5. Spieltag
1. FC Nürnberg
2:1
Karlsruher SC
( 0:0 )
Zuschauerzahl: 13120
Schiedsrichter: Alt (Illingen)
Austragungsort: Max-Morlock-Stadion
Spielplan

Marius Gersbeck Ligaspitze: Die Zahlenspiele zu #FCNKSC

Vorberichte

Heute Abend treffen nicht nur zwei Traditionsteams, sondern auch zwei defensivstarke Mannschaften aufeinander. In welcher Hinsicht Marius Gersbeck Ligaspitze ist, wie viele Torschüsse wir bislang überhaupt erst zugelassen haben und vieles mehr, erfahrt ihr bei unseren "Daten und Fakten" zum Duell gegen den 1. FC Nürnberg.

Defensive Stabilität – die Erste
Nur gegen Nürnberg kamen die Gegner seltener zum Torschuss (37-mal) als gegen uns (41-mal). Außerdem haben wir mit 60 Prozent gewonnenen Defensiv-Zweikämpfen den besten Wert der gesamten Liga. Allgemein haben wir mit nur einem Gegentreffer aktuell die beste Defensive der Liga, gemeinsam mit dem ungeschlagenen Spitzenreiter aus Regensburg.

Heimstärke vs. Auswärtsstärke
Zu Hause im Max-Morlock-Stadion hat Nürnberg seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr verloren (drei Siege, fünf Remis). Wir können jedoch mit einer bärenstarken Auswärtsbilanz 2021 dagegenhalten: In unseren zwölf Gastspielen in diesem Kalenderjahr holten wir 25 Punkte (sieben Siege, vier Unentschieden, eine Niederlage).

Rückkehrer Schleusener
Fabian Schleusener ist eine Nürnberger Legende. Auch wenn er nur einmal in 47 Zweitliga-Spielen traf. Im Juli 2020 war er in der Relegation gegen Ingolstadt der Club-Held, sein Tor in der 96. Minute sicherte den Klassenerhalt.

Defensive Stabilität – die Zweite
Wir mussten seit über fünf Stunden keinen Gegentreffer in einem Ligaspiel mehr hinnehmen (308 Minuten) und könnten erstmals seit 2015 in vier Zweitliga-Spielen hintereinander die Null halten. Marius Gersbeck ist in Sachen abgewehrte Bälle übrigens Ligaspitze (92%). Auch Daniel Gordon – mittlerweile der älteste Feldspieler der Liga – konnte zuletzt die Stabilität unterstützen.

Seit sechs Spielen freitags ungeschlagen
Am 21. Februar trafen beide Kontrahenten von heute Abend das letzte Mal aufeinander, auch da war es ein Freitagabend-Spiel. In der 90. Minute mussten wir durch Mats Möller Daehli das 0:1 hinnehmen. Seitdem hat Nürnberg freitags nicht mehr gewonnen (4 Unentschieden, eine Niederlage), wir hingegen haben seitdem freitags nicht mehr verloren (drei Siege, drei Unentschieden).

Eichner: „Wir müssen unsere Attribute für den Defensivverbund im Bus haben“

Vorberichte

Zeit für das nächste Traditionsduell! Es geht nach Franken, genauer gesagt ins Nürnberger Max-Morlock-Stadion. Wir eröffnen morgen Abend (Anpfiff: 18:30 Uhr) den 5. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga. Nach einer kurzen Trainingswoche schätzt Christian Eichner die anstehende Partie für euch und uns ein.

Die kommende Partie

Mal wieder steht eine sehr klangvolle Partie auf dem Programm. 1. FC Nürnberg gegen Karlsruher SC – Tradition pur! Im Freitagabendspiel treffen aber nicht nur zwei Traditionsteams, sondern auch zwei bisher ungeschlagene Mannschaften aufeinander. Allgemein musste „der Club“ zuletzt im Mai beim Hamburger SV eine Niederlage einstecken. „Ich empfinde sie vom Gesamtpaket her ähnlich wie uns. Sie sind auch im Gesamtkonstrukt zusammengeblieben. Eine gute Mischung mit extrem vielen jungen Spielern. Ich habe sie letztes Jahr schon weiter vorne erwartet und so auch diese Saison.“ So richtig in der 2. Bundesliga angekommen scheinen die „Clubberer“ seit ihrem Bundesligaabstieg 2019 noch nicht zu sein. Nach dem Fast-Abstieg 2020 gab es in der vergangenen Spielzeit Rang 11 im Gesamttableau. 

Auch die Spielweise der Mittelfranken ähnelt der unseren. „Sie haben wenige Tore bekommen bisher. Ich erwarte eine sehr enge Partie, die durch ein Tor entschieden wird. Wir müssen sehr schlau sein und unsere Attribute für den Defensivverbund im Bus haben.“ 

Doch natürlich will Christian Eichner auch offensiv noch zulegen. „Wir müssen an der Entscheidungsfindung arbeiten, das haben wir per Video mit der Mannschaft aufgearbeitet. Da versuchen wir jedem Einzelnen, aber auch der gesamten Gruppe vor Augen zu führen, in welche Richtung es gehen muss.“ Die berühmte Marschroute ist aber klar: „Wir werden versuchen nicht nur ergebnistechnisch, sondern auch leistungstechnisch in der Spur zu bleiben und wollen unser Punktekonto aufstocken.“ 

KSC-Personal

„Wir werden auf Marvin Wanitzek, Robin Bormuth, Leon Jensen, Paul Löhr und Lazar Mirkovic verzichten müssen.“ Ob unsere beiden Neuzugänge Kilian Jakob und Felix Irorere im Spieltagskader stehen werden, darauf hat sich unser Cheftrainer noch nicht festgelegt. Vor allem aber die entstandene Lücke von unserer Nummer 10 gilt es zu schließen. „Er ist ein Fixpunkt für uns im Spiel.“ Tim Breithaupt kam nach Wanitzeks Ampelkarte gegen Bremen ins Spiel, „es kann aber auch sein, dass Lukas Fröde zum Einsatz kommt.“ So kennen wir unseren „Eiche“, in die Karten lässt er sich selten schauen.

Die Lage in Liga 2

Zeitgleich mit unserer Partie startet ein weiteres badisch-bayerisches Duell. Sandhausen empfängt Aufsteiger Ingolstadt. Die ungeschlagenen Regensburger, die aktuell den Platz an der Sonne innehaben, sind am Sonntag auf St. Pauli zu Gast, Schalke und Düsseldorf duellieren sich am Samstagabend. Das „Kellerduell“ – wenn man nach vier Spielen von so etwas überhaupt sprechen möchte – steigt am Samstagmittag in Kiel. Aue (mit Dirk Carlson und Babacar Gueye im Gepäck) als 16. gastiert bei den Störchen (18.). Ansonsten ist die Liga größtenteils noch sehr eng beisammen, mit einem Dreier in Nürnberg könnten wir vorrübergehend sogar auf Platz zwei hüpfen. 

 

Fußball bis zum Umfallen: Der FCN und die deutsche Meisterschaft 1922

Vorberichte

Wer gewann nach dem FC Bayern die meisten deutschen Meisterschaften? Der 1. FC Nürnberg! Die Franken holten in ihrer 121-jährigen Geschichte schon neunmal den höchsten Titel im nationalen Vereinsfußball. Seine größten Erfolge feierte "der Club" dabei in den '20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.  Nach dem Meisterschaftsgewinn 1920 und der Titelverteidigung im Folgejahr waren die Nürnberger in der Spielzeit 1921/22 Teil eines einzigartigen Kampfes um die deutsche Fußballmeisterschaft. Bei "Gegner im Detail" nehmen wir das "Meisterschafts-Drama" unter die Lupe.

Erster Akt: Das Endspiel 

Lange vor der Gründung der Bundesliga im Jahre 1963 wurde der deutsche Meister in einer K.O.-Endrunde ermittelt. Für die Viertelfinals waren die Meister bzw. die Führenden der regionalen Verbände qualifiziert. Als Vorjahressieger hatten die Nürnberger einen Startplatz sicher, obwohl sie die süddeutsche Meisterschaft nicht erringen konnten. 
In der Runde der besten Acht bezwang der FCN die SpVgg 1899 Leipzig-Lindenau mit 3:0 und den SV Norden-Nordwest 98 Berlin im Halbfinale mit 1:0. Somit standen die Franken zum dritten Mal in Folge im Finale um die deutsche Meisterschaft. Der Titel-Hattrick war nur noch einen Sieg entfernt. 
Zum Endspiel reisten die Nürnberger ins deutsche Stadion im Berliner Grunewald, wo der HSV als Gegner wartete. Dieser entstand erst drei Jahre zuvor durch die Fusion dreier Hamburger Vereine und befand sich somit noch in den Kinderschuhen. Der FCN ging also als klarer Favorit in die Partie – nicht zuletzt auch, weil süddeutsche Mannschaften, denen aus der restlichen Republik zu dieser Zeit fußballerisch meist voraus waren. Trotzdem erwischten die Hansestädter den besseren Start in die Partie und konnten somit bereits innerhalb der ersten 20 Minuten durch einen Treffer von Hans Rave in Führung gehen. Die ambitionierten Nürnberger ließen sich das aber nicht gefallen. Direkt nach dem Wiederanstoß zeigte der fränkische Außenspieler Heinrich Träg seine Dribbelstärke, als er die Hamburger Hintermannschaft schwindelig spielte. Zum Abschluss seines Sololaufes versenkte er die Kugel im Tor. Ausgleich. 
Von diesem Moment an spielten sich die Nürnberger in einen Rausch und gewannen somit die Oberhand über das Geschehen. Noch vor der Pause verwandelte Luitpold Popp einen Fernschuss zur Führung, kurz danach erhöhte Heinrich Träg auf 3:1.  
Der dritte FCN-Treffer war der erste große Aufreger des Finalspiels. Der Ball landete zwar im Hamburger Tor, mit ihm aber auch Torhüter Hans Martens. Der über zwei Meter große Hüne im Tor der Rautenträger wurde vom Club-Angreifer schlichtweg umgerannt. Nach kurzer Überlegung entschied der Unparteiische Dr. Peco Bauwens - zum Leidwesen der Franken – auf Foulspiel und somit kein Tor. 
Die durch diese Aktion erhitzten Gemüter kühlten sich in der direkt darauffolgenden Halbzeitpause nicht ab. Ganz im Gegenteil: Im Laufe des zweiten Durchgangs sah sich Schiedsrichter Bauwens dazu gezwungen die Begegnung zu unterbrechen und die beiden Kapitäne stellvertretend für ihre Mannschaften zu einem faireren Spiel aufzufordern. Die Ansprache trug jedoch keine Früchte.  
Nur kurze Zeit später machte der Ellenbogen des HSV-Stürmerstars „Tull“ Harder eine unliebsame Bekanntschaft mit der Visage des Nürnbergers Anton Kugler. Harder sah sich selbst als Unschuldslamm, die vier ausgeschlagenen Zähne und das blutverschmierte Trikot sprachen jedoch eine andere Sprache.  
Nichtsdestotrotz ging die Partie weiter, schließlich musste es noch eine Meisterentscheidung geben. Umso länger die Partie fortschritt, desto mehr riskierten die Hamburger auch nach vorne. Die Drangphase des HSV gipfelte in der 86. Minute dann in dem Ausgleichstreffer durch Hans Flohr. Mehr sollte in der regulären Spielzeit nicht mehr geschehen. 
48 Jahre bevor Karl Wald das Elfmeterschießen erfand, musste die Entscheidung um den deutschen Fußballmeister 1921/22 gemäß der alten Bolzplatz-Regel „letztes Tor entscheidet“ fallen. 
Bald war das Endspiel für die 22 Akteure auf dem Platz nicht mehr nur ein Duell mit dem Gegner, sondern auch ein Kampf mit der eigenen Kraft.  Immer wieder auftretende Verletzungsunterbrechungen durchzogen die Extra-Spielzeit, während die Dämmerung bereits eingesetzt hatte. 
Nach über zweieinhalb Stunden reiner Spielzeit war dann das Leistungspensum erreicht. Allerdings nicht bei den Nürnbergern, oder den Hamburgern, sondern beim Schiedsrichter Dr. Peco Bauwens. Der Referee ging von Wadenkrämpfen geplagt zu Boden und unterbrach die Partie für eine Behandlungspause.  
Der Krampf wurde schnell ausgedrückt und die Partie war wieder in vollem Gange. Wenige Minuten später war dann aber endgültig Schluss. Diesmal waren es aber nicht Verletzungen, sondern die eintretende Dunkelheit, die ein Weiterspielen verhinderte. Nach 189 Minuten Spielzeit gingen alle Beteiligten also ohne Gewissheit im Meisterschaftskampf wieder nach Hause. Für die finale Entscheidung wurde ein sieben Wochen später stattfindendes Wiederholungsspiel anberaumt. 

Zweiter Akt: Das Wiederholungsspiel 

Am 6. August 1922 ging der Final-Wahnsinn weiter. Im VfB-Stadion zu Leipzig trafen sich FCN und HSV in alter Frische wieder, um den deutschen Meister zu ermitteln. Die Ereignisse aus dem ersten Spiel lösten im ganzen Land einen regelrechten Hype aus, sodass zum Wiederholungsspiel 50.000 Zuschauer anreisten – das waren über 60 % mehr als bei der Partie in Berlin. 
Die Spielleitung übernahm erneut Dr. Peco Bauwens, der die Spieler beider Mannschaften diesmal an einer kürzeren Leine halten wollte. Diese Leine drohte ihm allerdings bereits in der 18. Minute zu entgleiten, als der Nürnberger Angreifer Willy Böß im Anschluss an einen hart geführten Zweikampf bei seinem Gegenspieler nachtrat. Die Konsequenz: frühzeitiges Duschen für den Franken und Unterzahl für seine Mannschaft. Das personelle Defizit ließ sich der FCN aber nicht anmerken, denn zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte Heinrich Träg den Führungstreffer erzielen. 
Wie auch schon im ersten Spiel waren die Hamburger Rothosen zum Spielende hin im Hintertreffen, konnten sich aber erneut in die Begegnung zurückkämpfen und noch vor Ablauf der 90 Minuten ausgleichen. 
Kurz nach dem Gegentreffer musste der Club den nächsten Rückschlag hinnehmen. Anton Kugler – seit der ersten Partie mit vier Zähnen weniger im Mund – verletzte sich am Bein, wodurch ihm ein Weiterspielen nicht möglich war. Da Auswechslungen damals nicht erlaubt waren ging es für die Nürnberger zu neunt weiter. 

Als auch nach der regulären Spielzeit kein Meister gefunden war ergab sich das bereits bekannte Szenario: Verlängerung nach Golden-Goal-Prinzip à jeweils 20 Minuten.  
Der Spielstand blieb derselbe, die Nürnberger Selbst- und Gegnerzerstörung nahm aber weiter ihren Lauf. Torschütze Träg verlor seine Contenance, als er den gegnerischen Verteidiger „Ali“ Beier aus dem Nichts umrempelte. Platzverweis für Träg – acht gegen elf. 
Aber auch in nunmehr dreifacher Überzahl scheiterten die Hansestädter am bärenstarken FCN-Schlussmann Heinrich Stuhlfauth.  
Nach der ersten Verlängerung kam es für den Club dann noch dicker: Luitpold Popp sackte nach Abpfiff der ersten Verlängerung zu Boden. Den Nürnberger verließen nach insgesamt fast 300 Minuten reiner Spielzeit seine Kräfte und er blieb vor Erschöpfung auf dem Rasen liegen.  
Popp war es nicht mehr möglich weiterzuspielen. Damit unterschritt der FCN die Mindestanzahl an Spielern. Es folgte ein Hin und Her im Leipziger Stadion.  
Der HSV beharrte darauf weiterzuspielen, während die personell dezimierten Nürnberger auf keinen Fall noch gegen den Ball treten wollten. Schiedsrichter Bauwens entschied sich letztendlich dazu, auch das Wiederholungsspiel um die deutsche Meisterschaft ohne Meister zu beenden. 

Dritter Akt: Das Nachspiel 

Was passiert nun in so einem Fall?  
Der DFB beriet sich und traf die Entscheidung den HSV zum deutschen Meister 1922 küren. Den Entschluss begründete der Verband mit den beiden Platzverweisen des FCN, durch die der Club selbstverschuldet in den personellen Engpass kam. Die Nürnberger gingen gegen das Urteil vor – mit Erfolg. 
Die Tatsache, dass der Schiedsrichter die Partie beendete, während sie gerade aufgrund der Pause zwischen erster und zweiter Verlängerung unterbrochen war, diente dem FCN als Schlupfloch. Dadurch besaß der Spielabbruch keine Gültigkeit und verhinderte eine Meisterentscheidung.  
Die Messe war damit aber immer noch nicht endgültig gelesen, denn der HSV legte Einspruch gegen den Beschluss ein. Der DFB-Bundestag stimmte ab und entschied erneut, dass die Hamburger Anspruch auf den Meistertitel haben. Plötzlich zog der HSV seinen Antrag jedoch wieder zurück und gab sich ohne Meisterschaft zufrieden.  
Im Nachhinein warfen Hamburger Verantwortliche der DFB-Führung vor den HSV dazu gedrängt zu haben, von ihrem Anspruch zurückzutreten. Der DFB wiederum wurde wohl vom Süddeutschen Fußballverband vor die Entscheidung gestellt, entweder keinen Meister zu küren oder zukünftig, ohne die Mannschaften aus dem Süden Deutschlands auskommen zu müssen. 

Wie es wohl auch immer abgelaufen sein mag. Das Endergebnis ist, dass es in der Spielzeit 1921/22 keinen deutschen Meister gab. Auf der Meisterschale sind aber sowohl der FCN, als auch der HSV für ebendiese Saison als Sieger eingraviert. 

Schleusener: "Schade, dass wir dann nicht belohnt wurden." 

Spielberichte

Nach der knappen 2:1-Auswärtsniederlage gegen den 1. FC Nürnberg gaben uns Innenverteidiger Christoph Kobald und Offensivmann Fabian Schleusener ihre Stimmen zur Partie des 5. Spieltages.

Christoph Kobald:

So ist die zweite Liga. Wir müssen uns vorne belohnen. Ich denke, wir haben ein super Spiel gemacht bis auf die zehn Minuten nach der Halbzeit, in denen wir auch das Tor bekommen.  

Es war eine dumme Aktion von mir, deshalb nehme ich das Tor auch ganz klar auf meine Kappe. Ich wollte den Ball zu Marius spielen, um einfach wieder Sicherheit zu bekommen und damit wir den Ball haben. Stattdessen spiele ich ihn genau vor die Füße von meinem Gegenspieler … 

 

Fabian Schleusener: 

Ich denke, es war kein schlechtes Spiel heute von uns. Wir haben nach der Pause fünf bis zehn Minuten gehabt, die nicht gut waren, wo wir mit uns selbst zu tun hatten und deswegen zu wenig Zugriff. Ich glaube, dass wir da das Spiel hergegeben haben. Nach hintenraus haben wir uns Chancen erarbeitet – schade, dass wir dann nicht belohnt wurden. 

Wir haben acht Punkte, es gibt schlechtere Saisonstarts. Nichtsdestotrotz hatten wir uns heute vorgenommen, auf jeden Fall wieder die Null zu halten und das ist uns nicht geglückt. Wir werden jetzt die Länderspielpause nutzen und weitermachen. 

Ich habe mich sehr auf das Spiel heute Abend gefreut. Flutlichtspiele haben immer eine besondere Atmosphäre und es war schön, hier einige bekannte Gesichter wiederzusehen. 

Keine Punkte in Franken

Spielberichte

 Am 5. Spieltag reiste der KSC ins Nürnberger Max-Morlock-Stadion zum Schlagabtasuch mit dem FCN. Bei Flutlicht und zwischenzeitlichem Stark-Regen kassierten die Blau-Weißen ihre erste Saisonniederlage.

Christian Eichners Taktik

Der Karlsruher Cheftrainer nahm im Vergleich zum torlosen Remis gegen den SV Werder zwei Änderungen in der Startelf vor. Der gelb-rot-gesperrte Marvin Wanitzek wurde durch Mittelfeld-Talent Tim Breithaupt ersetzt und auf der rechten Außenbahn kam Marco Thiede zum Zug, Lucas Cueto rückte dafür auf links.  
Bei der taktischen Ausrichtung entschied sich Eichner für die vertraute 4-3-3-Formation mit Doppelsechs.  

Das Spiel in der Zusammenfassung

Pünktlich zum Anpfiff begrüßte ein starker Regenguss die 22 Akteure auf dem Rasen. Mit den unangenehmen Bedingungen kamen die in Weiß auflaufenden Karlsruher zunächst besser zurecht. Bereits in der zweiten Spielminute kamen die Gäste durch Lucas Cueto zur ersten Toraktion, dessen Schuss aus 20 Metern war allerdings leichte Beute für Christian Mathenia im Tor der Franken. 
Das erste Mal in die andere Richtung ging es in der neunten Spielminute, als die Nürnberger-Defensive einen offensiven Vorstoß der Karlsruher vereitelte und direkt zum Gegenangriff ansetzte. Bevor Mats Möller Daehli in den Strafraum eindringen konnte, war Christoph Kobald allerdings zur Stelle und klärte zur Ecke. Der Standard brachte keine Gefahr. 
In den folgenden Minuten entwickelte sich die Begegnung zu einem Hin und Her ohne wirkliche Torchancen. Auf Nürnberger Seite war es der quirlige Norweger Möller Daehli, der im Angriff Akzente setzte, auf der Gegenseite Linksverteidiger Philip Heise. Die Abwehrreihen standen aber stabil und ließen erstmal nichts zu.  
Nach 20 Minuten wurde es dann brandgefährlich vor der Karlsruher Hütte. Tom Krauß wurde mit einem Steilpass in den KSC-Sechzehner bedient. Kurz bevor der Nürnberger abschließen konnte, brachte Heise seine Pieke an den Ball und stupste dem Gegner das Leder vom Fuß. 
Es vergingen weitere fünf Minuten, bis dem KSC wieder eine Aktion gehörte. Jedoch konnte auch Philipp Hofmann nach Zuspiel von Sebastian Jung den Ball nicht im Tor unterbringen, sondern verfehlte links. 
Die Begegnung bleib weiterhin ein Hin und Her, denn die nächste Aktion spielte sich in der 32. Minute wieder vor Gersbecks Kasten ab. Nikola Dovedans Abschluss fehlte es allerdings an Präzision, wodurch der Ball klar über das Tor segelte. 
In den letzten Minuten vor der Pause gewannen die Franken an Oberwasser. Über die beiden Flügel beschäftigte Nürnberg wiederholt das Innenverteidiger-Duo Kobald/Gordon, deren Kopfballstärke Schlimmeres verhinderte. 
Die letzte Aktion vor dem Halbzeitpfiff hatte dann noch Kyoung-Rok Choi, der eine Pausenführung haarscharf verpasste. 

Der zweite Durchgang startete mit einem kurzen Schreckmoment für den KSC, da die Blau-Weißen einen Nürnberger Abschluss nicht entscheidend klären konnte. Den zweiten Torschuss Möller Daehlis fälschte Abwehr-Routinier Gordon ungewollt ab, doch Gersbeck war zur Stelle - die Null blieb stehen. Das sollte sich kurz darauf aber ändern.  
Wieder einmal machte Möller Daehli Alarm vor dem Karlsruher Tor, indem er Krauß auf links in Szene setzte. Den Abschluss der Leipziger Leihgabe parierte Gersbeck bärenstark, den Abpraller schnappte sich allerdings Lino Tempelmann und versenkte ihn in den schneeweißen Maschen (50.). 
Der KSC tat sich nach dem Rückstand schwer, wieder einen Fuß in die Partie zu bekommen. In der 55. Minute spielte Breithaupt einen Fehlpass, wodurch Dovedan frei vors KSC-Tor kam. Der routinierte Gersbeck machte sich groß und parierte souverän.  
Nach dieser Aktion hatte sich Christian Eichners Mannschaft wieder etwas gefangen, den ersehnten Ausgleich brachten allerdings weder Hofmanns Abschluss in der 57. noch Heises Ecke zwei Minuten später. 
Die Badener schienen nun verstanden zu haben, dass die Intensität hochgeschraubt werden muss, denn nach der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte tat der KSC nun mehr fürs Spiel. Das Tor erzielte trotzdem „der Club“. Eine der vielen Nürnberger Flanken konnte Christoph Kobald im Fünf-Meter-Raum nicht richtig klären, Erik Shuranov reagierte am schnellsten und nickte zum 2:0 ein (74.). 
Der erneute Rückschlag schmerzte dem KSC sehr, hatte man sich doch endlich mehr Spielanteile erarbeiten können. Christian Eichners Jungs berappelten sich noch einmal, hatten erst durch Choi (78.) und dann durch Schleusener (81.) aber nicht das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. Besser sah es in der 82. Minute für den eingewechselten Batmaz aus. Das Brettener Eigengewächs bewies nach Schleuseners Vorlage einen feinen Fuß und schlenzte das Spielgerät gefühlvoll ins rechte obere Eck zum Anschluss. 
Der KSC warf in den Schlussminuten alles nach vorne, doch die Franken rührten kräftig Beton an. Bis auf zahlreiche Eckballsituationen und einen Aluminiumknaller Hofmanns war für die Karlsruher nichts mehr zu holen.

Fazit und Ausblick

 In einer zum Ende hin hochdramatischen Partie gingen die Blau-Weißen leer aus. Damit steht am 5. Spieltag die erste Niederlage der Saison 2021/22 zu Buche. Der entscheidende Faktor war am Freitagabend die wache und aktive Phase der Nürnberger zu Beginn der zweiten Hälfte. Der KSC agierte hingegen zu lange zu passiv. Erst in der Schlussviertelstunde zeigten die Karlsruher, wozu sie fähig sein können. Für mehr als einen Anschlusstreffer sollte dies jedoch nicht ausreichen. 
Christian Eichner hat nun genug Zeit, um gemeinsam mit seiner Mannschaft die Niederlage aufzuarbeiten, denn am kommenden Wochenende pausiert die 2. Bundesliga aufgrund der anstehenden Länderspielpause. 
Am 11. September haben die Karlsruher dann die nächste Chance auf drei Punkte, wenn es im heimischen BBBank Wildpark gegen Holstein Kiel geht. 

Aufstellung

1. FC Nürnberg: Mathenia - Handwerker, Sörensen, Schindler, Valentini - Tempelmann, Geiß, Möller Daehli (90. Suver), Krauß (90. Nürnberger) – Dovedan (90. Duman), Shuranov (74. Borkowski) 

KSC: Gersbeck - Heise, Gordon, Kobald, Jung – Gondorf, Breithaupt (90. Fröde), Choi (80. Batmaz) – Cueto (66. Schleusener ), Hofmann, Thiede (66. Kaufmann)   

Schiedsrichter: Patrick Alt 

Stadion: Max-Morlock-Stadion, Nürnberg 

Zuschauer: 13.120 

Gelbe Karten: Gordon (33.), Hofmann (38.) 

Tore: Tempelmann (50.), Shuranov (74.) | Batmaz (82.) 

Ergebnis: 2:1 

5. Spieltag

Begegnung Ergebnis Datum/ Uhrzeit
:
2:1 27.08.2021 18:30h
:
0:2 27.08.2021 18:30h
:
3:1 28.08.2021 20:30h
:
3:0 28.08.2021 13:30h
:
4:0 28.08.2021 13:30h
:
0:0 28.08.2021 13:30h
:
3:0 29.08.2021 13:30h
:
2:0 29.08.2021 13:30h
:
0:3 29.08.2021 13:30h
Tabelle
Platz Verein Spiele g. u. v. Tore Diff. Punkte
1.
Jahn Regensburg
5 4 0 1 12:3 9 12
2.
SC Paderborn 07
5 3 2 0 12:4 8 11
3.
Dynamo Dresden
5 3 1 1 9:5 4 10
3.
FC St. Pauli
5 3 1 1 9:5 4 10
5.
1. FC Nürnberg
5 2 3 0 6:3 3 9
6.
Karlsruher SC
5 2 2 1 7:3 4 8
7.
Werder Bremen
5 2 2 1 8:7 1 8
8.
SV Darmstadt 98
5 2 1 2 12:8 4 7
9.
FC Schalke 04
5 2 1 2 9:9 0 7
10.
Hamburger SV
5 1 3 1 8:7 1 6
11.
1. FC Heidenheim
5 1 3 1 3:3 0 6
12.
Fortuna Düsseldorf
5 1 1 3 7:10 -3 4
13.
Hansa Rostock
5 1 1 3 6:10 -4 4
14.
SV Sandhausen
5 1 1 3 3:8 -5 4
15.
Holstein Kiel
5 1 1 3 5:11 -6 4
16.
FC Ingolstadt 04
5 1 1 3 4:11 -7 4
17.
Hannover 96
5 1 1 3 2:10 -8 4
18.
Erzgebirge Aue
5 0 3 2 2:7 -5 3
1. FC Nürnberg
TOR Mathenia
DEF Valentini
DEF Schindler
DEF Sörensen
DEF Handwerker
MIT Geis
MIT Krauß
MIT Tempelmann
MIT Möller Daehli
ANG Shuranov
ANG Dovedan
Auswechselbank
TOR Klaus
Fischer
Rausch
Latteier
Schäffler
Eingewechselt
Borkowski
Duman
Suver
Nürnberger
Karlsruher SC
TOR Gersbeck
DEF S. Jung
DEF Gordon
DEF Kobald
DEF Heise
MIT Breithaupt
MIT Choi
MIT Gondorf
MIT Thiede
MIT Cueto
ANG P. Hofmann
Auswechselbank
TOR Kuster
Jakob
M. Lorenz
Eingewechselt
Kaufmann
Schleusener
Batmaz
Fröde

Match
Center
- : -