4. Spieltag
Karlsruher SC
0:0
Werder Bremen
( 0:0 )
Zuschauerzahl: 10000
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Austragungsort: BBBank Wildpark
Spielplan

#KSCSVW: Unser 850. Zweitliga-Spiel

Vorberichte

Ein blau-weißes Jubiläum, ein neuer Rekord für Daniel Gordon und ein österreichischer König der Lüfte - unsere "Daten und Fakten" zum Duell mit dem SV Werder Bremen haben wieder so einiges zu bieten!

Oldie Gordi
Da wir auf die Hälfte unserer gewohnten Innenverteidiger-Achse Bormuth/Kobald verzichten müssen, greift Chefcoach Christian Eichner auf seinen Routinier Daniel Gordon zurück. Wenn am Samstag um 13:30 Uhr der Anpfiff ertönt, wird unser Deutsch-Jamaikaner mit 36 Jahren, sieben Monaten und sechs Tagen zum ältesten, noch aktiven, Zweitliga-Spieler.

Blau-weißes Jubiläum
Der Karlsruher SC darf sich auf ein besonderes Jubiläum freuen und empfängt zu seinem 850. Spiel in der 2. Bundesliga niemand geringeren als Bundesliga-Absteiger Werder Bremen. Karlsruhe war 1974 Gründungsmitglied der damals noch zweigleisigen 2. Bundesliga und spielt aktuell seine 25. Spielzeit im Unterhaus. Historisch bringen es nur sieben Clubs auf mehr Spiele in der 2. Bundesliga, die Stuttgarter Kickers (864) schnappen wir uns noch in dieser Saison.

Karlsruher Lufthoheit
Unsere Defensive macht bislang vor allem in der Luft eine glänzende Figur. Unsere Jungs gewannen 59,2 Prozent ihrer Luftzweikämpfe und sogar 73,5 Prozent ihrer defensiven Luftzweikämpfe. Beides ist mit Abstand Liga-Bestwert. Dazu passt auch, dass wir erst drei gegnerische Kopfball-Abschlüsse aufs Tor von Marius Gersbeck zuließen (nur Paderborn weniger).

Kobald, der König der Lüfte
Mit seinen 1,86 Metern Körpergröße regiert Christoph Kobald die Lüfte der 2. Fußball-Bundesliga. Unser Österreicher gewann bisher 13 seiner 14 defensiven Luftzweikämpfe – das sind bärenstarke 92,9 Prozent!

Ungewöhnliche Vorzeichen
Der Karlsruher SC und Werder Bremen treffen erstmals in der 2. Bundesliga aufeinander. In der Bundesliga hatten es die beiden Gründungsmitglieder 46-mal miteinander zu tun. Dass wir vor dem Duell  in der Tabelle besser platziert sind als die Bremer gab es zuletzt vor mehr als 23 Jahren am 28. Bundesliga-Spieltag 1996/97 – damals waren wir Achter und Bremen Neunter.

Schmidt einziger Torschütze, der noch da ist
Die Bremer erzielten drei ihrer fünf Saisontore aus ruhenden Bällen. Von den drei Torschützen spielt jedoch inzwischen keiner mehr beim SV Werder. Der erste Eckball-Treffer ging als Eigentor auf das Konto von Simon Falette (Hannover 96), den zweiten verwandelte Josh Sargent, der mittlerweile bei Norwich City unter Vertrag steht. Strafstoßschütze Maximilian Eggestein ist inzwischen Freiburger und so ist Niklas Schmidt, der gegen Paderborn den Ehrentreffer markierte, nun der einzige verbliebene Torschütze im SVW-Kader.

Einwurftor, Pfostenbruch & mehr: historische Momente des SV Werder Bremen

Vorberichte

Vier deutsche Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege, Platz drei in der ewigen Tabelle und 57 Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga. Der SV Werder Bremen ist im nationalen Fußball eine der größten Nummern, die es gibt. Seit dieser Saison sind die Norddeutschen nach 1980/81 erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte zweitklassig. Bei "Gegner im Detail" blicken wir zurück auf fünf historische Bundesliga-Momente der Grün-Weißen.

 

Premierentor nach wenigen Sekunden 

24. August 1963: 
Sie wurde lange erwartet und im Sommer 1963 dann endlich eingeführt – die Bundesliga! In einer Zeit ohne Spieltagszerstückelung auf fünf verschiedene Uhrzeiten, starteten die Partien des ersten Spieltags alle zeitgleich am Samstagnachmittag. Mit dabei: der SV Werder Bremen. Das Gründungsmitglied des Fußballoberhauses empfing die Dortmunder Borussia im heimischen Weserstadion zum Schlagabtausch um die ersten drei Punkte. Der Premierentreffer ließ dabei nicht lange auf sich warten. Nach nur 58 gespielten Sekunden setzte sich Lothar Emmerich auf der linken Seite durch und dribbelte bis an die Grundlinie. Von dort aus legte der Angreifer die Kugel in den Strafraum, wo Timo Konietzka bereitstand. Es folgte ein strammer Schuss aus acht Metern ins linke untere Eck und damit der erste Treffer in der Bundesliga-Geschichte. Allerdings ging damit nicht der SV Werder, sondern der BVB in Führung. Nichtsdestotrotz gelang es den Werderanern durch Treffer von Soya, Schütz und Klöckner die Partie noch zu ihren Gunsten zu drehen. 

Pfostenbruch vom Bökelberg  

3. April 1971: 
Die Tabellensiebten vom Bremer Osterdeich reisten am 27. Spieltag der Saison 1970/71 zum Ligaprimus nach Mönchengladbach. Die Borussen wollten unbedingt gewinnen, um die Oberhand im Meisterschaftsrennen gegen den FC Bayern zu behalten. Dementsprechend starteten der amtierende Meister auch in die Partie und gingen nach sieben Minuten durch einen Kopfball von Horst Klöppel in Führung. Die Grün-Weißen boten aber Paroli.  
Zehn Minuten nach dem Rückstand markierte Heinz-Dieter Hasebrink den Ausgleich. Bis zur nächsten Torszene sollten dann einige Minuten verstreichen.  
120 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit brachte der Gladbacher Günter Netzer einen Freistoß von einer rechten Halbposition in den Werder-Strafraum. Dessen Flanke versuchte Borussia-Angreifer Herbert Laumen zu erreichen, scheiterte jedoch um einige Zentimeter. In der Folge kam Laumen ins Straucheln und stolperte ins Tor der Bremer – ohne Ball, aber dafür mit viel Schwung. Zu viel Schwung für den rechten Pfosten des Holztores. Bevor Laumen so richtig realisieren konnte, was gerade geschah, stürzten Pfosten und Querlatte auf ihn herab und er war im Bremer Tor gefangen wie ein Fisch im Auffangnetz. Von da an begann das Chaos. 
Zuschauer kletterten über die Banden auf das Spielfeld, während die Werder-Spieler panisch versuchten den abgebrochenen Pfosten wieder aufzustellen. Indes redeten die Gladbacher auf Schiedsrichter Gert Meuser ein, dass dieser doch die Partie beenden solle und ein Wiederholungsspiel anberaumen. Die Fohlen-Elf erhoffte sich dadurch eine neue Chance auf drei Punkte gegen Werder. Die Bremer waren mit dem 1:1-Achtungserfolg gegen den Tabellenführer aber eigentlich ganz zufrieden, weswegen sie die Partie gerne noch zu Ende gespielt hätten. Es vergingen zwölf Minuten erfolgloser Reparaturversuche, bis der Unparteiische die Geduld verlor und die Partie für beendet erklärte. Zur Freude der Grün-Weißen wertete der Verband die Partie aufgrund des fehlenden Ersatz-Tores mit 0:2 für die Gäste. Das eingestürzte Tor ging als „Pfostenbruch vom Bökelberg“ in die Geschichtsbücher ein. Als Konsequenz auf den Vorfall stellten alle Bundesligisten, die noch Holztore nutzten auf stabilere Aluminium-Anfertigungen um. 

Foulspiel mit Folgen 

14. August 1981: 
Wir schreiben den zweiten Spieltag der Saison 1981/82. Die Bundesliga-Spielzeit hatte gerade erst begonnen, als die frisch aufgestiegenen Bremer die Bielefelder Arminia im heimischen Weserstadion empfingen. Die Partie gegen den Vorjahres-15. war für die Werder-Mannschaft um Cheftrainer Otto Rehhagel eine frühe Standortbestimmung im Kampf um den Klassenerhalt. Die Begegnung konnte der SVW durch einen Treffer von Norbert Meier in der zweiten Hälfte dann auch gewinnen. Das Spiel sollte allerdings wegen einer anderen Szene in die Geschichte eingehen.  

In der 18. Spielminute machte sich der wieselflinke Edeltechniker Ewald Lienen auf den Weg durch die Werderaner-Abwehrreihen. Kurz vor dem Sechzehnmeterraum machte es sich Außenverteidiger Norbert Siegmann zur Aufgabe den Flügelspieler zu stoppen. Das tat er auf die robusteste und brutalste Art und Weise, die die Bundesliga wohl je gesehen hatte. Siegmann packte die blutrünstigste aller Blutgrätschen aus und mähte Lienen nieder. Der Bremer traf den Arminen mit seinem ausgestreckten rechten Bein am Oberschenkel, wodurch dieser von den Stollen aufgeschlitzt wurde. Dabei entstand eine 25 Zentimeter lange und fünf Zentimeter tiefe Fleischwunde.  
Der Gefoulte Lienen - von Schock, Wut, Schmerz und einer Menge Adrenalin übermannt – sprang nach kurzem Blick auf seinen Oberschenkel auf und humpelte so schnell er konnte auf den an der Seitenlinie stehenden Rehhagel zu. Der heutige Markenbotschafter des FC St. Pauli warf dem Werder-Coach lauthals vor, dass er Siegmann zu dem blutigen Tritt aufgefordert hätte. Bevor die Situation weiter eskalieren konnte, setzte bei Lienen der Schmerz wieder ein und er musste ins Krankenhaus abtransportiert werden. Auf der Trage zeterte Lienen weiter gegen die Bremer und drohte mit rechtlichen Schritten. Die direkten Konsequenzen aus dem Foul fielen dann aber relativ unspektakulär aus. Siegmann wurde lediglich mit einer gelben Karte verwarnt und Lienens Wunde wurde in einem örtlichen Krankenhaus zugenäht.  
Der Vorfall sollte aber noch deutlich schwerwiegendere Folgen haben. Im Nachgang zum Spiel erhielten Rehhagel und sein Abwehrspieler heftige Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen von Bielefelder Anhängern. Zum Rückspiel im Januar 1982 auf der Bielefelder Alm erwartete die Polizei daher Ausschreitungen gegenüber den beiden Bremern. Siegmann wurde aufgrund dessen vorsorglich zuhause gelassen, um potenziellen Konflikten zu entgehen. Trainer Rehhagel wurde hingegen mit einer schusssicheren Weste ausgestattet und stand unter Polizeischutz.   
Die Begegnung ging mit einem 2:0-Sieg für die Bremer zu Ende und blieb glücklicherweise ohne größere Vorkommnisse.  
Abseits des Platzes sorgte Lienen allerdings mit einer Anzeige gegen die – aus seiner Sicht – Übeltäter Rehhagel und Siegmann für Aufsehen. Der Fall ging vor zwei Gerichte und endete im Freispruch für die Werderaner. 
Lienen ging es mit seiner Anzeige in erster Linie gar nicht darum Schmerzensgeld von Werder Bremen zu erhalten. Seine Verletzung war harmloser als zunächst angenommen, sodass er bereits nach fünf Wochen wieder auf dem Platz stand. Stattdessen wollte er anhand des brutalen Vorfalls ein Exempel statuieren, um Angreifer mehr zu schützen gegen die Bundesliga-Raubeine der 1980er-Jahre. Zumindest bei Siegmann hinterließ das Foulspiel seine Spuren, der Defensivmann schwor sich sein Spiel rücksichtsvoller zu gestalten.  
Fünf Jahre nach dem Bielefeld-Spiel musste Siegmann seine Profikarriere dann verletzungsbedingt beenden. Von der Welt der Tritte und Grätschen nahm der inzwischen 68-jährige Abstand und lebt heute als friedliebender Buddhist. 

Die Hand G̶o̶t̶t̶e̶s̶ Reinders 

21.08.1982: 
Morgen vor exakt 39 Jahren traf der SV Werder Bremen am ersten Spieltag zuhause auf die Münchener Bayern. Im Tor der komplett in Rot auflaufenden Gäste absolvierte der belgische Nationaltorhüter Jean-Marie Pfaff sein Bundesliga-Debüt. An der Säbener Straße hegte man große Hoffnung in den lockigen Schlussmann, der die durch Sepp Maiers Karriereende entstandene Lücke im FCB-Tor füllen sollte.  
Das Spiel entwickelte sich zu Beginn eher gemächlich. Beide Mannschaften waren mental noch nicht so richtig im Pflichtspielbetrieb angekommen und tasteten sich erst einmal ab.  
Nach 41 Minuten ging der Ball knapp 40 Meter vom Bayern-Tor entfernt ins Seitenaus. Einwurf SV Werder. Was unspektakulär klingt und pro Partie zich mal geschieht, sollte an jenem Samstagnachmittag ein historisches Bundesligaereignis einleiten.  
Uwe Reinders schnappte sich die Kugel und ging für seinen Anlauf bis auf die alte Tartanbahn des Weserstadions zurück. Dass der schnauzertragende Fußballprofi nicht nur sehr gute Mittelstürmerqualitäten, sondern auch eine herausragende Wurfkraft besitzt, war bekannt. Aber, dass Reinders das Leder bis in den Torraum werfen könnte, schien dann doch etwas unwahrscheinlich. Der Werder-Angreifer bewies allen Skeptikern aber das Gegenteil. Reinders gab all seine Kraft in den Einwurf und beförderte damit das Leder bis zum belgischen Schlussmann. Dieser wurde von der enormen Power in Reinders Armen blindlings überrascht. Von der Situation überfordert sprang Pfaff hoch, um den Ball aus der Luft zu greifen, touchierte das Spielgerät dabei allerdings nur leicht. Das Ergebnis: die Kugel segelt in den Bayern Kasten – Tor für Werder!  
Wäre der Münchener Torwart nicht zum Ball gegangen, hätte der Einwurftreffer nicht als Treffer gezählt. Das war aber nunmal nicht der Fall und somit blamierte sich Star-Transfer Pfaff bei seinem Debüt, während Reinders sich als Bremer Einwurf-Legende zementierte. 

Elfmeter-Trauma an der Weser 

22.04.1986: 
33. Spieltag, Werder Bremen thront an der Tabellenspitze, nur noch ein Sieg fehlt zur Meisterschaft. Im April des Jahres 1986 empfingen die Werderaner den direkten Verfolger aus München zum Showdown um die Meisterschale. Unter Berücksichtigung der damaligen Zwei-Punkte-Regel standen die Hansestädter mit 48:16 Punkten haarscharf vor dem FCB mit 46:18 Zählern auf dem Konto. Ein Sieg reichte, um die Schale nach zwei Vizemeisterschaften in den letzten drei Spielzeiten endlich wieder in das kleinste Bundesland zu holen. 
Alles war für einen Werder-Sieg angerichtet: Die Fans erzeugten eine grandiose Stimmung im ausverkauften Weserstadion, die Schale war vor Ort und der Schampus kaltgestellt.  
Die Partie kam anfangs jedoch nicht so richtig in Schwung. Die Anspannung stand beiden Mannschaften ins Gesicht geschrieben – entweder würde die harte Arbeit der vergangenen 32. Spiele hier und heute mit dem Titel belohnt werden, oder die Meister-Entscheidung verschiebt sich auf den allerletzten Spieltag.  
77 lange Minuten vergingen und noch immer waren auf der Anzeigetafel keine Treffer zu sehen. Werder-Coach Otto Rehhagel sah es an der Zeit für die Schlussphase des Spitzenduells frischen Wind in die Partie zu bringen. Sein Mann dafür: Rudi Völler. Der damals 26-Jährige kehrte erstmalig nach einer fünfmonatigen Verletzungspause in den Kader der Grün-Weißen zurück. Im Hinspiel gegen den FC Bayern wurde Völler von Klaus Augenthaler rüde gefoult und erlitt einen Wadenbeinbruch. Eine komplette Halbserie später hatte „Tante Käthe“ die Gelegenheit sich bei den Bayern zu rächen, indem er seine Mannschaft zur Meisterschaft schießt und die Münchener auf den Vizeplatz verweist. Mit diesem Vorhaben im Kopf und dem Ball am Fuß machte sich Völler auf den Weg zum Tor des FCB. Am rechten Strafraumeck stellte sich ihm Verteidiger Sören Lerby entgegen, den der Angreifer mit der lockigen Mähne versuchte mit einem Lupfer zu überspielen. Der Däne machte sich allerdings groß und bekam das Leder dadurch mitten ins Gesicht. Völler reklamierte sofort auf Handspiel, Schiedsrichter Volker Roth pfiff und zeigte auf den Punkt. Nur noch zwei Minuten regulär zu spielen. Der SVW bekam im bestmöglichen Zeitpunkt einen Elfmeter geschenkt und hatte nun die Chance sich im heimischen Weserstadion zum deutschen Fußballmeister zu krönen.  
Die Bayern wollten die Entscheidung nicht wahrhaben. Die Einen diskutierten mit dem Unparteiischen, die Anderen wendeten dem Werderaner Elfmeterschützen Michael Kutzop gegenüber Psycho-Spielchen an.  
Fünf Minuten verstrichen von der Uhr, bis Kutzop endlich mit dem Ball zum Punkt schreiten konnte. Der Vorstopper war einer der sichersten Elferschützen der ganzen Liga, in der bisherigen Saison hatte er jeden seiner acht Versuche im Tor untergebracht. Dieser war nun aber mit weitem Abstand der wichtigste.  
Trifft er ist Werder Meister, vergibt er allerdings, dann müssten die Feierlichkeiten mindestens bis zum letzten Spieltag warten.  
Ein langer Anlauf mit einer kurzen Verzögerung vor dem Schuss verluden Bayern-Keeper Pfaff in die falsche Ecke. Doch dann – plopp! Der Ball ging an den Pfosten und von dort ins Aus. Sekunden später wurde die Partie ohne Entscheidung im Meisterkampf beendet.  
Am letzten Spieltag kam es, wie es kommen musste. Der SV Werder verlor beim VfB Stuttgart mit 2:1, während die Bayern im Fernduell Borussia Mönchengladbach mit 6:0 abfertigten und sich damit ihre neunte Meisterschaft sicherten. 

Eichner: "Wir müssen unsere Fans anzünden"

Vorberichte

Keine Sorge, unser Chefcoach Christian Eichner will euch Fans nur emotional einheizen. Die 2. Fußball-Bundesliga geht in den 4. Spieltag der Saison 2021/22. Dabei kommt es - wie so oft in dieser Spielzeit - zu einem wahren Traditionsduell. Am Samstagmittag, Anpfiff 13:30 Uhr, empfangen wir den SV Werder Bremen. Gemeinsam mit unserem Cheftrainer werfen wir einen Blick voraus.

Die kommende Partie

Seit Gründung der Fußball-Bundesliga ist es erst die zweite Spielzeit, die der SV Werder Bremen nicht im deutschen Oberhaus bestreitet. Der Saisonstart der Werderaner ist mit vier Punkten aus drei Spielen solide ausgefallen, am 3. Spieltag gab es allerdings im Heimspiel gegen den SC Paderborn eine saftige 1:4-Niederlage. Auch das vorherige Pokalaus in Osnabrück (2:0 für den VfL) hat der grün-weißen Stimmung nicht wirklich gutgetan. 

Auch personell ist bei den Bremern derzeit einiges los. Leistungsträger haben den Verein verlassen. „Trotz der zahlreichen Abgänge haben sie eine hohe Qualität im Lager. Es ist ein Bundesligaabsteiger, der oben mitspielen will und wird. Wir werden versuchen uns auf alles einzustellen.“ Zuviel auf den Gegner schauen will Christian Eichner aber wie üblich nicht. „Es wird an uns liegen, was es für ein Spiel wird. Wir müssen die Fans anzünden, damit wir in einer tollen Stimmung im Rücken die Außenseiterrolle, die wir haben werden, annehmen können.“ 

Um die Stimmung auf den Rängen des BBBank Wildpark derart anzuheizen, "dürfen die Jungs von der Kette los. Wir werden sie nicht aufhalten. Vielleicht haben wir in Sandhausen in der Entscheidungsfindung den letzten Mut vermissen lassen. Das sind Attribute, die wir am Samstag zeigen wollen.“

KSC-Personal

Dabei wird sich personell ein bisschen was verändern. Denn während sich Paul Löhr und Leon Jensen in ihrer Reha abrackern (Letzerer macht dabei gute Fortschritte), musste zu Beginn dieser Woche bekanntlich auch Robin Bormuth auf unsere Verletztenliste gesetzt werden. „Aktuell gehen wir von keiner Operation bei Robin Bormuth aus, das wird sich am Freitag entscheiden. Das hat aber keine Auswirkungen auf seine Ausfallzeit.“ Zudem klagt Lazar Mirkovic über starke Adduktorenprobleme. „Es wird sich in den nächsten Wochen entscheiden, ob er operiert werden muss.“ Deshalb scharrt ein gewisser Daniel Gordon bereits mit den Hufen.

Der Rest der Truppe ist jedoch topfit, „wir haben einen gewissen Konkurrenzkampf auf einigen Positionen, der dem Training sehr guttut.“

Die Lage in Liga 2

Noch immer fehlt es der Zweitliga-Tabelle an Aussagekraft. Die neun Punkte aus drei Spielen von Jahn Regensburg lassen dennoch aufhorchen. Zeitgleich mit uns empfangen die Oberpfälzer den FC Schalke 04 und wollen ihre weiße Weste verteidigen. Eröffnet wird der Spieltag von Düsseldorf, die Schlusslicht Kiel empfangen sowie Hannover, dort ist der 1. FC Heidenheim zu Gast. Am Samstagabend steigt in Rostock das Aufsteigerduell zwischen der Hansa und Dynamo Dresden. Zum Abschluss des Spieltags gibt es dann das bayerische Duell zwischen Ingolstadt und Nürnberg, außerdem empfängt der HSV den SV Darmstadt 98 und Sandhausen ist in Aue zu Gast. 

 

Hofmann: "Wir nehmen den Punkt gerne mit, da opfert man sich auch als Stürmer"

Spielberichte

Unser Sturmtank hat nach dem 0:0 gegen den SV Werder Bremen die Partie für euch eingeschätzt.

Philipp Hofmann

Zu den Bremern:
Philipp: "Die Bremer haben es gut gemacht heute und sind sehr spielstark. So habe ich sie aber auch erwartet. Dass sie Qualität haben, steht ja außer Frage. Darauf waren wir auch vorbereitet. Von deren Auftritt waren wir gar nicht überrascht."

Zum Spiel:
Philipp: "Mit dem Ball hatten wir zu wenig Ruhe. Die Gelb-Rote-Karte war dann natürlich unglücklich. Wir haben dann aber zu zehnt super gearbeitet, jeder hat für jeden gekämpft. Es war aber extrem schwer. Sie haben dann auch gut den Ball laufen lassen. Als Stürmer ist so ein Spiel natürlich schwierig. Aber wir nehmen den Punkt gerne mit, da opfert man sich auch als Stürmer. Für uns war es ein Punktgewinn auf jeden Fall."

Wie unsere Defensive das heutige Spiel einschätzt, erfahrt ihr zeitnah in unserem Highlight-Clip auf KSC DREI60!

KSC mit Unentschieden gegen Werder Bremen

Spielberichte

Am heutigen Samstagnachmittag kam der KSC gegen den SV Werder Bremen im BBBank Wildpark zu einem 0:0-Unentschieden. Trotz Unterzahl für eine halbe Stunde bleiben die Karlsruher damit auch im vierten Zweitligaspiel ungeschlagen.

Christian Eichners Taktik:
Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Robin Bormuth musste Christian Eichner seine Elf umstellen – und tat dies auf zwei Positionen. Die Innenverteidigerrolle neben Christoph Kobald besetzte Routinier Daniel Gordon, auf der rechten Außenbahn durfte Lucas Cueto für Fabio Kaufmann ran. Im 4-2-3-1 ging es so gegen den Bundesligaabsteiger aus Bremen.

Das Spiel in der Zusammenfassung:

Der KSC startete gegen das Team aus der Weser-Stadt aktiv. In der ersten Viertelstunde verzeichneten die Blau-Weißen bereits vier gute Tormöglichkeiten. Die erste Annäherung an den Kasten von Michael Zetterer unternahm dabei Jerôme Gondorf. Nach einem Freistoß in der 4. Minute brachte er am langen Pfosten gerade noch den Fuß ans Leder, das selbige allerdings nicht im Tor unter. Die anschließende Ecke von der rechten Seite brachte direkt die nächste Chance – Philipp Hofmann brachte den Ball mit dem Kopf knapp über die Latte. Ein ähnliches Bild ergab sich in der 10. und in der 14. Minute: Beide Male kam die Nummer 33 der Blau-Weißen mit dem Kopf zentral zum Abschluss, verfehlte das Tor allerdings denkbar knapp.

Die Bremer setzten unterdessen kleinere Nadelstiche, die vom KSC-Defensivverbund allerdings souverän verteidigt wurden. Außerdem war in der 26. Minute auch Nicolai Rapp beim SVW noch nicht perfekt kalibriert, sein Kopfball landete ebenfalls über der Latte – allerdings natürlich von Marius Gersbecks Gehäuse.

Um die 30-Minuten-Marke herum zeigten sich die in schwarz spielenden Grün-Weißen deutlich aktiver und setzten den KSC mit ihren vermehrten Offensivaktionen zunehmend unter Druck. Doch die Karlsruher beruhigten die Lage mit vereinter Kraft wieder und kamen in der 36. Minuten selbst zur wohl besten Möglichkeit der Partie bis zu diesem Zeitpunkt: Philip Heise startete mit dem Ball im Zentrum, spielte einen schönen Doppelpass mit Marvin Wanitzek und zog letztendlich von der linken Seite aus spitzem Winkel ab. Zetterer im Werder-Tor konnte die blau-weiße Führung verhindern und auch der Nachschuss führte nicht zum Erfolg.

In die zweite Halbzeit ging es bei beiden Teams ohne Wechsel und auch die ersten spielerischen Höhepunkte ließen noch auf sich warten. Und dann schwächte der KSC sich selbst: Innerhalb von acht Minuten kassierte Wanitzek zwei gelbe Karten und musste das Feld eine gute halbe Stunde vor dem Abpfiff somit mit Gelb-Rot verlassen (58.). Einspruch für diese Entscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert gab es auf KSC-Seite reichlich.

Christian Eichner wechselte daraufhin für mehr Stabilität im Spiel: Tim Breithaupt kam für Schleusener (62.). Allerdings wurden die Bremer dennoch gefährlich, zumindest als Niklas Füllkrug Gersbeck umkurvte und aus spitzem Winkel das Außennetz traf (66.). Doch spätestens nach zwei weiteren Wechseln auf Seiten des KSC kamen die Blau-Weißen wieder besser in die Partie. Der frisch reingekommene Marco Thiede belebte das Spiel innerhalb von Sekunden und holte mit seinen ersten Aktionen direkt einen Freistoß und eine Ecke raus und kam zu einem der besten Torabschlüsse des Nachmittags: Aus etwa zehn Metern zog die Nummer 21 ab, der Torerfolg konnte nur noch durch den SVW-Schlussmann verhindert werden (74.).

Größere Höhepunkte boten sich in den verbliebenen Spielminuten nicht mehr, wodurch die Partie mit 0:0 zu Ende ging – ein Sieg für eine der beiden Mannschaften wäre wohl auch etwas zu viel gewesen.

Fazit und Ausblick:
Gegen den Ligariesen Werder Bremen machte der KSC seine Sache am heutigen Nachmittag weitestgehend gut und hielt dem Team aus der Weser-Stadt auch in seinen Druckphasen stand. Selbst kamen die Blau-Weißen zu einigen guten Chancen – vor allem durch Philipp Hofmann und später auch Marco Thiede. Mit dem Punktgewinn bleiben die Karlsruher weiterhin ungeschlagen und nehmen vor den nächsten Spielen am morgigen Sonntag erst einmal den dritten Tabellenplatz ein. Weiter geht es für die Elf von Christian Eichner bereits am kommenden Freitag in Mittelfranken. Um 18.30 Uhr ist Anpfiff gegen den 1. FC Nürnberg.

Die Übersicht:
Karlsruher SC:
Gersbeck – Heise, Kobald, Gordon, Jung – Gondorf, Wanitzek – Schleusener (62. Breithaupt), Choi (71. Batmaz), Cueto (71. Thiede) – Hofmann
SV Werder Bremen: Zetterer – Jung, Friedl, Veljkovic, Agu – Groß – Schmid (90.+1 Galjen), Schmidt, Rapp, Dinkci (78. Nankishi) – Füllkrug

Tore: -
Gelbe Karten: Jung (41.), Wanitzek (50.) | Dinkci (40.), Veljkovic (45.), Rapp (63.)
Gelb-Rote Karte: Wanitzek (58.)
Ort: BBBank Wildpark
Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Bastian Dankert

4. Spieltag

Begegnung Ergebnis Datum/ Uhrzeit
:
2:2 20.08.2021 18:30h
:
1:0 20.08.2021 18:30h
:
0:0 21.08.2021 13:30h
:
3:1 21.08.2021 13:30h
:
4:1 21.08.2021 13:30h
:
1:3 21.08.2021 20:30h
:
2:2 22.08.2021 13:30h
:
1:3 22.08.2021 13:30h
:
0:0 22.08.2021 13:30h
Tabelle
Platz Verein Spiele g. u. v. Tore Diff. Punkte
1.
Jahn Regensburg
4 4 0 0 12:1 11 12
2.
Dynamo Dresden
4 3 1 0 9:2 7 10
3.
SC Paderborn 07
4 2 2 0 9:4 5 8
4.
Karlsruher SC
4 2 2 0 6:1 5 8
5.
FC St. Pauli
4 2 1 1 7:5 2 7
6.
1. FC Nürnberg
4 1 3 0 4:2 2 6
7.
Hamburger SV
4 1 2 1 8:7 1 5
8.
1. FC Heidenheim
4 1 2 1 3:3 0 5
9.
Werder Bremen
4 1 2 1 5:7 -2 5
10.
SV Darmstadt 98
4 1 1 2 8:8 0 4
11.
Fortuna Düsseldorf
4 1 1 2 6:7 -1 4
11.
Hansa Rostock
4 1 1 2 6:7 -1 4
13.
FC Schalke 04
4 1 1 2 6:8 -2 4
14.
SV Sandhausen
4 1 1 2 3:6 -3 4
15.
Hannover 96
4 1 1 2 2:6 -4 4
16.
Erzgebirge Aue
4 0 3 1 2:4 -2 3
17.
FC Ingolstadt 04
4 0 1 3 2:11 -9 1
17.
Holstein Kiel
4 0 1 3 2:11 -9 1
Karlsruher SC
TOR Gersbeck
DEF S. Jung
DEF Gordon
DEF Kobald
DEF Heise
MIT Gondorf
MIT Choi
MIT Wanitzek
MIT Cueto
MIT Schleusener
ANG P. Hofmann
Auswechselbank
TOR Kuster
Rabold
Fröde
Kaufmann
M. Lorenz
Eingewechselt
Breithaupt
Thiede
Batmaz
Werder Bremen
TOR Zetterer
DEF Agu
DEF Veljkovic
DEF Friedl
DEF A. Jung
MIT C. Groß
MIT Rapp
MIT N. Schmidt
MIT Dinkci
MIT R. Schmid
ANG Füllkrug
Auswechselbank
TOR Plogmann
L. Mai
Park
Gruev
Mbom
Schönfelder
Woltemade
Eingewechselt
Nankishi
Galjen

Match
Center
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