KSC erlebt Debakel in Dresden
Spielbericht: SG Dynamo Dresden - KSC 5:1 (3:1)
29.10.2011 - Aus dem Glücksgas-Stadion berichtet Jonas Maunichy
Dem KSC gelang es beim Spiel in Dresden in keiner Weise an die starke Leistung vom Mittwochabend anzuknüpfen. Die Badener agierten zu harmlos und wurden den Hausherren nur selten gefährlich. Dynamo nutzte die Schwachstellen in der Karlsruher Defensive schamlos aus und siegte verdient mit 5:1 über die Blau-Weißen. Somit steht der KSC auch nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Sieg da.
Cheftrainer Rainer Scharinger veränderte seine Startelf vom Pokalspiel gegen die Königsblauen auf zwei Positionen. Keeper Dirk Orlishausen fehlte aufgrund
seiner Schultergelenks-Sprengung, die er sich in einem Zweikampf gegen
Schalkes Papadopoulos zugezogen hatte. Ersatztorwart Luis Robles bekam das
Vertrauen von Scharinger und durfte zwischen den Pfosten stehen. Matthias
Cuntz fiel wegen einem grippalen Infekt aus. Für ihn rückte Pascal Groß in
die Startelf.
Im Glücksgas-Stadion in Dresden herrschten hervorragende Bedingungen für
einen schönen Fußballnachmittag. Nur kurz nach dem Anpfiff sahen die rund
23.200 Zuschauer die deutliche Körpersprache der Gelb-Schwarzen. Die
Rollenverteilung wurde auch sofort deutlich. Dresden drückte und Karlsruhe
stand tief in der eigenen Hälfte. Dynamo war von Spielbeginn an die aktivere
Mannschaft. Ersatztorhüter Luis Robles bekam dies auch sofort zu spüren.
Nach gerade einmal zwei Minuten hätten die Dresdner schon in Führung gehen
können. Nach einem wuchtigen Kopfball von Mickael Poté musste sich Robles
ganz groß machen und lenkte den Ball zur Ecke ab. In der Anfangsviertelstunde beherrschte die Heimmannschaft ganz klar das Spielgeschehen. Die Gastgeber waren angriffslustiger und präsenter auf dem
Platz. Die Karlsruher-Defensive stand bis zu diesem Zeitpunkt sehr kompakt
und ließ kaum Chancen zu. Erst in der 21. Spielminute zählten die
Statistiker den Hauch einer Tormöglichkeit für die Badener. Der Torschuss
von Abwehrspieler Florian Lechner ging jedoch deutlich über das Gehäuse. Die
kommenden zehn Minuten sollten es jedoch in sich haben. So war es auch
Lechner, der Filip Trojan im eigenen Strafraum zu Fall brachte. Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte ohne zu zögern folgerichtig auf den Punkt. Zlatko Dedic ließ sich nicht zwei Mal bitten und verwandelte zur 1:0-Führung (29.). Sichtlich geschockt von dem Gegentreffer klapperte es nur 120 Sekunden später erneut. Nach einer Flanke von Cristian Fiel gelang es der KSC-Abwehr nicht den Ball zu klären. Am langen Pfosten bedankte sich der völlig alleingelassene Muhamed Subasic für das Geschenk und vollendete zum 2:0 (31.). Dynamo fühlte sich sicher - zu sicher. Torhüter Wolfgang Hesl schoss im eigenen Strafraum Stürmer Klemen Lavric an. Nach der verschuldeten Hesl-Ecke gelang es den Karlsruhern aus dem Nichts heraus den Anschlusstreffer zu erzielen. Giuseppe Aquaro traf per Kopf zum 2:1-Anschlusstreffer (37.). Der Hoffnungsschimmer sollte jedoch nicht lange andauern. Im direkten Gegenzug stellte Dynamo Dresden den alten Torabstand wieder her. Erneut schlief die KSC-Abwehr. Robert Koch nahm dankend an und erzielte das 3:1 (38.).
Nach dem Seitenwechsel sah man zunächst einen engagierteren KSC. Trainer
Scharinger musste wohl die richtigen Worte in der Kabine gefunden haben.
Die Karlsruher gingen aggressiver in die Zweikämpfe und witterten die
Chance, die Partie doch noch umzudrehen. Nach einem eigenen Freistoß in der
gegnerischen Hälfte war die Hintermannschaft der Badener jedoch zu weit
aufgerückt und bekam postwendend die Quittung dafür. Nach einer
Kopfballverlängerung durch Poté hatte Trojan freie Bahn. Der Treffer zum 4:1
war nur noch Formsache und Robles ohne Chance (54.). Der KSC zeigte sich
geschlagen. Das spiegelte nicht nur das Ergebnis sondern auch die
Körpersprache der Gäste. Folglich verschätzte sich Dennis Kempe nach einem
langen Ball aus der gegnerischen Spielhälfte. Pavel Fort war der Nutznießer
und vollendete zum 5:1 (68.). Die Dresdner hätten das halbe Dutzend noch
voll machen können. Robles parierte einen harmlosen Schuss von Trojan locker
(76.). Erneut ging ein Stellungsfehler von Kempe voraus. Schlussendlich
blieb es jedoch bei der 5:1-Niederlage.
Mit Ingolstadt kommt am kommenden Spieltag ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf in den Wildpark. Der KSC steht gehörig unter Druck und einmal mehr in der Pflicht zu punkten.
Stenogramm
SG Dynamo Dresden:
Hesl - Gueye, Bregerie, Jungwirth, Subasic - Solga (80. Stoll), Fiel - Koch (77. Heller), Trojan - Poté (63. Fort), Dedic
Trainer: Ralf Loose
Bank: Kirsten, Schnetzler, Schuppan, Knoll
Karlsruher SC:
Robles - Lechner (62. Schiek), Aquaro, Kempe, Buckley - Haas, Groß - Krebs - Terrazzino (67. Lamidi), Iashvili - Lavrič
Trainer: Rainer Scharinger
Bank: Moritz, , Cuntz, Staffeldt,
Tore:
1:0 - Dedic (27.)
2:0 - Subasic (31.)
2:1 - Aquaro (38.)
3:1 - Koch (39.)
4:1 - Trojan (54.)
5:1 - Fort (69.)
Gelbe Karten:
Groß (55.), Iashvili (68.), Haas (83.), Aquaro (90.)
Zuschauer: 23610
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Assistenten: Holger Henschel, Lars Heitmann, Jan Seidel
