Unglückliche Niederlage in München
Spielbericht: TSV 1860 München - KSC 2:1 (1:1)
23.07.2011 - Aus der Allianz-Arena berichtet Matthias Hahn
Das erste Auswärtsspiel der Zweiten Fußballbundesliga führte den KSC in die Allianz Arena zum TSV 1860 München. 26600 Zuschauer sahen erneut einen starken Auftritt der Blau-Weißen, die mit viel Engagement und Selbstbewusstsein zu Werke gingen, am Ende gegen ebenfalls starke Löwen jedoch mit 1:2 (1:1) das Nachsehen hatten.
Gegen die Sechziger vertraute Scharinger der gleichen Elf, die in der Vorwoche gegen Duisburg im heimischen Wildpark mit 3:2 so erfolgreich in die Saison gestartet war.
Der KSC fand von Beginn an gut ins Spiel, machte die Räume im Mittelfeld sehr eng und störte die Sechziger schon früh in der eigenen Hälfte. Eine erste gute Gelegenheit hatten die Gäste in der 12. Minute nach einem Flachschuss von Alexander Iashvili, den Münchens Schlussmann Gabor Kiraly aber im Nachgreifen entschärfen konnte. In der 19. Minute wäre Klemen Lavric beinahe zu seinem zweiten Saisontor gekommen. Nach einer Hereingabe von Marco Terrazzino stellte er Kiraly mit seiner Volleyabnahme vor größere Probleme. Der Routinier in Diensten der Münchner behielt jedoch die Übersicht und parierte Lavrics Schuss.
Im direkten Gegenzug wurde es dann auch für den KSC erstmals gefährlich. Nach einer Flanke von Daniel Halfar und einem Kopfball von Benjamin Lauth war KSC-Keeper Dirk Orlishausen zur Stelle. Der KSC tat sich in der Folgezeit schwer und ließ sich von den Sechzigern immer mehr in die eigene Hälfte zurückdrängen. Dadurch ergaben sich immer wieder Chancen für die Münchner, die jetzt wesentlich stärker aufspielten. So auch in der 33. Minute, in der die Blau-Weißen großes Glück hatten, dass Dominik Stahl eine Hereingabe von Lauth nicht richtig verwerten konnte. Die Münchner legten jedoch weiter nach und wurden in der 35. Minute durch das Tor von Christopher Schindler belohnt. Nach einer Ecke von Halfar konnte Orlishausen einen Kopfball von Kai Bülow gerade noch abwehren, war dann aber beim Nachschuss von Schindler machtlos. Die Blau-Weißen bewiesen Moral und kämpften sich zurück ins Geschehen. Der Ertrag für die Bemühungen ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem KSC-Angriff brachte Stahl Terrazzino im Strafraum zu Fall, sodass sich der Unparteiische Babak Rafati sofort auf Strafstoß festlegte. Wie gewohnt stellte sich KSC-Kapitän Iashvili dieser Verantwortung und verwandelte aus elf Metern sicher zum 1:1-Ausgleich.
Die rund 2000 mitgereisten blau-weißen Fans sahen auch in der zweiten Hälfte eine Zweiligabegegnung, die vom Kampf geprägt war und in der sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegneten. In der 56. Minute mussten die Gäste aus der Fächerstadt dann aber doch das 2:1 der Münchner hinnehmen. Nach einem Eckball von Halfar und einer Kopfballverlängerung von Bülow brachte Stefan Aiger sein Team wieder in Front. Wie schon in Hälfte eins ließ sich der KSC davon nicht beiirren und kam durch Lavric und Iashvili zu sehr guten Möglichkeiten, die diesmal jedoch die letzte Präzision vermissen ließen (60., 68.). Doch auch die Sechziger waren bei ihren Angriffen stets gefährlich und stellten Orlishausen ein ums andere Mal auf die Probe. Dieser rettete sein Team in der 78. Minute mit einer Glanzparade vor einem höheren Rückstand, indem er einen Schuss von Lauth in höchster Not über die Latte lenkte. Gegen Ende der Partie zog Scharinger alle Register und setzte durch die Einwechslungen von Simon Zoller und Anton Fink auf bedingungslose Offensive. Der KSC versuchte nun alles, um doch noch zum Ausgleich zu kommen, die dicht gestaffelte Münchner Deckung bereitete der Karlsruher Offensivabteilung jedoch immer wieder Kopfzerbrechen. So blieb es am Ende bei einer unglücklichen 1:2-Niederlage für den KSC, die dem Spielverlauf nicht ganz gerecht wurde.
Stenogramm
TSV 1860 München:
Kiraly - Malura, Schindler, Bülow, Feick - Benjamin (60. Bierofka), Stahl - Aigner, Halfar (82. Kaiser) - Lauth, Volland (73. Schäffler)
Trainer: Reiner Maurer
Bank: Ochs, Rukavina, Rakic, Maier
Karlsruher SC:
Orlishausen - Lechner, Hoheneder, Kempe, Stadler (84. Fink) - Staffeldt (76. Zoller), Haas - Terrazzino, Buckley (89. Müller) - Iashvili - Lavrič
Trainer: Rainer Scharinger
Bank: Robles, Groß, Cuntz, Krebs
Tore:
1:0 - Schindler (35.)
1:1 - Iashvili (38.) (Foul-Elfmeter)
2:1 - Aigner (57.)
Gelbe Karten:
Staffeldt (19.), Buckley (29.), Halfar (32.), Terrazzino (68.), Lechner (71.)
Zuschauer: 26600
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Assistenten: Holger Henschel, Lars Heitmann, Timo Gerach





