg und Burkhardt Reich aber gute Entscheidungen, die immer im Sinne der Sache sind. Schließlich profitiert auch die Jugendabteilung von einem möglichen Aufstieg der Amateure in die Regionalliga und sie geben selber ja auch Spieler an die Profis ab. Letztlich ist das unser Job, die Jungs so gut und schnell wie möglich zu fördern.


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Mit Sebastian Fischer hat der KSC derzeit einen aktuellen Jugendnationalspieler. Er spielt in der U18 Nationalmannschaft und wurde von DFB Trainer Horst Hrubesch binnen kurzer Zeit nun schon zum zweiten Mal eingeladen. Wie sehen Sie seine Perspektiven?

Markus Kauczinski:
Sebastian hat eine tolle Entwicklung genommen. Er hat von allen Spielern den größten Sprung gemacht. Er kam aus der B Jugend Verbandsliga und ist auf Anhieb Stammspieler in der U19 geworden. Bei den Schnelligkeitstests der Nationalmannschaft hat er am besten abgeschnitten. Er ist sehr lerneifrig und hat eine Topeinstellung. An mangelhafter Schuss und Flankentechnik arbeiten wir täglich. Seine Perspektiven sind gut, er muss noch effektiver werden, ist aber ein Toptalent. Ich denke beide Seiten wissen, was sie aneinander haben. Dies wurde diese Woche besiegelt, in dem er einen Jugendfördervertrag unterschrieben hat.


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Zuletzt hat der Hamburger SV mit einer ungewöhnlichen Aktion in Sachen Nachwuchsrekrutierung auf sich aufmerksam gemacht. Dort wurden Kinder gezielt in großen Veranstaltungen in der Region um Hamburg zu "Castings" eingeladen, um mit vielen anderen Nachwuchskickern vorzuspielen. Halten Sie solche Veranstaltungen für sinnvoll?

Markus Kauczinski:
Natürlich ist dies sinnvoll, auch wir werden demnächst unsere Termine für unseren großen Sichtungstag in den Pfingstferien bekannt geben. Je mehr Kinder man sieht, umso besser, das ist eine ganz normale Wahrscheinlichkeitsrechnung. Je mehr Kinder ich sehe, umso größer die Wahrscheinlicht das gute Talente dabei sind. Prinzipiell ist dies aber für die jüngeren Jahrgänge sinnvoller. Je älter die Spieler sind, umso schwieriger ist es noch bessere zu finden, als die eigenen Spieler. Ich würde den Begriff des Castings nicht wählen, da bin Traditionalist, Sichtungstag und Probetraining ist ausreichend, wir suchen keine Stars, sondern lernwillige und bewegungstalentierte Spieler.


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Welche Ziele stehen in der näheren Zukunft auf dem Tableau des KSC Talentteams?

Markus Kauczinski:
Wir sichten für die nächste Saison nach Verstärkungen und das in allen Altersbereichen. Hauptziel ist es so schnell wie möglich mit der U19 aus der Schusslinie Abstieg zu kommen. Die anderen Teams scheinen gesichert. Wir planen unseren Sichtungstag in den Pfingstferien und stehen deswegen mit Sponsoren in Verbindung. Wir haben Sichtungstage bei Partnervereinen im Umfeld, um für den KSC zu sichten, aber auch um anderen Vereinen zu helfen und den Leuten den KSC näher zu bringen. So waren wir z.B. vor kurzem in Phönix Schifferstadt und haben dort rund hundert Jugendliche in zwei Einheiten trainiert und haben ein sehr positives Echo vernommen. Ansonsten ist die Zukunft auch immer der nächste Tag an dem wir unsere Jungs mit Spaß und Freude trainieren.


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Wenn Sie einen "Nachwuchswunsch” frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Markus Kauczinski:
Ich habe aufgehört zu sagen, dass ich mir eine Saison wünsche in der man nicht zittern muss, dass eine Mannschaft absteigt. Irgendwas ist immer, aber das ist wahrscheinlich normal, da wir halt nur begrenzte Möglichkeiten haben. Dieser ständige Kampf ist auch sehr reizvoll und man entwickelt immer neue Überlebensstrategien. Wir müssen uns ständig weiterentwickeln, da die Konkurrenz, um uns herum mittlerweile weite Wege geht. Doch wir sind fleißig und träumen nicht, das wird belohnt, denn wir mischen mit der Topkonkurrenz mit. Wenn schon sonst kein besonderer Wunsch ansteht, wünsche ich allen, dass sie gesund bleiben.


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