KSC erkämpft Unentschieden
Spielbericht: KSC - Bayer 04 Leverkusen 3:3 (1:3)
08.11.2008 - von Matthias Hahn
Durch eine eindrucksvolle Aufholjagd im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen hat sich der KSC in der Bundesliga zurückgemeldet. Gegen die Werkself erkämpften die Karlsruher ein 3:3-Unentschieden.
Gegenüber der Partie in Mannheim vom vergangenen Samstag sprach KSC-Chefcoach Edmund Becker in seiner Startformation zunächst dem wieder genesenen Antonio da Silva das Vertrauen aus. Stattdessen musste Alexander Iashvili im zentralen Mittelfeld seinen Platz räumen, auch weil Becker auf der linken Außenbahn erneut Bradley Carnell von Anfang an den Vorzug gab. KSC-Kapitän Maik Franz, dessen Sperre vom Spiel gegen Schalke zwar abgesessen war, musste dennoch aufgrund seiner Verletzung an der Ferse auf der Tribühne Platz nehmen. Ihn ersetzte, wie bereits gegen Hoffenheim, Martin Stoll.
Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge hatte sich der KSC vor heimischer Kulisse im mit 28273 Zuschauern gefüllten Wildparkstadion viel vorgenommen. Bereits nach 35 Sekunden zerstörte Patrick Helmes jedoch zunächst jegliche Hoffnungen, dass man heute daheim endlich die Negativserie beenden könne. Vor den Augen des Bundestrainers Joachim Löw wurde Helmes nach einem langen Pass nicht richtig angegriffen, so dass dieser KSC-Schlussmann Markus Miller keine Chance ließ und Leverkusen frühzeitig mit 1:0 in Führung bringen konnte. Die in der Folge sichtlich geschockten Karlsruher fanden im weiteren Spielverlauf zunächst kein adäquates Mittel gegen die Bayer –Elf und Miller musste in der 16. Minute erneut hinter sich greifen. Nach einem wunderschönen Pass von Michal Kadlec auf Renato Augusto konnte dieser den Ball gerade noch vor der Torauslinie in den Fünfmeterraum bringen, so dass Stefan Kießling, der höher gestiegen war als Martin Stoll, zum 2:0 der Leverkusener einköpfen konnte. Nach einem sehenswerten Freistoßtor von Kadlec in der 24. Minute zum 3:0 für die Werkself, konnte keiner der Zuschauer auch nur annähernd erahnen, was sich in der Folge noch alles abspielen sollte. Quasi aus dem Nichts verkürzte der KSC in der 37. Minute auf 1:3. Nach einem abgefälschten Freistoß von Antonio da Silva war Leverkusens Torwart René Adler sichtlich überrascht, letztlich aber chancenlos.
In der zweiten Hälfte erkannte man die Karlsruher nicht mehr wieder. Es war deutlich zu spüren, dass sich die Elf von KSC-Coach Becker noch nicht mit der Niederlage abgefunden hatte und sich im weiteren Spielverlauf an der Korrektur des Ergebnisses versuchen wollte. In der 60. Minute wurden die Angriffsbemühungen der Gastgeber belohnt. Nach einem erneuten Freistoß des heute stark aufspielenden da Silva, war Tim Sebastian zur Stelle und ließ mit seinem Kopfball in die rechte untere Ecke Nationaltorhüter Adler nicht den Hauch einer Chance. Von nun an war der Bann gebrochen und es folgte ein einziges Anrennen der Karlsruher auf das Leverkusener Tor. Keine zwei Minuten später hätte bereits das 3:3 fallen müssen. Joshua Kennedy begünstigte nach einer erstklassigen Celozzi-Flanke den zuvor eingewechselten Alexander Iashvili, indem er diese passieren ließ. Der georgische Nationalspieler verpasste jedoch mit seinem Schuss direkt auf Torwart Adler die Chance zum Ausgleich.
Die 77. Minute ließ dann im Wildparkstadion keinen Zuschauer mehr auf seinem Sitzplatz. Nach einem toll vorgetragenen Spielzug der Gastgeber über die rechte Außenbahn konnte Stefano Celozzi mit einer mustergültigen Flanke Iashvili erstklassig freispielen, der mit seinem Kopfball zum 3:3 Ausgleich das ganze Wildparkstadion in Ekstase versetzte. In den letzten 10 Minuten drängte der KSC dann, angepeitscht vom Jubel der Zuschauer, auf den Sieg.
Letztlich blieb es jedoch beim für beide Mannschaften leistungsgerechten 3:3-Endstand. Vor allem die Moral, der unbedingte Willen sowie die Entschlossenheit, mit der sich der KSC in der zweiten Hälfte präsentierte, lässt auch für den kommenden Samstag hoffen, wenn die Karlsruher dann um 15:30 Uhr beim Tabellenletzten Energie Cottbus antreten werden.
Stenogramm
Karlsruher SC:
Miller - Celozzi, Sebastian, Stoll, Eichner - Mutzel, Aduobe (73. Timm), Freis, da Silva, Carnell (61. Iashvili) - Kennedy (73. Kapllani)
Trainer: Edmund Becker
Bank: Kornetzky, Porcello, Buck, Görlitz
Bayer 04 Leverkusen:
Adler - Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec - Rolfes, Augusto (67. Schwegler), Vidal, Barnetta - Helmes (78. Gekas), Kießling
Trainer: Bruno Labbadia
Bank: Domaschke, Dum, Sarpei, Djakpa, Hegeler
Tore:
0:1 - Helmes (1.)
0:2 - Kießling (17.)
0:3 - Kadlec (25.)
1:3 - da Silva (37.)
2:3 - Sebastian (60.)
3:3 - Iashvili (77.)
Gelbe Karten:
Helmes, Celozzi, Vidal
Zuschauer: 28236
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Assistenten: Josef Maier, Wolfgang Walz, Marco Achmüller





