KSC trauert um Gustav Witlatschil

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Der Karlsruher SC trauert um seinen ehemaligen Spieler Gustav Witlatschil. Witlatschil spielte von 1953 bis 1967 für die Karlsruher und bestritt 149 Spiele in der Oberliga sowie 71 Partien in der Bundesliga. Am vergangenen Montag verstarb Witlatschil mit 82 Jahren.

Der in der Nähe von Brünn im ehemaligen Sudetenland aufgewachsene Gustav Witlatschil kam im Jahre 1945 mit seinen Eltern und seinem Bruder im Zuge der Vertreibung nach Karlsruhe. In der ehemaligen Residenzstadt in Baden wurde die Familie schnell heimisch und Sohn Gustav trat mit zwölf Jahren der Jugendabteilung des FC Phönix Karlsruhe bei. Die Sportplätze, mitten im Hardwald in der Nähe des Karlsruher Schlosses gelegen, wurden auf Jahre zur zweiten Heimat des fußballbegeisterten Nachwuchsspielers. Dort durchlief er alle Jugendmannschaften und er wurde eine wichtige Stütze der Jugendauswahl Nordbaden. Zur Saison 1953/54 stieß Witlatschil in den Kader der Oberligamannschaft des KSC. Als gerade 18-Jähriger kam er dort ausgerechnet im denkwürdigen Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg zu seinem ersten Einsatz in der Oberliga Süd. Denkwürdig deshalb, da beim Stande von 1:3 aus Karlsruher Sicht, ein Torpfosten brach und der KSC nicht gewillt war diesen zu ersetzen, da man darauf spekuliert hatte, dieses Spiel zu wiederholen. Dieser Schuss ging nach hinten los, denn der Verband entschied das Ergebnis bei Spielabbruch für Regensburg beizubehalten.

Da Witlatschil die körperlichen Anforderungen im Seniorenbereich noch nicht erbringen konnte, wurde er über die Amateure und die Reserve nach und nach an höhere Aufgaben herangeführt. Mehrmals wurde er in die Amateurauswahl des Badischen Fußballverbands berufen. Ab der Saison 1957/58 konnte sich der zweikampf- und schussstarke, sowie vielseitig verwendbare Witlatschil einen Stammplatz im KSC-Team erobern. Fortan glänzte er durch konstant gute Leistungen und wurde am 08. November 1959 von  Bundestrainer Herberger in die B-Nationalmannschaft gegen Ungarn in Saarbrücken (2:1) berufen. Mit seinem KSC bestritt „Gustl“ 1960 das Pokalfinale gegen Borussia Mönchengladbach, welches im Düsseldorfer Rheinstadion mit 2:3 verloren ging. Nach seiner Zeit als treffsicherer Stürmer wurde er stetig eine verlässliche Größe in der Abwehr des KSC. Ausdauernd, kopfball- und zweikampfstark, Einsatz bis zum Schlusspfiff und das Umschalten von der Defensive in die Offensive, beherrschte er aus dem Effeff. Trainer, Mitspieler und Anhänger wussten, auf den Menschen und Spieler Gustav Witlatschil ist Verlass.

Auch in der 1963 beginnenden Bundesliga konnte sich „Gustl“ behaupten, sodass er 1965 ein Angebot von Hannover 96 ablehnte und seinen Vertrag im Wildpark zu verbesserten Konditionen verlängerte. War er unter den Trainern Kurt Sommerlatt und Helmut Schneider gesetzt, geriet er unter Trainer Roth überraschend in die ungeliebte Reservistenrolle. Darüber verärgert – sportlich auch nicht nachvollziehbar – löste er im Sommer 1966, noch nicht 31-jährig, seinen Vertrag beim KSC auf und lies sich reamateurisieren.
Von 1967 bis 1970 verstärkte Gustav Witlatschil in der 1. Amatuerliga Nordbaden den Altmeister Karlsruher FV. Mit 35 Jahren beendete er seine aktive Laufbahn und widmete sich erfolgreich dem Aufbau seiner eigenen Schlosserei und frönte mit viel Lebensfreude seinen Hobbies, dem Tanzen, dem Ski fahren und Tennis spielen.

Gustav „Gustl“ Witlatschil verbrachte seinen Lebensabend mit Ehefrau Ursula im gemütlichen Eigenheim in der Nordweststadt von Karlsruhe.

Der Karlsruher SC trauert mit den Angehörigen und spricht sein Beileid aus.

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