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Last-Minute-Sieg gegen HSV

Spielbericht: KSC - Hamburger SV 3:2 (0:1)


07.02.2009 - von Matthias Hahn
Der KSC ist wieder da. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sicherten sich die Karlsruher am Samstagnachmittag gegen die Hansestädter quasi mit dem Schlusspfiff den ersten Heimsieg im Jahr 2009 und holten damit drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

KSC-Trainer Edmund Becker hatte seine Mannschaft diesmal mit einer ganz neuen taktischen Ausrichtung in die Begegnung gegen den Hamburger SV geschickt. Vor der gegenüber dem Bochum-Spiel unveränderten Viererkette in der Abwehr spielte erneut Marco Engelhardt.  Christian Timm kam heute auf der rechten Mittelfeldseite zum Einsatz, zentral spielte Antonio da Silva, links außen Lars Stindl. Hinter dem einzigen Angreifer Sebastian Freis sollte Giovanni Federico für zündende Ideen sorgen.

28368 Zuschauer sahen in den ersten 45 Minuten einen guten Auftritt des KSC, dem es jedoch auch diesmal nicht vergönnt war, in der ersten Hälfte ein Tor zu erzielen. Die Gäste aus dem Norden sorgten mit dem frühen 1:0 erneut für eine kalte Dusche der Karlsruher, so dass der KSC erneut gezwungen war, schon sehr früh einem Rückstand hinterher zu rennen. Nach einem Ballverlust von Engelhardt in der Vorwärtsbewegung der Gastgeber sorgte Paolo Guerro mit einem sehenswerten Dribbling über das gesamte Spielfeld und einem Doppelpass mit Mannschaftskollege David Jarolim für die frühe Führung. Der KSC brauchte eine Weile, um sich davon wieder zu erholen, hatte dann aber in der 25. und 26. Minute gleich zwei gute Aktionen. Zunächst wurde ein Torschuss von Engelhardt aus aussichtsreicher Position abgeblockt und kurz darauf war es Giovanni Federico, der aus 20 Metern nur knapp links am Tor vorbei schoss. Die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer hatte der KSC dann kurz vor dem Halbzeitpfiff in der 40. Minute. Nach einer tollen Aktion von Christian Timm landete dessen Pass in die Spitze bei Freis, dem es jedoch nicht gelang, den Ball entscheidend an HSV-Schlussmann Frank Rost vorbeizulegen, so dass es bei dem Ein-Tore-Rückstand zur Pause blieb.

Die zweite Halbzeit war dann an Dramatik nicht zu überbieten: Die Zuschauer im Wildparkstadion sahen ein Spiel, das alles bot, was man sich von einem guten Bundesliga-Spiel erhofft. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte die Begegnung gerade erst wieder angepfiffen und es waren keine drei Minuten verstrichen, ehe KSC-Schlussmann Miller erneut hinter sich greifen musste. Jarolim hatte Collin Benjamin mit seinem zweiten Assist im Strafraum gut in Szene gesetzt, so dass dieser mit einem sehenswerten Schuss ins linke obere Eck das 2:0 für die Gäste aus Hamburg besorgen konnte. Die 28368 Zuschauer waren schon dabei zu resignieren und der nächsten Niederlage entgegen zu schauen, ehe Freis postwendend den 1:2-Anschlusstreffer herbeiführte. Nach einer Hereingabe von Andreas Görlitz von der der rechten Außenbahn, konnte Michael Gravgaard den Ball nicht entscheidend klären,

und Freis ließ Rost keine Chance. Jetzt war der Bann gebrochen - der KSC spielte, angepeitscht von seinen Anhängern, wie entfesselt. So gelang es Federico keine fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer nach einem tollen Pass von Antonio da Silva in der 54. Minute den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die Hamburger fanden daraufhin nur schwer zu ihrem Spiel zurück, auch weil dem KSC jetzt so ziemlich alles gelang. In der 75. Minute musste dann Mladen Petric das Spielfeld verlassen. Nach einer Tätlichkeit an Engelhardt zögerte Schiedsrichter Kinhöfer keine Sekunde und verwies Petric mit der Roten Karte des Feldes. Der Vorteil der Überzahl währte jedoch keine sieben Minuten. Nach einem Foulspiel an Albert Streit musste Marco Engelhardt - mit Gelb-Rot - ebenfalls frühzeitig vom Spielfeld. In den letzten Spielminuten ging es dann mit Chancen auf beiden Seiten hin und her. Kurz vor dem Schlusspfiff bekam der KSC nochmals einen Freistoß zu gesprochen, dessen Folgen im Wildpark wahre Freudentänze auslösen sollten. Der Freistoß von Stindl landete direkt auf dem Kopf von Freis, der mit seinem siebten Saisontreffer den 3:2-Schlusspunkt setzte und dem KSC damit zum ersten Sieg des Jahres 2009 verhalf. Zudem revanchierte sich der KSC damit für das späte Gegentor im Hinspiel und gewinnt zum ersten Mal seit 1998 wieder gegen den HSV.

Stenogramm

Karlsruher SC - Hamburger SV 3:2 (0:1)

Karlsruher SC:
Miller - Görlitz, Sebastian, Drpic, Celozzi - Timm (77. Saglik), Engelhardt, da Silva (89. Porcello), Stindl, Federico (85. Staffeldt) - Freis
Trainer: Edmund Becker
Bank: Kornetzky, Kapllani, Buck, Eichner

Hamburger SV:
Rost - Demel, Mathijsen, Gravgaard, Jansen - Benjamin, Jarolim, Pitoipa, Trochowski - Petric, Guerrero (62. Streit)
Trainer: Martin Jol
Bank: Hesl, Silva, Boateng, Ndjeng, Tavares, Aogo

Tore:
0:1 - Guerrero (7.)
0:2 - Benjamin (48.)
1:2 - Freis (49.)
2:2 - Federico (53.)
3:2 - Freis (92.)

Gelbe Karten:
Trochowski, da Silva, Jansen, Drpic, Engelhardt
Gelb-Rote Karten:
Engelhardt (82.)
Rote Karten:
Petric (76.)

Zuschauer: 28368

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Assistenten: Detlef Scheppe, Christian Fischer, Florian Steuer
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