Achtungserfolg bei Scharinger-Debüt
Spielbericht: VfL Bochum - KSC 1:1 (0:0)
05.03.2011 - Von Matthias Hahn
Im ersten Spiel unter der Regie des neuen KSC-Cheftrainers Rainer Scharinger präsentierten sich die Blau-Weißen mit neu gewonnenem Selbstbewusstsein und erkämpften sich gegen den VfL Bochum ein 1:1-Unentschieden.
Bei seinem Debüt setzte Scharinger in seiner Startformation auf Erfahrung und brachte mit Kristian Nicht im Tor, Matthias Langkamp in der Innenverteidigung, Andreas Schäfer auf der linken Außenbahn und Godfried Aduobe auf der Sechserposition gleich vier Routiniers. Im Angriff durfte zudem Andrei Cristea von Beginn an auf Torjagd gehen. Die Doppelspitze wurde von Kapitän Alexander Iashvili komplettiert, der rechts neben dem Rumänen spielte.
Der KSC legte einen guten Start hin und hätte bereits nach 60 Sekunden mit 1:0 in Führung gehen können. Nach einem Einwurf von Schäfer zog Iashvili aus halblinker Position ab; sein Schuss verfehlte das Gehäuse der Bochumer nur ganz knapp. Eine weitere Großchance kreierten die Blau-Weißen in der 12. Spielminute. Nach einer Flanke von Matthias Zimmermann konnte Timo Staffeldt den Ball mit der Brust annehmen und kam im Strafraum zum Abschluss. VfL-Schlussmann Andreas Luthe hatte jedoch aufgepasst und klärte Staffeldts Schuss gerade zur Ecke. Der Gastgeber, der von den offensiv agierenden Gästen etwas überrascht schien, brauchte eine Weile, um richtig ins Spiel zu kommen. In der 18. Minute hatte der KSC dann aber gleich zweimal großes Glück, dass die Schüsse von Ümit Korkmaz und Giovanni Federico nur am Aluminium und nicht im Tor landeten. Korkmazs Schuss aus spitzem Winkel ging zunächst gegen die Latte; den Abpraller setzte der Ex-Karlsruher Federico aus zehn Metern ebenfalls nur an den rechten Pfosten. Der KSC präsentierte sich gegen den VfL Bochum vor allem im defensiven Bereich stark verbessert, machte die Räume eng und erschwerte dem Tabellenvierten das Offensivspiel. Chancen für den Gastgeber ergaben sich so häufig nur über Standardsituationen. So auch in der 42. Minute, in der es einer Glanztat von Nicht bedurfte, um das Unentschieden in die Pause zu retten. Nach einem Freistoß kam Mirkan Aydin aus kürzester Distanz zum Abschuss, Nicht reagierte geistesgegenwärtig mit einem Reflex und verhinderte so Schlimmeres. Unmittelbar vor der Halbzeit erhöhten die Bochumer noch einmal den Druck auf das KSC-Tor und kamen durch Zlatko Dedic zu einer weiteren Tormöglichkeit. Der Bochumer Angreifer hatte jedoch etwas zu viel Rückenlage und setzte den Ball deutlich über das KSC-Tor.
Nach dem Seitentausch knüpfte der KSC an die starke erste Hälfte an und hatte zunächst wesentlich mehr Spielanteile als die heimische Mannschaft. Dies bereitete mit zunehmender Spieldauer vor allem den Fans des VfL Sorgen. In der 55. Minute verpasste Langkamp einen scharf geschossenen Freistoß von Staffeldt nur um Haaresbreite. Die Gäste aus der Fächerstadt waren jetzt hellwach, tauchten immer wieder gefährlich vor dem Bochumer Gehäuse auf und erspielten sich Chancen im Minutentakt. Nach einer Flanke von Lukas Rupp landete Delron Buckleys Kopfball auf der Latte (64.). Nur eine Minute später war es der eingewechselte Macauley Chrisantus, der den Ball nach einer Hereingabe von Schäfer nur wenige Zentimeter neben den rechten Pfosten setzte. Nach 70. Minuten meldeten sich dann auch die Bochumer wieder zu Wort und hatten zwei dicke Möglichkeiten durch Federico, dem beide Male nur wenig zu einem Torerfolg fehlte, so traf er in der 74. Minute das Karlsruher Außennetz. In der 78. Minute hatte dann Chrisantus seinen großen Auftritt, ließ die halbe Bochumer Hintermannschaft stehen, fasste sich aus etwa 16 Metern ein Herz und verwandelte zum 1:0. VfL-Schlussmann Luthe konnte nur noch zuschauen wie der Ball an ihm vorbei in die Maschen flog. Die Freude über die KSC-Führung währte jedoch nur kurz. Aduobe fälschte einen stramm geschossenen Freistoß von Tese Chong etwas unglücklich ab, sodass dieser unhaltbar für Nicht im KSC-Tor landete. Am Ende blieb es bei einem insgesamt leistungsgerechten 1:1-Unentschieden, mit welchem der KSC wahrscheinlich wesentlich besser Leben kann, als der ambitionierte VfL Bochum.
Stenogramm
VfL Bochum:
Luthe - Kopplin, Maltritz, Yahia (46. Fabian), Bönig - Dedic (59. Azaouagh), Johansson (80. Tese), Dabrowski - Federico, Korkmaz, Aydin
Trainer: Friedhelm Funkel
Bank: Heerwagen, Saglik, Prokoph, Vogt
Karlsruher SC:
Nicht - Zimmermann, Müller, M. Langkamp, Schäfer - Staffeldt, Aduobe - Rupp (74. Timm), Buckley (90. Witschi) - Iashvili, Cristea (61. Chrisantus)
Trainer: Rainer Scharinger
Bank: Robles, Stadler, Groß, Terrazzino
Tore:
0:1 - Chrisantus (78.)
1:1 - Tese (85.)
Gelbe Karten:
Staffeldt (41.), Maltritz (55.), M. Langkamp (84.)
Zuschauer: 13000
Schiedsrichter: Thomas Metzen (Mechernich)
Assistenten: Dr. Manuel Kunzmann, Stefan Glasmacher, Arne Aarnink





