Becker hofft auf guten Auftakt
Beim Saisonauftakt muss Trainer Edmund Becker auf Bradley Carnell und Godfried Aduobe verzichten. Im Angriff scheint sich Giovanni Federico durchgesetzt zu haben und stürmt von Beginn an. "KSC live." berichtet ab 14.30 Uhr aus dem Wildpark.
Von Andreas Eisinger
Nach 76 Tagen ist am Sonntag die fußballlose Zeit zu Ende mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Sportfreunde Siegen startet der Karlsruher SC in die neue Zweitligarunde. "Es kribbelt schon", berichtete Cheftrainer Edmund Becker am Freitagnachmittag von seinen Gefühlen vor dem Auftakt. Einen guten Start will er mit seiner Mannschaft erwischen und für die erste Partie bedeutet das: Siegen gegen Siegen!
Die Sportfreunde sind mit 64 Zählern gemeinsam mit den Offenbacher Kickers aus der Regionalliga Süd aufgestiegen und haben sich in der Sommerpause verstärkt: Miroslav Spizak soll als gestandener Zweitligastürmer für Torgefahr sorgen, auch Daniel Bogusz von Arminia Bielefeld, Angelo Barletta von Rot Weiß Erfurt, Sven Lintjes und Sebastian Schoof von Rot Weiß Essen haben schon einige Profi Einsätze zu verzeichnen. Ein Wiedersehen gibt es mit Gabriel Melkam, der von 2001 bis 2003 im Wildpark spielte und zuletzt bei Bundesliga Absteiger Hansa Rostock unter Vertrag stand.
Das Herzstück der Aufstiegsmannschaft der vergangenen Saison war die solide Hintermannschaft weniger Gegentreffer als sie (29) musste kein Team der ersten drei deutschen Spielklassen hinnehmen. "Deshalb kann schon die Premiere ein Geduldspiel werden", mutmaßt Becker. Trotzdem sei seine Mannschaft auf den frühen Führungstreffer aus, der die Gäste zum Offensivspiel zwingen soll. Welche Startelf er dem Team von Jan Kocian entgegensetzt, hat Edmund Becker noch nicht endgültig entschieden, muss aber in jedem Fall auf zwei Leistungsträger verzichten.
Bradley Carnell kann erwartungsgemäß nicht auflaufen; der Südafrikaner muss erst seine Knieverletzung auskurieren. Godfried Aduobe musste das Nachmittagstraining am Donnerstag wegen Muskelbeschwerden abbrechen und steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Becker wartet zwar noch auf die endgültige Diagnose, glaubt aber nicht an eine Wunderheilung und plant daher ohne den defensiven Mittelfeldspieler. Unsicher ist der Einsatz von Florian Dick, der an einer Nasen Nebenhölenentzündung leidet und Antibiotika nimmt.
In der Anfangsformation klaffen derweil noch etliche Lücken: Im Tor steht Markus Miller, in der Abwehr sind Mario Eggimann und Martin Stoll gesetzt. Auf der rechten Defensivseite dürfte Thomas Kies auflaufen, auf Links könnte Dick, aber auch Christian Eichner, Kai Oswald oder Carsten Rothenbach zum Einsatz kommen. Davor spielt Ioannis Masmanidis nach einer starken Saisonvorbereitung, auch Kapitän Schwarz läuft sicher von Beginn an auf. Um den Platz auf der rechten Außenbahn streiten Christian Hassa und Jan Männer; die Position des verletzten Aduobe könnte Christian Kritzer, der junge Timo Staffeldt, aber bei offensiver Ausrichtung auch Männer oder Hassa übernehmen. Spannend war in der ganzen Vorbereitung das Rennen um den Platz an der Seite von Angreifer Sean Dundee. Sebastian Freis startete nach der U20 Weltmeisterschaft spät in die Vorbereitung, Neuzugang Jiri Kaufman hatte Verletzungspech. Edmond Kapllani präsentierte sich zwar treffsicher, das Rennen scheint aber ein anderer gemacht zu haben: Obwohl nomineller Mittelfeldspieler überzeugte Giovanni Federico schon bei den Testspielen gegen Bayern und Stuttgart mit seiner Vollstrecker Mentalität und dürfte deshalb neben Dundee stürmen. Als Ersatzkeeper wird Martin Fischer auf der Bank sitzen, "Jeff" Kornetzky steht am Freitagabend beim Saisonauftakt der Amateure in Elversberg im Kasten. Eigentlich sollten die beiden Keeper im Wechsel in der Regionalliga Elf spielen und bei den Profis auf der Bank sitzen weil in der zweiten Mannschaft aber mit Tilman Sieverling, Sascha Gieß und Dominique Eller schon die maximale Anzahl von Spielern über der eigentlichen Altersgrenze liegt, wird vornehmlich Kornetzky das Tor des KSC II hüten, Fischer in der zweiten Liga auf der Bank sitzen. "Wenn Jeff aber seine Form der letzten Runde bestätigt, werden wir ihn belohnen und ihn auch mal auf die Bank nehmen", erklärt Becker.
Trotz der gelungenen Auftritte gegen Bayern und Stuttgart verlief der Kartenvorverkauf für die Saison Premiere eher schleppend. Nur 2.500 Tageskarten gingen im Vorverkauf nach Angaben von Manager Rolf Dohmen über den Thresen. Einer der Gründe dafür könnten Probleme mit dem neuen Ticket System sein, das der Sport Club einführen musste. "Das läuft nicht ganz so wie wir es gerne hätten", räumt Dohmen ein und will den Karten Vorverkauf in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Präsidium erörtern. Einen Euro zahlen Besucher im Vorverkauf derzeit mehr als vor dem Spiel am Wildparkstadion. "Karten zu anderen Veranstaltungen erhält man im Vorverkauf billiger als an der Abendkasse", sagt Dohmen. "Und das ist richtig so, schließlich hat man dann früher Planungssicherheit." Als Lösung käme aber lediglich eine Subventionierung der Vorverkaufsstellen in Betracht, Manager und Präsidium wollen darüber diskutieren.
Für die Mannschaft geht es am Samstag zur Vorbereitung in die Sportschule Schöneck. In der vergangenen Saison zum Ritual geworden, möchte Trainer Becker den Besuch auf dem Turmberg vor Heimspielen beibehalten: "Vor allem den Vätern im Team tut das gut. Die kommen morgens mit Augenringen zum Training, weil sie nachts wohl beim Stillen helfen müssen." Nach einer optimalen Vorbereitung in der Sportschule folgen am Sonntag hoffentlich die ersten drei Punkte. Bei eher mäßigen Sommertemperaturen ist der Besuch im Wildpark eine echte Alternative zum Schwimmbad Besuch. Wer dennoch nicht dabei sein kann, ist mit "KSC live." hier auf www.ksc.de trotzdem das ganze Spiel über bestens informiert. Wir melden uns eine gute halbe Stunde vor dem Anpfiff mit den Aufstellungen und erwischen einen hoffentlich ebenso erfolgreichen Start wie die Mannschaft auf dem Platz.









