Bundesgericht weist Einspruch zurück
Das DFB Bundesgericht hat den Einspruch des KSC am Mittwoch zurückgewiesen. Das Spiel gegen den MSV Duisburg wird nicht wiederholt. Die Karlsruher denken nach der Entscheidung allerdings darüber nach, das ständige Schiedsgericht anzurufen.
Von Andreas Eisinger
Das Bundesgericht des Deutschen Fußball Bundes (DFB) hat das Sportgerichts Urteil bestätigt und den Einspruch des Karlsruher SC zurückgewiesen. Damit wird das Heimspiel gegen den MSV Duisburg (3. Dezember 2004, Endstand 0:3) nicht wiederholt.
Im Zusammenhang mit dem Manipulations Skandal soll Schiedsrichter Dominik Marks die Partie gegen den MSV verschoben haben. In erster Instanz hatte das Sportgericht unter Rainer Koch den Einspruch zurückgewiesen, obwohl die Abrede zur Manipulation durch eine erdrückende Indizien Kette auch für Koch erwiesen ist. Eine Beeinflussung des Spielverlaufs mochte das Sportgericht bei der Video Analyse aber nicht erkennen. Ein vermeintliches Foulspiel an Ioannis Masmanidis unmittelbar vor dem 0:2 sei nicht als solches zu erkennen, eine objektive Fehlentscheidung liege nicht vor. "Das ist völlig egal", argumentierte KSC Anwalt Joachim Rain. "Es kommt nur darauf an, ob Marks ohne den Vorsatz zur Manipulation anders gepfiffen hätte."
Unmittelbar nach der Entscheidung waren die Badener in Berufung gegangen und so trafen sich beide Parteien am Mittwoch erneut in der DFB Zentrale in Frankfurt. Unter Vorsitz von Georg Adolf Schnarr fällte das Bundesgericht die endgültige Entscheidung über den Einspruch gegen die Spielwertung. Neben den beiden Schiedsrichter Assistenten Felix Zwayer und Markus Häcker war auf Antrag des KSC auch Robert Hoyzer als Zeuge erschienen. Hoyzer ist Hauptverdächtiger und Kronzeuge im Skandal und hatte seinen Kollegen Dominik Marks schon in seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft schwer belastet.
In Frankfurt bekräftigte der Ex Schiedsrichter seine Vorwürfe: Er habe von der Manipulations Abrede zwischen Marks und Hintermann Ante Sapina ebenso gewusst wie von der so genannten Handicap Wette auf einen Duisburger Sieg mit mehr als zwei Toren Unterschied. In einem Telefonat um kurz Nach Mitternacht habe er Marks zur "gelungenen Manipulation" gratuliert; dabei habe ihm dieser berichtet, wie er ein Foulspiel an Masmanidis nicht geahndet habe, um Duisburg einen Vorteil zu verschaffen. Die Begegnung habe er sich von zu Hause in Salzgitter aus angeschaut, beteuerte Hoyzer allerdings erst ab Ende der ersten Halbzeit. Da stand es bereits 0:3, vor dem Telefonat habe er Tore und Foul nicht gesehen.
Zudem bekräftigte Robert Hoyzer erneut, dass Marks vor dem Spiel versucht habe, Assistent Felix Zwayer für die Manipulation zu gewinnen: "Dominik hat mir erzählt, dass er Zwayer angesprochen hat, dabei ging es um das KSC Spiel." Zwayer hatte sich am ersten Verhandlungstag vor dem Sportgericht bei seiner Aussage in Widersprüche verwickelt und war so ins Visier des Kontrollausschusses geraten. Der junge Schiedsrichter Assistent bestätigte zwar, von Marks gefragt worden zu sein, was er von einem Nebenverdienst halte die Aussage habe er allerdings nicht einordnen können. Am Mittwoch verweigerte Zwayer seine Aussage, er habe bereits vor dem Sportgericht umfassend ausgesagt. Dominik Marks schweigt ebenfalls weiter: Zwar war der Referee geladen, ließ aber über seine Anwältin mitteilen, dass er wegen des laufenden Verfahrens nicht aussagen möchte. Einzig Markus Häcker stellte sich als Zeuge erneut den Fragen. Bei der Szene vor dem 0:2 habe er die Fahne nicht gehoben, bestätigte der Schiedsrichter Assistent. Allerdings habe sich der Zweikampf in einem Bereich des Spielfelds ereignet, in dem er dem Schiedsrichter die Entscheidung überlasse, der eine optimale Sicht hatte.
Der Kontrollausschuss Vorsitzende Horst Hilpert plädierte nach der Beweisaufnahme erneut für eine Abweisung, das Bundesgericht folgte der Auffassung. Es spreche vieles für eine Abrede zur Manipulation, der Nachweis des Regelverstoßes durch den Schiedsrichter seien die Karlsruher aber schuldig geblieben. Auch Robert Hoyzer habe lediglich seine Eindrücke geschildert. Der KSC denkt nun über einen Gang vor das ständige Schiedsgericht nach.









