6. Spieltag
Karlsruher SC
2:2
Holstein Kiel
( 1:0 )
Zuschauerzahl: 10000
Schiedsrichter: Bacher (Amerang-Kirchensur)
Austragungsort: BBBank Wildpark
Spielplan

Power in der Schlussphase: Die Zahlenspiele zu #KSCKSV

Vorberichte

Ein Ligabestwert in der Schlussphase, ein bärenstarker Wert unserer rechten Abwehrseite und zwei offensivfreudige Linksfüße - unsere Daten und Fakten zum morgigen Spiel gegen Holstein Kiel haben es wieder in sich!

Torgefährlich bis zum Ende
Wir konnten in dieser Spielzeit bisher sieben Tore erzielen, allein vier davon in der Schlussviertelstunde. Kein anderer Zweitliga-Club traf in den letzten 15 Minuten öfter. Hinnehmen mussten wir in der Schlussviertelstunde hingegen noch kein Gegentor.

Späte Siege gegen Kiel in der letzten Saison
In der letzten Saison waren wir neben Aufsteiger Fürth die einzige Mannschaft, die Holstein Kiel zweimal besiegt hat. Sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel endeten die Duelle mit 3:2 – bei beiden Partien gelang uns das entscheidende Tor in der Schlussviertelstunde. Am 16. Spieltag durch Robin Bormuth in der 85., am 33. durch Philipp Hofmann in der 76. Spielminute.

Aktivposten Heise
Unser Linksverteidiger Philip Heise glänzt nicht nur als souveräner Abwehrmann, sondern auch als Vorbereiter in der Offensive. In der letzten Spielzeit gab er insgesamt fünf Assists, in der aktuellen Saison hat er die meisten Torschüsse in unserem Team vorbereitet (14). An Kiel hat er übrigens beste Erinnerungen: Im Januar 2021 beim Auswärtssieg an der Förde erzielte er sein bislang einziges KSC-Tor.

Hofmann bleibt gefährlich
Die meisten Torschuss-Vorlage von Heise landen bei Philipp Hofmann - quasi von Linksfuß zu Linksfuß. Unser Sturmtank gab die meisten KSC-Torschüsse ab (17, kein anderer mehr als 8). Ligaweit können nur drei Spieler mehr Abschlüsse verbuchen. Mit seinen drei Saisontoren liegt er aktuell auf Rang fünf der Torschützenliste.

Flanken über Flanken
Holstein versucht es gerne und erfolgreich über die Flügel. Die Störche schlugen bislang 63 Flanken aus dem Spiel, das überbietet nur Fortuna Düsseldorf mit 106. Drei Kieler Flanken aus dem Spiel führten zu Treffern, das überbietet in der 2. Bundesliga niemand. Umso besser, dass dies eine unserer Paradedisziplinen ist. Erst ein Gegentor mussten wir über die Flügel hinnehmen, die rechte Abwehrseite wahren wir bislang die weiße Weste.

Von Revolution bis Tradition: Wissenswertes zu Holstein Kiel

Vorberichte

Zwei lange Wochen musste der Ball in der 2. Bundesliga ruhen. Nun ist die Länderspielpause endlich vorüber und der KSC spielt wieder zuhause. Bevor wir Holstein Kiel am 6. Spieltag im BBBank Wildpark empfangen, werfen wir bei „Gegner im Detail" einen Blick auf Historie und Tradition unseres kommenden Gegners.

Besondere Namen 

„Im heutigen Spitzenspiel der Oberliga Nord begegnen sich der 1. FC Süderbrarup und der Gastgeber Holzbein Kiel.“ Dieses Zitat stammt aus dem 1990 erschienenen Kultfilm „Werner Beinhart!“ des Comiczeichners Brösel. Bis auf die absoluten Fußball-Insider hatten vor der erstmaligen Ausstrahlung des Streifens wohl nur wenige den deutschen Fußballmeister von 1912 auf dem Schirm. Denn damals war Holzbein…. ähhh Holstein im Amateurfußball angesiedelt und traf neben der Süderbraruper-Elf auch noch regelmäßig auf Gegner wie den TSV Osterholz-Tenever oder den VfL Hasetal Herzlake.  
Diese Zeiten sind inzwischen vorüber. Der verunglimpfte Vereinsname blieb vielen aber weiter im Gedächtnis, nicht zuletzt auch, weil Werners Bezeichnung der Kieler immer wieder in Teilnehmerfeldern zahlreicher Freizeitturniere in der ganzen Republik vorzufinden ist. 

Der tatsächliche Vereinsname „Holstein“ ist einmalig im deutschen Profifußball. Als „Holstein“ bezeichnet man den südlichen Teil des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Namensgeber für diese Region ist der Sachsenstamm der Holsten, übersetzt Waldbewohner. Das entspricht allerdings eher weniger dem natürlichen Habitat von KSV-Maskottchen „Stolle“. Störche halten sich nämlich lieber in Wassernähe oder hoch über den Dächern in ihren Nestern auf. Die Zugvögel treten schon fast seit der Vereinsgründung im Jahre 1900 regelmäßig als Spitzname für Holstein Kiel in Erscheinung. Die Herkunft dessen ist allerdings nicht eindeutig. Manche Quellen führen die Bezeichnung auf das optische Erscheinungsbild der KSV-Mannschaft zurück, denn die weiße Hose kombiniert mit den roten Stutzen erinnert an einen Klapperstorch. Die gängigere Herkunftsgeschichte begründet den Beinamen aber nicht mit der Kleidung, sondern in der nahe dem Holstein-Stadion gelegenen Gaststätte „Zum Storchennest“. Dort kehrten die Spieler in den frühen Jahren des Vereins wohl vor und nach den Trainingseinheiten des Öfteren ein. 

Tradition an der Förde 

Mit dem Wandel der Zeit und der damit einhergehenden stetigen Entwicklung im Fußballsport blieben mancherorts die traditionellen Werte auf der Strecke. Damit so etwas bei der KSV Holstein nicht passieren kann, gründeten die Kieler das „Gremium Traditionsclub“.  
Dieses setzt sich zusammen aus ehemaligen Spielern, ehrenamtlich Engagierten und Fans, den der nördlichste Proficlub Deutschlands ganz besonders am Herzen liegt.  
Gemäß der Vereinssatzung hat das Gremium die Aufgaben die Partizipation älterer Mitglieder zu fördern, bei internen Differenzen zu schlichten, das Präsidium und den Aufsichtsrat zu unterstützen und allen voran die Tradition im Verein zu pflegen.  

Fußball-Revoluzzer aus dem Norden 

Wir schreiben das Jahr 1928. In Norddeutschland ist das Ligasystem in elf regionale erstklassige Ligen eingeteilt – an eine Bundesliga ist noch lange nicht zu denken. Seit dem Ausspielen der ersten Deutschen Fußballmeisterschaft 1903 konnte gerade einmal in drei Saisons eine norddeutsche Mannschaft (zweimal HSV, einmal Holstein Kiel) die begehrte Viktoria-Trophäe gewinnen. Als Grund für dieses schlechte Abschneiden sahen die Spitzenvereine aus dem Norden die enorme Zerstückelung des Spielbetriebs in kleine regionale Ligen. Zum einen erbrachten die Partien gegen kleine lokale Mannschaften den Topvereinen aus Norddeutschland keine Leistungsförderung und zum anderen wirkten die Begegnungen für Zuschauer eher uninteressant, wodurch nur vergleichsweise geringe Ticketeinnahmen erzielt wurden.  
Die Spitzenclubs aus dem Norden strebten daher größere Ligen mit einem höherem Niveau an, wie sie bereits in Süddeutschland existierten. Die kleineren Vereine stemmten sich aber mehrheitlich gegen die Liga-Reform, weswegen der Norddeutsche Fußball-Verband die Ideen nicht umsetzen konnte. 
Die Topvereine um HSV und Holstein Kiel wollten sich mit dieser Absage aber nicht zufriedengeben. Es folgte ein Zusammenschluss aus insgesamt zehn Mannschaften, die sich in der Spielzeit 1928/29 in einer eigenen Liga organisierten. Die „Runde der Zehn“ entwickelte sich schnell zu einer Fußball-Bewegung, die dem bisherigen System und der Kontrolle der Verbände ein Ende zu bereiten drohte. Der NFV war nun gezwungen zu handeln, um seine Zugpferde nicht ein für allemal zu verlieren.  
Als gemeinsame Lösung ergab sich die Dezimierung der regionalen Ligen von elf auf sechs. Ab dem Sommer kehrten die zehn Clubs also wieder in das Verbands-System zurück und entwickelten sich fortan weiter. Meister der „Runde der Zehn“ wurde übrigens der Hamburger SV vor Holstein Kiel auf Platz zwei. 

Von oben nach unten und (fast) zurück 

Der größte Erfolg der KSV-Geschichte ist zweifelsohne der Gewinn der deutschen Meisterschaft im Jahre 1912. Das besondere an der Kieler Meister-Mannschaft war, dass die Spieler zum allergrößten Teil schon seit der Vereinsgründung zehn Jahre zuvor gemeinsam kickten. Der Kieler Fußballclub wurde 1902 nämlich als Schülerverein gegründet. Eine Dekade später fanden sich die langjährigen Teamkameraden dann im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft wieder, welches sie mit 1:0 gegen den Karlsruher FV um Spitzenspieler Julius Hirsch für sich entscheiden konnten. 
Bis zur Einführung der Bundesliga 1963 spielte Holstein stets in der höchsten Spielklasse – und das auch erfolgreich. Die regionalen Ligen dominierten die Kieler meist nach Belieben und in den norddeutschen Wettbewerben holte man sechsmal die Meisterschaft und siebenmal den Pokal. 
Nach der verpassten Qualifikation für die Bundesliga musste man sich in der nördlichsten Großstadt Deutschlands mit der Regionalliga zufriedengeben. Von dort an ging es für den KSV langsam, aber stetig bergab mit Tiefpunkten in der Oberliga Nord.  
Seit der Saison 2013/14 sind die Kieler Störche ununterbrochen im deutschen Profifußball vertreten und standen bereits zweimal kurz vor einem Bundesliga-Aufstieg. Jedoch verpasste man sowohl 2018 als auch in der vergangenen Saison den direkten Aufstieg. Somit ging es zweimal in die Relegation, in der man zuerst gegen den VfL Wolfsburg und dann gegen den 1. FC Köln scheiterte. 

Eichner: "Ich habe nichts gegen ein offenes Visier"

Vorberichte

In unseren letzten zwei Duellen mit Holstein Kiel sind jeweils fünf Treffer gefallen. Unser Chefcoach Christian Eichner hätte nichts gegen ein weiteres Offensivfeuerwerk. Wie er die Partie sonst so einschätzt und wie er und seine Jungs die Länderspielpause genutzt haben, das lest ihr in unserem Vorbericht.

Die kommende Partie

Gut zwei Wochen sind seit der unglücklichen Auswärtsniederlage beim 1. FC Nürnberg mittlerweile vergangen. Während der Länderspielpause ging es in den zahlreichen Trainingseinheiten unter anderem um die Entscheidungsfindung im vorderen Drittel. "Wir wollen versuchen eine gute Balance zu finden aus Fußball spielen, hoher Intensität und dann trotzdem das Ergebnis auf unsere Seite ziehen." Gegen qualitativ starke Mannschaften wie Kiel wird dies auch nötig sein. Den hohen Konkurrenz"kampf" innerhalb seines Teams sieht Christian Eichner komplett positiv: "So steigern wir die Trainingsqualität und auch die jedes einzelnen Spielers, weil er jeden Tag in den Kampf um die Position muss." Das ist besonders wichtig, "wenn jemand mal wegbricht, dann springt jemand anderes in die Bresche". 

Auf den kompletten Kader wird es auch gegen die Schleswig-Holsteiner ankommen. "Ich hab nichts gegen ein offenes Visier, solange am Ende die Punkte bei uns bleiben." Und wie sollen Eichners Jungs das angehen? "Wir werden sehr gut gegen den Ball arbeiten, brauchen eine gewisse Intensität und Galligkeit. Wir brauchen unsere KSC-Qualitäten. Sie werden gierig sein und unsere Aufgabe wird es sein, ein Stopp-Schild reinzusetzen. Meine Jungs werden ähnlich gierig sein wie in unseren beiden Partien in der letzten Saison." Und diese Spiele gingen bekanntermaßen an uns. Am Ende der Spielzeit 2020/21 wurde der Lauf der Kieler erst in der Relegation gestoppt. Unser Sieg am 33. Spieltag gegen die Störche schickte die Kieler überhaupt erst dorthin. "Grundsätzlich hat diese Mannschaft in der letzten Saison eine grandiose Saison gespielt." Mit vier Punkten aus den ersten fünf Spielen war der Saisonstart der Kieler jedoch eher durchwachsen. Auch wenn zuletzt der erste Dreier eingefahren wurde. "Man muss fairerweise dazusagen, dass sie mit Lee den besten Spieler der Liga und mit Serra einen sehr wichtigen Spieler verloren haben. Auch Jonas Meffert fehlt ihnen." Doch auch jetzt hat Ole Werner eine schlagkräftige Truppe beisammen. "Wir müssen eine überdurchschnittliche Leistung bringen, um den Gegner in die Knie zu bekommen. Wir freuen uns auf einen attraktiven Gegner." 

KSC-Personal

Die Verletztenliste ist mittlerweile auf vier Spieler gewachsen. "Paul Löhr und Leon Jensen machen aber große Fortschritte. Jannis Rabold wird mit seiner Kniegeschichte diese Woche aussetzen, Niklas Heeger wird uns leider ein bisschen länger fehlen." Zurück in den Kader kommt neben Robin Bormuth auch Co-Captain Marvin Wanitzek, der seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen hat. "Wir haben also fast alle Mann an Bord. Meine Aufgabe wird es dann sein unsere beste Elf am Samstag auf den Platz zu schicken."

Die Lage in Liga 2

Der Samstag des 6. Zweitliga-Spieltags ist geprägt von Nord-Süd-Duellen. Neben unserer Partie steigt in Ingolstadt das Duell mit Werder Bremen, zudem empfängt der Hamburger SV den SV Sandhausen (Anpfiff 20:30 Uhr). Nördlicher geht es dann schon bei Hannover gegen St. Pauli zu. Am Sonntag gastiert dann unter anderem Düsseldorf bei Schlusslicht Aue, im bayerischen Duell empfängt Regensburg den Club aus Nürnberg. Insgesamt ist die Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga auch nach fünf Spielen noch sehr eng beisammen. Beispiel gefällig? Zwischen uns auf Platz sechs und Heidenheim auf Platz 11 liegen nur zwei Punkte Differenz. Dahinter tummeln sich gleich sechs Teams mit vier Punkten. Die Saison ist eben noch jung!

 

Gondorf: "Wir reden über ein gerechtes Ergebnis"

Spielberichte

Unser Kapitän Jerôme Gondorf schätzt das 2:2 gegen Holstein Kiel für euch ein.

Jerôme Gondorf

Zum Spiel:
Jerôme: "Aufgrund dessen, dass wir den Sack nicht zugemacht haben, aber kurz vor Ende auch noch zurückliegen, muss man über ein gerechtes Ergebnis reden – auch wenn ich mich damit etwas schwertue. Ich glaube wir haben uns einiges erspielt, sind aber dann nicht zwingend genug gewesen. Die Tore fielen meines Erachtens viel zu einfach. Da lassen wir uns zweimal im Fünfmeterraum ohne richtige Gegenwehr übertrumpfen. Damit habe ich immer so meine Probleme. Umso wichtiger ist, dass wir dann trotzdem nochmal so zurückkommen. Und am Ende – wenn wir ganz ehrlich sind – können wir sogar noch das 3:2 machen und hätten diese drei Punkte. Das ist das Positive, das wir mitnehmen und natürlich auch, dass wir nach einem Rückstand zurückgekommen sind. Das müssen wir aber einfach noch Vergolden."

Zum schwierigen Start in die Partie:
Jerôme: "Das lag daran, dass Kiel einfach sehr gut ist. Sie hatten einen schwierigen Start in die Saison, aber das heißt ja nicht, dass sie Qualität verloren haben. Kiel ist eine sehr hochwertige Mannschaft, sie sind in der Breite sehr gut besetzt. Sie haben einige Ausfälle gehabt, von denen man heute nichts gespürt hat. Das zeichnet dann eine solche Mannschaft aus. Was sie in den letzten Jahren gespielt haben, spricht für sich. Wir müssen da auf dem Boden bleiben und wissen, wo wir herkommen. Wir haben gegen einen ansprechenden Gegner ein OK-Ergebnis geholt."

Wie unser Stürmer und Ausgleichstorschütze Philipp Hofmann sowie unser Torwart Marius Gersbeck das heutige Spiel einschätzen, erfahrt ihr zeitnah in unserem Highlight-Clip auf KSC DREI60!

Späte Entscheidung bei Unentschieden gegen Kiel

Spielberichte

Nach überstandener Länderspielpause nahm der Karlsruher SC am Samstagnachmittag zuhause gegen Holstein Kiel wieder den Ligaspielbetrieb auf. Die umkämpfte Partie mit vielen Höhepunkten endete in einem leistungsgerechten Unentschieden.

Christian Eichners Taktik

Der Badener hinter der Seitenlinie nutzte die Länderspielpause für intensive Trainingseinheiten und ein Testspiel gegen die Mainzer Bundesligisten. Dort schien Marc Lorenz überzeugt zu haben, denn der erfahrene Außenspieler kam gegen Holstein Kiel zu seinem ersten Startelfeinsatz in der laufenden Saison. Ebenfalls behaupten konnte sich der 19-jährige Tim Breithaupt, der zuletzt den gesperrten Marvin Wanitzek ersetzte. Eigengewächs Breithaupt beackerte am 6. Spieltag die Sechserposition, während das eingespielte Duo um Kapitän Jerôme Gondorf und Rückkehrer Wanitzek im vorgeschobenen zentralen Mittelfeld für Stabilität sorgen sollten.
In der Innenverteidigung kam Maskenmann Robin Bormuth zum Zug, der in den vergangenen Ligapartien aufgrund eines Jochbeinbruchs pausieren musste. Als taktische Formation ergab sich somit die gewohnte Anordnung in einem 4-3-3 mit Philipp Hofmann als Stoßstürmer.

Das Spiel in der Zusammenfassung

Offener Schlagabtausch im ersten Durchgang
Wie schon von Cheftrainer Christian Eichner in der Pressekonferenz angekündigt, startete der KSC mit einem offenen Visier in die Partie. Bereits nach vier gespielten Minuten kamen die Blau-Weißen zur ersten Riesenchance des Spiels. Nach Ballgewinn Wanitzek versuchte sich Choi an einem Torabschluss, den Gelios im Kieler Kasten nur zur Seite abprallen lassen konnte. Dort schnappte sich Hofmann die Kugel, der aber ebenfalls nicht an Gelios vorbeikam. Aber auch auf der Gegenseite ging es gleich zu Beginn heiß her, als der bundesligaerfahrene Bartels Flügelspieler Reese in Szene setzte. Die schnelle Nummer Elf des KSV legte weiter zu Porath, dessen Torchance durch eine resolute Abwehraktion Kobalds gestoppt wurde (7.).
Auch in den nächsten Minuten der Anfangsviertelstunde spielte sich das Geschehen nur wenig im Mittelfeld ab, sondern primär in Nähe der beiden Schlussmänner. Die Viererketten beider Mannschaften agierten jedoch abgeklärt und ließen zunächst nichts anbrennen.
Vor allem Fabian Reese auf Kieler Seite und Choi bei den Badenern gelang in der Offensive ihre Duftmarke zu versprühen, aber weder Porath (20.), noch Hofmann (22.) konnten Aktionen zu einem Führungstreffer veredeln.
Der offene Schlagabtausch verging nach circa 25 Minuten, denn dann übernahmen die Karlsruher zunehmend die Kontrolle über die Partie. Störche-Keeper Gelios war an diesem lauen Samstagnachmittag allerdings gut aufgelegt. Eine Wanitzek-Flanke aus dem rechten Halbfeld fand in der 34. Spielminute den Kopf von KSC-Topstürmer Hofmann. Der Deutsch-Grieche zwischen den Pfosten machte sich lang und fing das Leder im Flug. Die Badener ließen aber nicht locker. Ganz im Gegenteil: der KSC arbeitete weiter aktiv nach vorne. Noch vor der Pause wurden die Anstrengungen entlohnt, als Hofmann einen hohen Ball aus der Defensive mit dem Kopf in den Lauf von Kyoung-Rok Choi weiterleitete. Der wieselflinke Offensivmann behauptete die Kugel mit einem Mix aus Körperspiel und Schnelligkeit. Auf Höhe des Holsteiner Elfmeterpunktes angekommen, blieb der Karlsruher cool und spitzelte den Ball zum 1:0 in die Maschen (38.).
Wenige Minuten später pfiff Schiedsrichter Michael Bacher bei diesem Spielstand zur Halbzeitpause.

Heiße Schlussphase bringt Entscheidung
Zu Beginn des zweiten Durchganges wollte Christian Eichners Mannschaft direkt da weiter machen, wo sie aufgehört hatte. Erneut ging Sturmtank Hofmann aus einem Kopfballduell als Sieger hervor und leitete den Ball direkt weiter. Es folgte eine Passstafette der Karlsruher, die bei Wanitzek endete. Die Nummer Zehn des KSC nahm sich ein Herz und zimmerte auf das Kieler Tor, die Pille segelte jedoch haarscharf am linken Pfosten vorbei (47.). Der Spielstand blieb unverändert, der KSC arbeitete weiter auf den nächsten Treffer hin. Die Gäste aus dem hohen Norden wollten sich aber keineswegs mit dem Rückstand zufriedengeben. So kamen die Kieler erst durch Neumann in der 64. Minute, gefolgt von dem eingewechselten Pichler vor Gersbecks Tor. Letzter wurde von Breithaupt zentral vor dem Sechzehnmeterraum zu Fall gebracht – Freistoß (66.). Den ruhenden Ball trat Alexander Mühling in den badischen Himmel.
Karlsruhe wollte erhöhen, Kiel ausgleichen. Die Uhr lief dabei aber für den KSC, wodurch die Nordlichter im Laufe der Zeit ihre Hinterreihen öffnen mussten. Die von den Fans angepeitschten Badener nutzten die Räume, um in die gegnerische Gefahrenzone zu gelangen, konnten jedoch nichts Zählbares auf die Anzeigetafel bringen. Anders sah es bei den Gästen aus. Die ganz in weiß gekleideten Kieler schalteten nach Ballgewinn schnell um. Eine gezielte Flanke auf KSV-Angreifer Mees besiegelte den Ausgleich (77.). Der KSC ließ sich durch den Gegentreffer merklich aus der Bahn werfen. Die über die längste Spielzeit gut organsierte Defensivverbund gestattete Kiel zu viel Platz, um ihr Spiel aufzuziehen. Die Konsequenz daraus folgte schnell. Wie auch schon beim ersten Gegentreffer kamen die Gäste zu frei zur Flanke, diesmal war Bartels zur Stelle und nickte zum 1:2 ein (80.).
Die Karlsruher, nun innerhalb weniger Minuten ins Hintertreffen geraten, stemmten sich in den Schlussminuten nochmal auf. Mit vereinter Kraft arbeiteten sich Christian Eichners Männer stationsweise Richtung Kieler Tor. Auf der rechten Seite stand der mitaufgerückte Sebastian Jung zur Hereingabe bereit, die er auf den Elfmeterpunkt brachte. Dort lauerte der Mann, der immer für ein Tor gut ist: Philipp Hofmann. Der großgewachsene Stürmer bewies seine Fähigkeiten vor dem Tor und verwandelte trocken zum Ausgleich (88.). Mit der verbleibenden Zeit auf der Uhr setzten die Blau-Weißen alles daran, den Heimsieg noch einzufahren. Kiel verteidigte allerdings konsequent.
Damit endete das sechste Ligaspiel in einem 2:2-Unentschieden.

Fazit & Ausblick

Auf die Begegnung des sechsten Spieltages schaut man mit gemischten Gefühlen. Der KSC lag über die längste Zeit in Führung, schaffte es jedoch nicht, diese nach Hause zu bringen. Stattdessen schlugen die Kieler Gäste Kapital aus zwei Flanken innerhalb von drei Minuten. Die Blau-Weißen bewiesen nach dem doppelten Rückschlag Moral, indem man sich zum Ausgleich zurückkämpfte.
Alles in Allem ein leistungsgerechtes Unentschieden, das sich gleichzeitig wie zwei verlorene und ein gewonnener Punkt anfühlt.

Weiter geht es für Christian Eichner und seine Mannschaft am nächsten Freitag in der Ferne. Denn dann werden im Spiel gegen Bundesliga-Absteiger Schalke 04 im Ruhrpott die nächsten Punkte vergeben.

Übersicht

Aufstellung
KSC: Gersbeck - Heise, Kobald, Bormuth (66. Gordon), Jung - Gondorf, Breithaupt (75. Kaufmann), Wanitzek – Lorenz (66. Batmaz), Hofmann, Choi (82. Schleusener)

Holstein Kiel: Gelios – Kirkeskov (57. van den Bergh), Si. Lorenz, Wahl, Neumann - Bartels, Benger, Mühling (85. Erras) - Reese, Arp (61. Pichler), Porath (57. Mees)

Schiedsrichter: Michael Bacher

Gelbe Karten: Breithaupt (66.)

Tore: Choi (38.), Hofmann (88.) | Mees (77.), Bartels (80.)

Endergebnis: 2:2

Stadion: BBBank Wildpark

Zuschauer: 10.000

6. Spieltag

Begegnung Ergebnis Datum/ Uhrzeit
:
2:1 11.09.2021 20:30h
:
2:2 11.09.2021 13:30h
:
1:0 11.09.2021 13:30h
:
0:3 11.09.2021 13:30h
:
2:1 12.09.2021 13:30h
:
0:1 12.09.2021 13:30h
:
0:1 12.09.2021 13:30h
:
2:2 12.09.2021 13:30h
:
2:1 12.09.2021 13:30h
Tabelle
Platz Verein Spiele g. u. v. Tore Diff. Punkte
1.
Jahn Regensburg
6 4 1 1 14:5 9 13
2.
SC Paderborn 07
6 3 2 1 12:5 7 11
3.
Werder Bremen
6 3 2 1 11:7 4 11
4.
Dynamo Dresden
6 3 1 2 10:7 3 10
5.
FC St. Pauli
6 3 1 2 9:6 3 10
6.
1. FC Nürnberg
6 2 4 0 8:5 3 10
7.
FC Schalke 04
6 3 1 2 10:9 1 10
8.
Karlsruher SC
6 2 3 1 9:5 4 9
9.
Hamburger SV
6 2 3 1 10:8 2 9
10.
1. FC Heidenheim
6 2 3 1 5:4 1 9
11.
SV Darmstadt 98
6 2 1 3 13:10 3 7
12.
Fortuna Düsseldorf
6 2 1 3 8:10 -2 7
13.
Hansa Rostock
6 2 1 3 8:11 -3 7
14.
Hannover 96
6 2 1 3 3:10 -7 7
15.
Holstein Kiel
6 1 2 3 7:13 -6 5
16.
SV Sandhausen
6 1 1 4 4:10 -6 4
17.
FC Ingolstadt 04
6 1 1 4 4:14 -10 4
18.
Erzgebirge Aue
6 0 3 3 2:8 -6 3
Karlsruher SC
TOR Gersbeck
DEF S. Jung
DEF Bormuth
DEF Kobald
DEF Heise
MIT Breithaupt
MIT Gondorf
MIT Wanitzek
MIT Choi
MIT M. Lorenz
ANG P. Hofmann
Auswechselbank
TOR Kuster
Jakob
Thiede
Cueto
Kother
Eingewechselt
Gordon
Batmaz
Kaufmann
Schleusener
Holstein Kiel
TOR Gelios
DEF P. Neumann
DEF Wahl
DEF Si. Lorenz
DEF Kirkeskov
MIT Benger
MIT Mühling
MIT Bartels
MIT Porath
MIT Reese
ANG Arp
Auswechselbank
TOR Dähne
Sander
Sterner
Eingewechselt
J. van den Bergh
Mees
Pichler
Erras

Match
Center
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