Dritte Heimniederlage in Folge
Spielbericht: KSC - TSV 1860 München 2:4 (0:1)
30.10.2010 - Von Matthias Hahn
In einer zeitweise kuriosen Zweitligabegegnung hat der KSC am 10. Spieltag gegen den TSV 1860 München eine weitere Niederlage hinnehmen müssen und mit 2:4 (0:1) verloren.
14870 Zuschauer im Wildpark sahen eine gut eingestellte Münchner Mannschaft, die vor allem in der zweiten Halbzeit viele Schwachstellen der Blau-Weißen offen legte und letztendlich verdient gewann.
Vor Anpfiff der Begegnung hatte KSC-Coach Markus Schupp für eine Überraschung in der Innenverteidigung gesorgt. Michael Mutzel schlüpfte in die, ihm ungewohnte Position und sollte neben Stefan Müller sowie den beiden Außenverteidigern Zimmermann und Schäfer, für einen sicheren Rückhalt in der Abwehr sorgen. Die Raute im Mittelfeld wurde von Godfried Aduobe (Sechserposition), Marco Engelhardt, Timo Staffeldt und Alexander Iashvili gebildet. Macauley Chrisantus und Serhat Akin sollten die Zuschauer mit ihren Toren endlich wieder zum Jubeln bringen.
Die Hausherren begannen gut und kamen in der 2. Minute durch einen Freistoß von Michael Mutzel zu einer ersten Gelegenheit. Nur drei Minuten später hatte Chrisantus, nach einem Pass von Akin, im Strafraum der Münchner die Möglichkeit zum Abschluss zu kommen; sein Schussversuch konnte aber noch abgeblockt werden. Der KSC, von Beginn an die tonangebende Mannschaft, hatte jetzt Möglichkeiten im Minutentakt, ließ jedoch zunächst noch die letzte Konsequenz beim Torabschluss vermissen. Diese offensive Phase der Blau-Weißen bekam auch 1860-Schlussmann Gabor Kiraly zu spüren, der in der 11. Minute Mühe hatte, einen stramm geschossenen Freistoß von Engelhardt festzuhalten. Die Gäste aus München brauchten eine Weile, um sich auf die offensive Ausrichtung des Gastgebers einzustellen, kamen dann aber nach einer Viertelstunde durch Alexander Ludwig zu einem ersten Torschuss, der von Luis Robles aber entschärft werden konnte. Auch in der 27. Minute hatte der KSC großes Glück, dass Daniel Bierofka, nach einer Flanke von Ludwig, aus aussichtsreicher Position das Tor nicht traf und so die bis dato beste Chance der Gäste leichtfertig vergab. Die Blau-Weißen, von der Münchner Großchance nur wenig beeindruckt, spielten weiter munter nach vorne und erarbeiteten sich so immer wieder gute Möglichkeiten, die jedoch nicht genutzt werden konnten. So fehlte bei den Chancen von Akin und Chrisantus nicht viel, um in Führung zu gehen. Umso bitterer war es, dass die Hausherren in der 41. Minute den 0:1 Gegentreffer der Sechziger hinnehmen musste. Benjamin Lauth nutzte einen langen Abschlag von Kiraly gnadenlos aus und ließ Robles bei seinem Schuss in die linke untere Torecke keinerlei Abwehrmöglichkeiten.
Eine erste Möglichkeit, das Ergebnis nach dem Seitenwechsel zu erhöhen, hatten die Münchner in der 54. Minute. Robles konnte einen Schuss von Daniel Halfar gerade noch über die Latte lenken. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst besorgten die Gäste das 0:2 durch Kai Bülow, der nach einem Eckball aus etwa zehn Metern frei einschießen konnte. Direkt nach Wiederanpfiff wurde Stefan Müller im Strafraum der Sechziger unsanft von den Beinen geholt. Der Unparteiische Christian Schössling zögerte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß. Kapitän Iashvili hatte gleich zweifach die Gelegenheit, seine Qualitäten vom Elfmeterpunkt unter Beweis zu stellen, da Schiedsrichter Schössling den ersten Treffer des Georgiers aberkannte. Im zweiten Anlauf konnte Kiraly zunächst parieren, beim Nachschuss gelang es Iashvili dann aber doch das 1:2 zu erzielen (59.). Zwei Minuten später konnte Stefan Bell Lauth in Szene setzen, der mit seinem zweiten Treffer das 1:3 für die Gäste erzielte. Für den vierten Treffer innerhalb von acht Minuten sorgte ein Kopfballtor von Stefan Müller in der 61. Minute, der den KSC mit dem 2:3-Anschlusstreffer wieder zurück ins Spiel brachte. Alle Hoffnungen des Gastgebers doch noch den Ausgleich zu erzielen, wurden in der 80. Minute durch Dominik Stahl zunichte gemacht, der nach einer Flanke zum 2:4-Endstand für die „Löwen“ einköpfen konnte.
Stenogramm
Karlsruher SC:
Robles - Zimmermann, Mutzel, Müller, Schäfer - Aduobe - Staffeldt (62. Rupp), Engelhardt (70. Krebs) - Iashvili - Akin (59. Fink), Chrisantus
Trainer: Markus Schupp
Bank: Moritz, Cuntz, M. Langkamp, Konrad
TSV 1860 München:
Kiraly - Rukavina, Bell, Bülow, Buck - Bierofka, Schindler (69. Stahl), Lovin, Halfar - Ludwig - Lauth (89. Volland)
Trainer: Reiner Maurer
Bank: Tschauner, Rakic, Kaiser, Uzoma, Leitner
Tore:
0:1 - Lauth (40.)
0:2 - Bülow (55.)
1:2 - Iashvili (59.) (Foul-Elfmeter)
1:3 - Lauth (61.)
2:3 - Müller (63.)
2:4 - Stahl (80.)
Gelbe Karten:
Mutzel (76.)
Zuschauer: 14870
Schiedsrichter: Christian Schößling (Leipzig)
Assistenten: Thorsten Schiffner, Martin Thomsen, Matthias Jöllenbeck
