Deutscher Meister 1909
Pfingstsonntag 1909, Breslau: Vor 1500 hingerissenen Zuschauern feiert die Mannschaft des Karlsruher FC Phönix um Kapitän Artur Beier den Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft gegen Titelverteidiger Viktoria Berlin. Ohne Trainer, ohne Auswechselspieler, dafür mit dem begeisterndem Offensivfußball, für den Phönix berühmt war. Mit Spielern, die der Mannschaftskapitän eigenhändig aus der eigenen Jugend ausgewählt und aufgebaut hatte.
Der 30. Mai 1909 stellt damit für den KSC – so heißt der FC Phönix heute – einen der größten Triumphe der Vereinsgeschichte dar.
Es sind nicht viele Zeugnisse erhalten aus dieser Pionierzeit des Fußballs, als jedes Spiel ein Abenteuer darstellte und das Bekenntnis zum Fußball bei den Mitbürgern oft Unverständnis auslöste.
Der KSC hat die Meistersaison 1908/09, soweit möglich, rekonstruiert und alle Informationen zu den Vorrundenspielen, dem Finale und der Mannschaft zusammengestellt.
Artur Beier, Mittelläufer, Kapitän und legendärer Kopf der Meistermannschaft von 1909 auf einem Ölgemälde von Emil Firnrohr.
Über Artur Beier, der den FC Phönix seit den Gründungsjahren maßgeblich prägte und auch Vereine wie die Stuttgarter Kickers und Holstein Kiel in deren frühen Jahren beeinflusste, sind nur wenige Fakten bekannt. Er wurde am 15. Februar 1880 geboren und starb am 31. Januar 1917 als Soldat im ersten Weltkrieg bei Verdun - und wurde in Karlsruhe bereits 1904 als Legende verehrt, nachdem er nach einigen Jahren beruflicher Aufenthalte in Stuttgart, Calais und Kiel zu seinem FC Phönix zurückkehrte.
Der Künstler, Emil Firnrohr, war selbst Spieler des FC Phönix und bis auf das Finale an fast allen Spielen um die Deutsche Meisterschaft beteiligt. Später wurde er als Maler vor allem in Karlsruhe sehr populär. Seine Beteiligung an der Meisterschaft des FC Phönix jedoch geriet in Vergessenheit.

