Ausgliederung

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Fragen & Antworten

Warum wurde der Prozess um eine mögliche Ausgliederung gestartet?
Im Rahmen des seit 2018 gestarteten Veränderungsprozesses, den KSC fit für die Zukunft zu machen, ist es wichtig, auch dieses Thema noch einmal ausgiebig zu beleuchten und ergebnisoffen mit allen Interessensvertretern des Vereins zu diskutieren.

Was bedeutet Ausgliederung?
Im Rahmen einer Ausgliederung wird der wirtschaftliche Teil des eingetragenen Vereins in eine Kapitalgesellschaft ausgelagert.

Was bedeutet 50+1?
Die Regelung besagt, dass der eingetragene Verein immer die Mehrheit an der ausgegliederten Kapitalgesellschaft halten muss.

Wie steht der KSC zur 50+1 Regel?
Der KSC bekennt sich im Rahmen seiner Satzung (siehe §3) klar zu 50+1.

Wie soll das Thema Ausgliederung beim KSC behandelt werden?
Um die generellen Möglichkeiten einer Ausgliederung auszuloten und dem Präsidium im Sommer 2019 eine Handlungsempfehlung auszusprechen, wurde ein Ausgliederungsausschuss gegründet. Dieser trifft sich regelmäßig. Die erste Sitzung fand am 14.11.2018 statt.

Wie setzt sich der Ausgliederungssauschuss zusammen?
Im Ausschuss nehmen neben dem Präsidium und der Geschäftsführung Vertreter aller weiteren Gremien des Vereins (Verwaltungsrat, Vereinsrat, Ehrenrat, Wahlausschuss) teil. Die organisierten Fans sind mit den Supporters Karlsruhe 1986 e.V. und den ULTRA1894 vertreten.  Dazu kommt das Beratungsunternehmen Deloitte sowie Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt des KSC.

Welche Aufgabe hat der Ausgliederungsauschuss?
Im Ausgliederungsauschuss soll basierend auf den Meinungen, Ideen und Werten aller Beteiligten Interessensgruppen rund um den Verein der entsprechende Prozess ergebnissoffen begleitet und die nächsten Schritte festgelegt werden. Am Ende des Prozesses steht eine Empfehlung an das Präsidium ob ausgegliedert werden soll oder nicht.  

Bis wann soll der Prozess abgeschlossen sein?
Der Prozess soll bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

Welche Rechtsform ist für die ausgegliederte Kapitalgesellschaft vorgesehen?
Die prinzipielle Rechtsform wurde im Rahmen der zweiten Sitzung des Ausgliederungssauschusses gemeinsam erarbeitet. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (GmbH & Co KGaA) aus. Die genaue Ausgestaltung wird in der kommenden Sitzung am 23.01.2019 betrachtet.

Welche Aspekte sprechen für eine Ausgliederung?
1. Beseitigung der Rechtsformverfehlung
Aus den §§21 und 22 BGB folgt, dass sich ein e.V. grundsätzlich nicht wirtschaftlich betätigen darf. Toleriert werden lediglich wirtschaftliche Betätigungen, die sich im Rahmen des sogenannten Nebenzweck- bzw. Nebentätigkeitsprivileg halten. Im Falle des KSC erfolgt die wirtschaftliche Tätigkeit allerdings kaum um die ideellen Zwecke des e.V. zu fördern, sondern um die Profifußballabteilung zu finanzieren. Mit einer Ausgliederung könnte diese Rechtsformverfehlung beseitigt werden und der Verein vor deren Konsequenzen bewahrt werden.

2. Schutz des e.V. vor Insolvenz
Die Ausgliederung der Profifußballabteilung auf eine Kapitalgesellschaft stellt eine adäquate Möglichkeit dar, das Risiko einer durch die Profifußballabteilung verursachten Insolvenz des Muttervereins zu minimieren. Würde die Fußballkapitalgesellschaft insolvent werden, wird die Existenz des Muttervereins davon nicht berührt. Durch die Umwandlung der Profifußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft kann eine durch die Profifußballabteilung verursachte Zahlungsunfähigkeit des Gesamtvereins verhindert werden.

3. Eröffnung von Finanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt
Die Ausgliederung der Profifußballabteilung auf eine Kapitalgesellschaft führt zu einem leichteren Zugang zu externen Kapitalquellen. Die betrifft neben dem Zugang zu echtem, sogenanntem „frischen“ Eigenkapital auch die verbesserten Möglichkeiten zur Aufnahme von Fremdkapital, also Krediten und Darlehen. Dieser Effekt entsteht durch die gesteigerte Bonität einer Kapitalgesellschaft. Eigenkapital kann entweder direkt durch die Kapitaleinlagen der Gesellschafter oder Teilhaber eingenommen werden oder auch an der Börse im Rahmen des Börsengangs einer AG oder KGaA. Ist erst einmal eine Kapitalgesellschaft gegründet, kann mit Beschluss der Mitglieder- bzw. Hauptversammlung über Kapitalerhöhungen oder den Verkauf weiterer Anteile zumindest theoretisch auch in den Jahren nach der Umwandlung immer wieder Eigenkapital eingeworben werden.

4.Professionalisierung der Organisationsstruktur
Durch die Veränderung der Rechtsform entsteht auch die zwingende Notwendigkeit zur Einführung der Rechtsform entsprechender, professioneller Verwaltungs- und Kontrollstrukturen in der Kapitalgesellschaft, die den Betrieb des Profifußballs führt.

Welche Voraussetzungen sind für eine Ausgliederung zu erfüllen?
Nach den Lizenzierungsordnungen muss der Mutterverein mindestens 50 Prozent der Stimmanteile zuzüglich einer Stimme an der Kapitalgesellschaft halten („50+1“-Regel). Zudem muss der Mutterverein mehrheitlich im (etwaigen) Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaft vertreten sein. Zusätzlich muss diese ein Mindestkapital von 1,0 Million Euro (3. Liga) bzw. 2,5 Millionen Euro aufweisen. Außerdem muss der Sitz der Kapitalgesellschaft mit dem Sitz des Muttervereins übereinstimmen sowie der Name des Vereins mit in die Kapitalgesellschaft aufgenommen werden.

Welche Rechtsformen sind bei einer Ausgliederung im deutschen Profifußball möglich?
Unter Beachtung der Lizenzierungsordnungen ist demnach die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, in der Regel mit einer GmbH als Komplementärin (GmbH & Co KGaA), möglich.

Was ist eine GmbH?
Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (Kapitalgesellschaft). Der Geschäftsführer (1. Organ) führt die Geschäfte der Gesellschaft mit beschränkter Haftung und vertritt die Gesellschaft nach außen. Er wird von der Gesellschafterversammlung (2. Organ) bestellt und abberufen. Optional ist der Aufsichtsrat als drittes Organ. Dieser Aufsichtsrat kontrolliert den oder die Geschäftsführer und kann auch Aufgaben der Gesellschafterversammlung übernehmen.

Beispiel - KSC als GmbH: Der KSC e.V. würde als Gesellschafter mindestens 50 Prozent + einen weiteren Anteil halten („50+1“-Regel), gegebenenfalls würde es weitere Gesellschafter geben – jedoch nur mit maximal 49,99 Prozent Anteilen. Organe: Geschäftsführung der GmbH, Aufsichtsrat (optional), Gesellschafterversammlung.

Was ist eine AG?
Eine AG als Rechtsform ist genau wie eine GmbH eine Kapitalgesellschaft. Die Anteile der Gesellschaft – die Aktien – werden von Gesellschaftern bzw. Aktionären gehalten. Sie besitzt drei Organe: In der Hauptversammlung üben die Aktionäre ihre Rechte aus und beruft den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat besitzt umfassende Kontrollrechte und bestellt bzw. beruft den Vorstand ab. Der Vorstand leitet das operative Geschäft der AG und ist weisungsunabhängig.

Beispiel - KSC als AG: KSC e.V. würde als Aktionär mindestens 50 Prozent + einen weiteren Anteil halten („50+1“-Regel), gegebenenfalls würde es weitere Aktionäre geben – jedoch nur mit maximal 49,99 Prozent Anteilen. Organe: Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung

Was ist eine GmbH & Co KGaA?
Die GmbH & Co KGaA verbindet die Vorteile einer breiten Kapitalbasis von der Aktiengesellschaft mit dem Vorteil der persönlichen Bindung von Gesellschaftern von der Kommanditgesellschaft. So können bis zu 100% der Aktien der AG ausgegeben werden, ohne dabei die Geschäftsführung und Entscheidungskompetenz zu verlieren. Bei einer GmbH & Co KGaA ist die Geschäftsführung der KGaA gleichzeitig die Geschäftsführung einer Komplementär GmbH. Diese wird vom Aufsichtsrat der KGaA (gewählt von der Hauptversammlung der KGaA) kontrolliert und vom Beirat der GmbH bestellt und abberufen. Der Beirat wird von der Gesellschafterversammlung der GmbH gewählt.

Beispiel - KSC als GmbH & Co. KGaA: Eine Komplementär-GmbH deren Gesellschafter zu 100 Prozent der KSC e.V. wäre, wäre persönlich haftender Gesellschafter der KGaA. Als Kommanditaktionäre kann es den KSC e.V. und gegebenenfalls weitere Aktionäre geben, deren Haftung auf Aktien beschränkt ist. Organe: Geschäftsführung der KGaA = identisch mit der Geschäftsführung der Komplementär-GmbH, Aufsichtsrat, Hauptversammlung der Kommanditaktionäre, Beirat der GmbH (optional), Gesellschafterversammlung (100 Prozent des KSC e.V. und damit immer Entscheidungs- und Kontrollhoheit beim KSC e.V.).

Warum hat sich der Ausgliederungs-Ausschuss bei einer möglichen Ausgliederung beim KSC für eine GmbH & Co KGaA ausgesprochen?
Die Rechtsform der GmbH & Co KGaA ist die einzige, die alle Motive und Ziele der unterschiedlichsten Interessensgruppen des KSC abdeckt. In einer GmbH & Co KGaA könnte der KSC die Rechtsformverfehlung beseitigen, den e.V. vor Insolvenz schützen, neue Finanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt eröffnen sowie die Organisationsstruktur professionalisieren. Durch die Satzungsautonomie sind der Einfluss und die Position des e.V. und seiner Mitglieder gewährleistet.

Bei einer GmbH & Co KGaA würde die Mitgliederversammlung des KSC e.V. weiterhin Kontrollmöglichkeiten behalten, indem sie beispielsweise den Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft entgegennimmt sowie die Geschäftsführer der GmbH entlastet. Die Mitgliederversammlung würde außerdem den Beirat der Komplementär-GmbH wählen. Dieser entscheidet über die Bestellung und Abberufung der Geschäftsführer der GmbH. Durch Zustimmungsvorbehalte könnte der Beirat zudem Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen. In der KSC-Satzung könnte zudem eine Zustimmungserfordernis bei Anteilsverkäufen festgelegt werden.

Wie könnte sich der mögliche Beirat der KSC Management GmbH zusammensetzen und welche Aufgaben hätte er?
In der 3. Sitzung des Ausgliederungsausschusses am 23.01.2019 wurde von Rechtsanwalt Dr. Markus Schütz folgendes Modell vorgeschlagen:

a) Zusammensetzung

  • Besteht aus 5-7 Mitgliedern
  • 3 Präsidium des e.V.
  • 2 Verwaltungsrat des e.V. (Vorsitzender und stellv. Vorsitzender)
  • Aktionär in der AG hält mind. 20%: darf 1 Mitglied zur Wahl durch die GV vorschlagen
  • Aktionär in der AG hält mind. 40%: darf 2 Mitglieder zur Wahl durch die GV vorschlagen
  • Vorsitzender des Beirats ist der Präsident des e.V.

 

b) Aufgaben

  • Bestellung/Abberufung der Geschäftsführung der GmbH
  • Beratung und Überwachung der Geschäftsführung
  • Zustimmung zu bestimmten Geschäften der Geschäftsführung

In der nächsten Sitzung soll dieser präsentierte und positiv diskutierte Vorschlag auf Basis von konkreten Satzungsentwürfen weiter ausgearbeitet bzw. angepasst werden.
 

Wie könnte sich der mögliche Aufsichtsrat der KSC GmbH & Co. KGaA zusammensetzen und welche Aufgaben hätte er?
In der 3. Sitzung des Ausgliederungsausschusses am 23.01.2019 wurde von Rechtsanwalt Dr. Markus Schütz folgendes Modell vorgeschlagen:

a) Zusammensetzung

  • Besteht aus 7 Mitgliedern
  • 2 Mitglieder werden vom e.V. entsandt

          - Benennung durch Präsidium (1) und Verwaltungsrat (1)

  • 5 Mitglieder werden von der Hauptversammlung der AG gewählt

          - für 3 Mitglieder: Vorschlagsrecht des e.V.

          -> davon exkl. 1 Vorschlagsrecht für Fan-Vertretung

          -> davon exkl. 1 Vorschlagsrecht für Vereinsrat

         - für 1 Mitglied: Vorschlag für Aktionär in der AG mit mind. 20%

         - für 2 Mitglieder: Vorschlag für Aktionär in der AG mit mind. 40%

  • vom e.V. entsandte oder zur Wahl vorgeschlagene Mitglieder müssen Mitglieder des e.V. sein
  • Vors. und stellv. Vors. des Aufsichtsrats können nur vom e.V. entsandte Mitglieder sein oder vom e.V. benannte und gewählte Mitglieder des Aufsichtsrats

 

b) Aufgaben

  • Kontrolle der KSC Management GmbH

In der nächsten Sitzung soll dieser präsentierte und positiv diskutierte Vorschlag auf Basis von konkreten Satzungsentwürfen weiter ausgearbeitet bzw. angepasst werden.
 

Wir würden die Einflussmöglichkeiten der Mitglieder des KSC e.V. gesichert werden?
Diese könnte durch Änderungen in der Satzung des e.V. gesichert werden: Eigene Kontrollmöglichkeiten wären gegeben, wenn der KSC e.V. immer 100 Prozent der KSC Management GmbH (= Komplementärin der GmbH & Co KGaA) hält – unabhängig von der 50+1-Regel des Verbandes. Mit der Entgegennahme der Jahresabschlüsse der KSC GmbH & Co. KGaA und der KSC Management GmbH hätte die Mitgliederversammlung weiterhin die eigenen Kontrollmöglichkeiten. Zudem würde sie wie bisher Präsidium und Verwaltungsrat als Vereinsvertreter wählen können und damit Einfluss auf den Beirat der GmbH haben, sowie Mitglieder des Aufsichtsrats der KSC GmbH & Co. KGaA bestimmen. Bei möglichen Anteilsverkäufen wäre zudem eine Zustimmungserfordernis denkbar, zum Beispiel die einfache Mehrheit der Mitgliederversammlung bei der Veräußerung von Anteilen in Höhe von mehr als 25 Prozent bzw. eine qualifizierte ¾ Mehrheit der Mitgliederversammlung bei einer Veräußerung von mehr als 50 Prozent der Anteile.


Welche Vereine im Profifußball haben die Rechtsform GmbH & Co KGaA bereits umgesetzt?
Bundesliga:
Borussia Dortmund, Werder Bremen, FC Augsburg, Hannover 96, Hertha BSC
2. Bundesliga:
1. FC Köln, MSV Duisburg, Jahn Regensburg, Greuther Fürth, VfL Bochum, Arminia Bielefeld
3. Liga:
1860 München, Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück, 1. FC Kaiserslautern, SpVgg Unterhaching

Was sind die nächsten Schritte?
Der von Rechtsanwalt Dr. Schütz präsentierten Vorschlag soll in den kommenden Sitzungen auf Basis von konkreten Satzungsentwürfen weiter ausgearbeitet bzw. angepasst werden. Als nächster Termin für ein Treffen des Ausgliederungsausschusses wurde der 25. Februar 2019 festgelegt.

Wohin kann ich mich bei Fragen, Ideen oder Vorschlägen wenden?
Senden Sie uns gerne eine Mail an info(at)ksc.de

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